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Kittel holt dritten Etappensieg - deutscher Hattrick

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Sieger
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Marcel Kittel (r) liegt im Schlussspurt vorn. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Zweikampf
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Marcel Kittel (r) setzt sich beim Spurt vor Mark Cavandish durch. Foto: Yoan Valat Foto: dpa
Freude
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Marcel Kittel (M) freut sich über seinen Sieg bei der 12. Etappe. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Siegerehrung
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Marcel Kittel genießt nach seinem Sieg in Tours die Siegerehrung. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Gut aufgehoben
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Christopher Froome (M) fährt zwischen seinen Teamkameraden Peter Kennaugh (l) und Ian Stannard. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Tour-Favorit
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Christopher Froome behält auch nach der 12. Etappe das Gelbe Trikot. Foto: Yoan Valat Foto: dpa
Chaotisch
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Vor dem Ziel in Tours kam es auf der 12. Etappe zum Sturz einer Gruppe. Foto: Pascal Guyot Foto: dpa

Tours (dpa) - Marcel Kittel konnte sich vor Gratulanten kaum retten. Der 25-jährige Arnstädter ist bei der 100. Tour de France trotz Spitzenreiter Christopher Froome der dicht umdrängte, große Star.


Kittel feierte bei seiner zweiten Tourteilnahme seinen dritten Etappensieg und sorgte damit nach seinem Erfolg in Saint Malo und dem Zeitfahrsieg von Tony Martin für einen bei der Tour bisher noch nie erreichten deutschen Hattrick.

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«Wie geil ist das denn», sagte sein hoch erfreuter Manager Jörg Werner, bevor er Kittel in Tours fast erdrückte. Vorher hatte sich der umjubelte Sieger einen sehr bösen Blick des erneut geschlagenen Mark Cevandish eingefangen. Kittel hatte den beim Tour-Jubiläum erst einmal erfolgreichen Ex-Weltmeister im Ziel der 12. Etappe nach 218 Kilometern um eine halbe Radlänge bezwungen und wie in Saint Malo hinter sich gelassen.

Der geschlagene Cavendish, der am Vortag von einem Radsport-Hooligan mit Urin bespritzt worden war, präsentierte sich als fairer Verlierer. «Mir hat heute ein bisschen gefehlt», sagte Cavendish. Via Twitter vermeldete er: «Wie ich es gesagt habe: Marcel Kittel ist das neue große Ding. Einfach besser als ich heute - Glückwunsch».

Kittels einheimischer Rivale André Greipel war im Finale diesmal nicht vertreten. Ein Massensturz 2500 Meter vor dem Ziel hatte die Ordnung im Schlussspurt ein weiteres Mal bei dieser Tour durcheinandergebracht. Etwa 30 Fahrer waren darin verwickelt, der deutsche Meister war behindert worden und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen. Greipel wurde 33.

An dem überragenden Argos-Shimano-Kapitän führt in den Massensprints kein Weg vorbei. Er machte damit den insgesamt fünften Tageserfolg der deutschen Abordnung bei dieser Frankreich-Rundfahrt perfekt. Genauso erfolgreich in der Addition waren zuletzt Erik Zabel und Jan Ullrich 1997. Die Gastgeber, bisher bei ihrer großen Feier immer noch ohne Sieg, blicken neidisch auf den Nachbarn, der durch Kittel zum Auftakt auf Korsika für einen Tag auch den Träger des Gelben Trikots gestellt hatte.

Auf dem Siegerpodest strecke Kittel beide Arme in den Himmel und war überglücklich. «Das ist verrückt. Ich danke jedem einzelnen in meinem Team. Sie haben wieder super gearbeitet. Ich bin so glücklich», sagte Kittel und ergänzte mit Blick auf die Zielfoto-Entscheidung: «Ja, das war knapp. Ich werde es mir ausdrucken und an die Wand hängen. Morgen gibt es wieder eine Chance für mich. Es läuft.» Seine beiden vergangenen Siege im direkten Vergleich gegen Cavendish «haben mich stolz gemacht», erklärte Kittel weiter. Der erste Erfolg in Bastia, der mit dem Gelben Trikot verziert worden war, behielte er «als historischen Moment» im Gedächtnis.

Der aktuelle Träger des Maillot Jaune hielt sich aus dem Gerangel der Sprinter-Elite elegant heraus und verteidigte seine Führung ohne großen Aufwand. Christopher Froome aus Großbritannien hat nach wie vor beruhigende 3:25 Minuten Vorsprung auf den Spanier Alejandro Valverde, der wie sein Landsmann Alberto Contador für Sonntag wilde Attacken auf den Spitzenreiter versprach. Der 20,8 Kilometer lange Schlussanstieg auf den legendären Mont Ventoux dürfte den Kletterspezialisten gute Aussichten dazu bieten.

Das Finish war - fast schon Tour-typisch - chaotisch. Die Veranstalter hatten sich nicht gescheut, auf den letzten 2000 Metern zwei 90-Grad-Rechtskurven in den Kurs zu integrieren. Der Sturz schien programmiert und erinnerte Froome daran, dass die Tour erst in Paris gewonnen ist. «Der Sturz hat es bewiesen - das Rennen kann jeden Moment vorbei sein».