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Kitzbühel-Sieger Dreßen vorsichtig vor Comeback

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Thomas Dreßen steht nach einer zwölfmonatigen Verletzungspause vor dem Comeback im alpinen Skiweltcup. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Foto: dpa

Nach einem Jahr Verletzungspause ist Kitzbühel-Champion Thomas Dreßen zurück im Ski-Weltcup. Von neuen Supersiegen aber ist der Oberbayer weit entfernt. Nach dem Totalschaden im Knie muss er sich erst herankämpfen. Zu allem Überfluss wurde er dazu noch etwas krank.


Lake Louise (dpa) - Das 51. Weltcup-Rennen seiner Karriere ist für Thomas Dreßen ein ganz besonderes. Für den Kitzbühel-Sieger steht in Lake Louise das Comeback an - nach einer fürchterlichen Verletzung am Knie und einer Rennpause von auf den Tag genau einem Jahr.

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»Ich freue mich brutal, dass ich wieder da bin«, sagte der 26 Jahre alte Skirennfahrer in Kanada. Ein kleines Fragezeichen gibt es zwar noch und ganz sicher sein wird der Start in der Abfahrt am Samstag (20.15 Uhr MEZ/Eurosport) erst am Morgen. Aber Dreßen und seine Trainer sind trotz Halsschmerzen und Schnupfen beim Oberbayern optimistisch.

Am 30. November 2018 stand Dreßen zum 50. und bislang letzten Mal im Starthaus. Auf der Raubvogel-Piste in Beaver Creek stürzte der beste deutsche Abfahrer dann bei schwierigen Sichtverhältnissen und rauschte mit 125 Stundenkilometern in ein Sicherheitsnetz. Die Folgen für sein Knie waren schwerwiegend: »Innenmeniskus, Außenmeniskus, Innenband, Knorpel - das war, ich sage es, wie es ist, im Arsch«, berichtete Dreßen. Dazu kugelte er sich auch noch die Schulter aus.

Den Super-G-Sieg von Josef Ferstl in Kitzbühel im Januar ein Jahr nach seinem eigenen Triumph beim berühmtesten Abfahrtsrennen der Welt erlebte Dreßen als Zuschauer auf Krücken im Zielraum. Auch die WM im schwedischen Are verpasste der 100-Kilo-Athlet. Gefallen hat Dreßen die Zwangspause nicht. Aber er ist bei aller Ungeduld und allem Ehrgeiz schlau genug, um den Wert einer ausreichend langen Zeit zur Regeneration zu erkennen. Ski schnallte er sich daher erst im Juli wieder unter die Füße, auf Belastungen reagiert er immer noch mit mehr Pausen und weniger Umfängen als vor der Verletzung. Bis der Meniskus gar nicht mehr schmerzt, wird es dennoch dauern.

»Die Ärzte haben gesagt, das kann ein Jahr dauern oder zwei. Hängt auch von der Geduld ab bei der Belastung. Deswegen habe ich das Skifahren so lange wie möglich nach hinten rausgeschoben«, erzählte Dreßen im Oktober vor der Abreise nach Nordamerika. »Beim Thomas wird es sicher noch eine Weile dauern«, sagte der neue Abfahrtstrainer Andreas Evers. »Zu 100 Prozent fehlt ihm schon noch einiges.«

Evers hat die Aufgabe von Christian Schwaiger übernommen, der inzwischen als Cheftrainer auch für die Techniker um Stefan Luitz verantwortlich ist. Der Weltcup in Lake Louise ist daher auch das erste Rennen in der neuen Konstellation - und aus noch weiteren Aspekten spannend. Denn für Andreas Sander ist es ebenfalls ein Comeback. Der inzwischen 30-Jährige hatte sich etwa einen Monat nach Dreßen am Kreuzband verletzt, blieb aber von weiteren Schäden im Knie verschont. Ferstl brach sich in der Vorbereitung die Hand und wird am Start deswegen etwas mehr Schwierigkeiten haben als üblich.

Und dann ist da auch noch Romed Baumann. Der 33-Jährige ist ein Veteran und steht vor seinem 280. Weltcup-Rennen. Die 279 davor aber bestritt er für sein Geburtsland Österreich. Nach der Hochzeit mit seiner deutschen Frau, einem Hausbau in Kiefersfelden und der Geburt seiner zweiten Tochter wechselte Baumann im Sommer den Verband und startet am Wochenende erstmals für den Deutschen Skiverband. »Ich habe mich gefreut, dass der Romed zu uns gekommen ist. Wir können nur von ihm profitieren«, sagte Dreßen, der froh ist, dass ein Jahr nach dem bösen Crash nicht der komplette Fokus und Druck auf ihm liegt.