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Klangfest der Salzburger Dommusik

Chor und Orchester der Salzburger Dommusik unter János Czifra mit den Solisten (v. l.) Simone Vierlinger, Astrid Hofer, Maximilian Kiener uns Christoph Schöffmann. (Foto: Aumiller)

»Musik schafft ein Stück Himmel auf Erden« hieß es zum Geleitwort des Kirchenkonzertes, mit dem die Salzburger Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister János Czifra im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach in der Fridolfinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Gast war. Nicht trefflicher hätten diese einleitenden Worte sein können, denn Chor, Orchester und Solisten der Salzburger Dommusik boten ein herrliches Kirchenmusikfest mit Klängen, die glücklich machten. Es war ein jubilierendes Singen und Klingen der feinen Art, ohne Effekthascherei, ohne aufgesetzte Künstlichkeit, ein freudiges Musizieren, das die Zuhörer in einen Sog des Wohlgefühls zog.


Die Fridolfinger Kirche, der sogenannte »Dom vom Salzachtal«,ist im neoromanischen Stil erbaut und gilt als Deutschlands größte Kirche in einem Dorf. Die Akustik in dem großzügigen Raum fördert die Klangentfaltung ohne sie mit zu üppiger Halligkeit zuzudecken, wie das manchmal in Kirchen der Fall sein kann.

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Die reiche Programmauswahl war abwechslungsreich gereiht im Wechsel zwischen voller Besetzung mit Soli, Chor und Orchester, Orgelsolo oder kammermusikalisch instrumental. Das Sängerquartett mit Simone Vierlingers wunderbarem Sopranleuchten, Astrid Hofers warmer Mezzokultur, Maximilian Kieners Tenorstrahl und der Bassbasis von Christoph Schöffmann zeichnete sich durch gut balancierten Zusammenklang aus. Unter Czifras versierter Leitung musizierten Solisten wie Chor und Musiker nicht als Selbstdarsteller, sondern für die Musik, mit Freude an der Musik und als Diener der Musik. Das war der schöne Eindruck, den alle vermittelten und damit die Zuhörer eintauchen ließen in die musikalische Botschaft in ihrer anhebenden Kraft. Ein wirklich schönes Erlebnis von nachhaltiger Wirkung!

Mit der stimmigen Entrada für Orchester zu Beginn machte man Bekanntschaft mit Pietro Torri, dem einstigen Hofkapellmeister des Kurfürsten Max Emanuel. Johann Michael Haydn, der sogenannte »Salzburger Haydn«, war zwei Werken vertreten: Mit »Tres sunt«, einem farbenreichen Offertorium zum Dreifaltigkeitsfest, von den Solisten, vom Chor und Orchester harmonisch dargeboten, sowie mit dem ansprechenden Duett für Sopran und Alt auf den Kirchenliedtext »Wer nur den lieben Gott lässt walten«. Simone Vierlinger und Astrid Hofer wurden dabei nur von Kontrabass, Trompete und Orgel begleitet, In den Schlusspassagen gesellten sich noch untermalend die Frauenstimmen des Chores dazu.

Domorganist Heribert Metzger brachte mit dem Orgelsolo von Felix Mendelssohn Bartholdy seine Qualitäten ebenso wie die der Märzorgel eindrucksvoll zum Tragen. Filigranen Klängen des Adagio As- Dur folgte beeindruckend die orgelnde Üppigkeit der ganzen Registerpalette im »Allegro moderato e grave« f-Moll. Bach/Mozarts Largo und Fuge c-Moll für Streichorchester gefiel hier im Arrangement für Streichtrio, das kammermusikalisch transparent und mit moderat zügigem Tempo gespielt der Musik zu stimmiger Wirkung verhalf.

Zu musikalischen Höhepunkten gerieten die Theresienmesse von Joseph Haydn Hob.XXII:12 und Mozarts »Vespere solennes de confessore« KV 339. Zwischen beiden brachte Mozarts Kirchensonate KV 224 einen von den Orchestersolisten weihevoll musizierten Ruhepunkt in feierlicher Klangästhetik.

Haydns Theresienmesse gehört zur Gruppe der späten Haydn-Messen. Getragene Feierlichkeit in den Adagio-Teilen gestalteten Solisten und Chor mit Hingabe und wechselten akzentuierend zu kurzen Fugen- Sequenzen. Soli und Chor wechselten sich in symmetrischer Folge ab. Bekanntes und beliebtes Stück aus Mozarts »Versperae« ist das »Laudate Dominum«, das Simone Vierlinger mit inniger Andacht sang, wobei sie die schlichte melodische Linie mit stimmlichem Glanz erfüllte. Auch die übrigen vier Psalmen und das abschließende Magnificat, die allesamt auf die Schlusszeile »et in saecula saeculorum, Amen« enden, gestalteten die Ausführenden klangprächtig in ihrer melodischen Vielfalt und Reichhaltigkeit. Als Zugabe auf den herzlichen Applaus brachte das Ave Verum den weihevollen Abschluss des erhebenden Konzerterlebnisses. Elisabeth Aumiller