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Klang(t)räume lösen Begeisterung aus

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Jörg Teschner (von links) an der irischen Harfe, Herbert Walter an der Oud und Perkussionist Christian Schnitter begeisterten mit Klängen ungewöhnlicher Instrumente. (Foto: Caruso)

Mit tiefgehenden Klängen ungewöhnlicher Instrumente bezauberten die Künstler Christian Schnitter, Herbert Walter und Jörg Teschner eine große Schar von Zuhörern im Kirchanschöringer Pfarrsaal.


Ergänzt von eigentümlichen Melodien entstand eine mystische Atmosphäre von großer Ruhe und Konzentration, in der sich die Zuhörer wohl und geborgen und überaus lebendig fühlten. Sie alle waren eingeladen, sich dem Moment zu widmen, zu entspannen und in die Klänge einzutauchen, die zum Träumen anregten. Die Begeisterung über den pulsierenden Klang- und Melodienstrom löste immer wieder langanhaltenden Applaus aus.

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Das Trio überzeugte vor allem mit einem ausgeprägten Feingefühl für seltene Instrumente, wie für die Handpan, die eher zwei zusammengeschweißten Woks mit Dellen ähnelt, der Christian Schnitter warme, sphärische Klänge entlockte. Als tragende Mitte lud Herbert Walter auf der Konzert- und Flamenco-Gitarre sowie auf der Oud, einer arabischen Laute, die Besucher auf eine instrumentale Reise in ferne Länder ein. Flöten wie die indische Bansuri und die orientalische Ney weckten Erinnerungen an den Fernen und und Nahen Osten.

Vom vielseitigen Perkussionisten Christian Schnitter erklangen die rhythmisch treibenden Passagen der Rahmentrommel, Cajon und der Handpan. Zusammen mit Jörg Teschner, der nicht nur virtuos an der irischen Harfe und am Flügel improvisierte, sondern auch dem Monochord sanfte, beruhigende Töne entlockte, bildete sich so ein faszinierender Klangteppich. Völlig in sich selbst versunken saßen die Besucher auf ihren Stühlen oder lagen entspannt auf Matten und genossen den besonders »vielsaitigen« Abend, der nach anfänglich östlichen Instrumentalklängen zu den Britischen Inseln vordrang und die irische Harfe in den Vordergrund rückte.

Im letzten Drittel des Konzertabends war das Publikum zum Mitsingen von Mantren aus verschiedenen Kulturen eingeladen: So wie beispielsweise zum Mantra »Yemaya assesu« aus Westafrika, das von Yemaya, einer zentralen Göttin der westafrikanischen und afrobrasilianischen Religion, erzählt, oder dem aus Indien stammenden kraftvollen und gemeinsam angestimmten »Om Namah Shivaya«, einem bekannten Sanskrit-Mantra. Zwar wirkten die unbekannten Texte dieser Gesänge zunächst herausfordernd für das Publikum, beim Mantrasingen ist es aber nicht unbedingt erforderlich, die Wortbedeutung zu kennen, um die wohltuende Wirkung der sich immer wiederholenden Silben, Wörter oder Sätze zu erfahren.

Es waren wunderbare 90 Minuten für das Ohr und das Gemüt, während das Auge den schönen Schein des Kerzenlichtes genoss, der als zusätzliches Stilelement die Stimmung im Raum hob. Und ins Herz der Zuhörer hat es die Musik auch geschafft: Nach dem Konzert ernteten die Klangkünstler großen Applaus und wurden von neugierigen Fragen der Zuhörer überschüttet. Anneliese Caruso