weather-image
13°

Klare Sache im Lokalderby

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Der Bischofswieser Markus Koller (M.) setzt sich hier gegen Stefan Sontheimer (l.) und Tsyvatko Petkov durch. (Foto: Waßmuth)

Der FC Bischofswiesen scheint sich mit einer jungen Mannschaft zu höheren Zielen aufzuschwingen. Dies musste am Samstag bei bestem Fußballwetter und idealen Platzverhältnissen auf der Breitwiese auch der TSV Berchtesgaden neidlos anerkennen. Bei besserer Chancenauswertung der Gäste hätten sich die Zuschauer auch über weitere Treffer der Bischofswieser freuen beziehungsweise ärgern können. Morgen Dienstag hat die Hartmann-Elf beim Nachholspiel in Grassau die Gelegenheit, ihr mieses Punktekonto etwas aufzubessern und mit Grassau gleichzuziehen.


In den ersten Spielminuten sah es auf der Breitwiese nicht nach einem Erfolg der Gäste aus, denn Berchtesgaden diktierte das mit Spannung erwartete Lokalderby vom Anstoß an. Wenn auch auf beiden Seiten noch der eine oder andere Spieler fehlte, so standen sich doch zwei gut aufgestellte Mannschaften gegenüber, die auf ein gutes Match hoffen ließen. Die Begegnung verlief über einige Zeit auf gutem Niveau, verflachte zwischendurch aber auch immer wieder.

Anzeige

Zunächst stand das Lokalderby im Zeichen von zwei guten Abwehrreihen, die zu Beginn nichts zuließen. Es ist auch leichter, auf der Schmalwiese erfolgreich zu verteidigen, als gewinnbringend anzugreifen. In der ersten Phase des Spiels fehlten auf beiden Seiten zündende Ideen aus dem Mittelfeld, Sicherheitsfußball dominierte längere Zeit. Nach knapp einer Viertelstunde eroberten die Gäste die Feldhoheit, ohne jedoch die Platzherren in Gefahr zu bringen.

Bei der TSV-Abwehr läuten die Alarmglocken

Erst in der 23. Minute läuteten in der TSV-Abwehr erstmals die Alarmglocken etwas lauter, als Markus Huthöfer aus kurzer Entfernung frei zum Schuss kam, dieser jedoch gerade noch abgeblockt wurde. Nur zwei Minuten später wirbelte der bestens aufgelegte Sebastian Koller die TSV-Abwehr gehörig durcheinander und erzielte das verdiente 1:0 (25.). Die Bischofswieser Angriffe rollten nun nur so gegen das Berchtesgadener Tor. Sebastian Vorberg kam aus aussichtsreicher Entfernung mit dem rechten Fuß zum Schuss, doch TSV-Torhüter Stefan Schach wehrte gekonnt ab.

Nach einer Freistoßvariante durch Huthöfer und Vorberg gab es einen Eckstoß, den Vorberg gekonnt halbhoch vor das Tor zirkelte. Schach war möglicherweise erst hinter der Linie am Ball und wehrte diesen zu kurz ab. Huthöfer reagierte am schnellsten und haute die Kugel nach einer halben Stunde zum 2:0 für den FCB in die Tormaschen. Die Berchtesgadener Defensive wackelte in dieser Spielphase und agierte wie ein Torso. Nachdem das Spiel in der Folge etwas verflachte, kam Sebastian Koller zu seiner nächsten Möglichkeit, wurde jedoch im letzten Moment noch abgeblockt. Der folgende Angriff brachte dann schon das 3:0. Wieder war Koller durch und wurde von Andreas Hartmann gefoult. Der sichere Elfmeterschütze Vorberg trat zur Exekution an und erhöhte auf 3:0 (42.). TSV-Schlussmann Schach war mit den Fingerspitzen noch am Ball, der jedoch zu scharf getreten war, um ihn abzuwehren. Umso mehr ärgerte sich der ansonsten so sichere Berchtesgadener Schlussmann. Das 3:0 zur Halbzeit spiegelte den Spielverlauf exakt wider.

Berchtesgaden kurzzeitig stärker

Die Platzherren schienen sich für den zweiten Durchgang noch einmal etwas vorgenommen zu haben. Der eingewechselte Cemal Ucar kam nach einer gut getretenen Ecke von Christian Lindner zu einer ersten echten Chance für Berchtesgaden. Doch die Gäste blieben dran und Schach musste bei einer guten Aktion von Sebastian Koller schon wieder sein ganzes Können aufbieten. Nach knapp einer Stunde deutete der umsichtig leitende Schiedsrichter Matthias Rothe vom SC Anger auf den Elfmeterpunkt des FCB. Matthias Althaus brachte seine Mannschaft mit dem umstrittenen Strafstoß zum 3:1 wieder etwas ins Spiel, das für Bischofswiesen fast noch eng geworden wäre. Doch Althaus haute den Ball in der 62. Minute in die Wolken anstatt ins Tor.

Knapp 70 Minuten waren gespielt, als Berchtesgaden mit viel Glück das 1:4 vereitelte. Sebastian Koller brachte den quirligen Michael Hirsch ins Spiel, dessen Schuss übers Tor flog. Fünf Minuten später legte Koller uneigennützig ideal auf Vorberg auf, der ebenfalls knapp übers Tor zielte. In der 84. Minute bewahrte die Platzherren die Latte nach einer gekonnten Aktion von Hirsch vor dem vierten Gegentreffer. Auch der Nachschuss von Hirsch verfehlte das Ziel.

Die Schlussoffensive des TSV brachte nichts mehr ein. Nach 90 Minuten durften sich die Berchtesgadener glücklich schätzen, nicht höher als 1:3 verloren zu haben. Klare Worte fand nach der chancenlosen Berchtesgadener Vorstellung der langjährige Spieler Helmut Kurz, der den Platzherren konditionelle Defizite bescheinigte. Während der FC Bischofswiesen Anschluss ans Mittelfeld gefunden hat, rangiert der TSV Berchtesgaden gefährlich nahe an den Abstiegsplätzen.

TSV Berchtesgaden: Schach; Popp, Botzenhard, Lenz, Förg (46. Ucar), Sontheimer (55. Winkler), Lindner, Reichlmeier (63. Tugui), Hartmann, Petkov, Althaus.

FC Bischofswiesen: Schnitzlbaumer; Hochreiter, Jung, Tschischke, Ottmann (59. Rechtenbach), M. Koller, Huthöfer, S. Koller, Datz (46. Hirsch/87. Gruber), Vorberg, Geisler. Christian Wechslinger