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Klassischer Fehlstart in die Meisterschaftsrunde

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Stefan Weinbuch (l.) im Laufduell mit einem Siegsdorfer Spieler, der in dieser Szene Sieger blieb. Dieses Duell war bezeichnend für das gesamte Spiel, in dem die Schönauer keine Mittel gegen den starken Gegner fanden. (Foto: Wechslinger)

Das Spiel der SG Schönau in Siegsdorf wurde von Samstag auf Freitagabend vorverlegt, weil Spielgruppenleiter Hans Mayer aus Petting ein offizielles Saisoneröffnungsspiel mit einem Rahmenprogramm sehen wollte. Die Schönauer traten gewarnt an, denn die Mannen vom Fußballplatz neben der A 8 hatten mit vier Neuzugängen vom Landesligisten SB Chiemgau Traunstein stark aufgerüstet. Hätte SG-Schlussmann Christian Thurner nicht einige Glanzparaden gezeigt, wäre es wohl zu einem fußballerischen Waterloo gekommen. So aber war die SG Schönau mit dem 0:2 noch gut bedient.


Bereits in der zweiten Spielminute kam Siegsdorf durch Stefan Mauerkirchner zu einer ersten Möglichkeit, die nur knapp am Tor vorbeizischte. Die einzige Schönauer Chance hatte wenig später Florian Popp, der nach einer Ecke übers Tor zielte. Bereits in der fünften Spielminute hebelten die Platzherren die desolate Schönauer Abwehr ein zweites Mal aus und Mateusz Galanek brachte Siegsdorf in Führung. Natürlich war der Jubel der knapp 400 Zuschauer riesengroß. Der Kolonie Schönauer Fußballanhänger schwante jetzt schon Schlimmes, geschuldet auch der Stammformation an Spielern. Der zuverlässige Abwehrmann Sebastian Rabenbauer, der eine starke letzte Bezirksligasaison gespielt hatte, kam überhaupt nicht ins Spiel. Und in der Sturmmitte mühte sich ein völlig überforderter Markus Lochner vergeblich. Dagegen schaute der talentierte und torgefährliche Stürmer Raphael Handke über 90 Minuten nur zu. Trainer Thomas Meißner wird sich dabei wohl etwas gedacht haben, allerdings ging diese Aufstellungsvariante daneben.

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Siegsdorf dominierte die Begegnung auch weiterhin. So dauerte es bis in die 20. Minute, ehe die SG Schönau zu ersten zögerlichen Angriffsaktionen kam. Der Gast fand jedoch auch weiterhin überhaupt nicht ins Spiel und lief den Siegsdorfern zumeist hinterher. Die Platzherren stellten die Räume geschickt zu, die Schönauer spielten mehr rückwärts und quer als vorwärts. Alles, was den Schönauern einfiel, waren hohe Bälle in die Sturmspitze, wo Lochner abgemeldet und auch Sebastian Wessels gut abgeschirmt war. Als Wessels dann doch einmal durch war, wurde er gefoult. Doch die Pfeife des Schiedsrichters, der nicht seinen besten Tag erwischte, blieb stumm, während er bei Schönauer Tacklings genauer hingeschaut hat.

Nach einer halben Stunde bewahrte Schönaus Torhüter Christian Thurner sein Team mit einer Fußabwehr vor dem nächsten Gegentreffer. Dann waren es die starken Siegsdorfer Neuzugänge Paul Wittmann und neuerlich Stefan Mauerkirchner, die Schönau vor schwer zu lösende Probleme stellten. Die Schönauer Mannschaft kam mit der Siegsdorfer Spielweise überhaupt nicht zurecht. So hatten die Gäste auch in der 37. Minute bei der nächsten Möglichkeit der Platzherren wieder großes Glück. Wenn die Schönauer dann doch einmal einen Angriff starteten, liefen sie sich in der Siegsdorfer Abwehr fest oder es fehlte das letzte entscheidende Zuspiel. Daran änderte auch die Einwechslung von Christian Lindner für Jörn Herdecke nichts, das Schönauer Spiel blieb auch weiterhin ideen- und drucklos. So stand es zur Halbzeit völlig verdient 1:0 für Siegsdorf.

Der Schönauer Anhang war natürlich gespannt, wie der Trainer und die Mannschaft reagieren würden, um im zweiten Abschnitt vielleicht doch noch zurück ins Match zu kommen. Doch die Hoffnung auf Besserung zerstob schon mit Beginn des zweiten Abschnitts, als schon wieder Siegsdorf am Drücker war. Bereits in der 47. Minute verhinderte Thurner gegen Paul Wittmann das 0:2. Schönaus Abwehr wirkte überfordert, das Mittelfeld war so gut wie nicht präsent und auch der Sturm blieb weiterhin druck- und ideenlos. Bereits in der 54. Minute erzielte Mauerkirchner die Vorentscheidung, als er Thurner keine Abwehrchance ließ. Erst nach gut einer Stunde ließen die Schönauer so etwas wie ein Aufbäumen gegen die drohende Niederlage erkennen und kamen nach Ecken zu einigen zaghaften Versuchen, die jedoch von der kompromisslosen Siegsdorfer Abwehr geklärt wurden. Man hatte nie den Eindruck, dass Schönau in diesem Spiel ein Tor erzielen könnte. Dagegen blieben die Platzherren trotz der Absicht, den Vorsprung zu verwalten, auch weiterhin die gefährlichere und das Spiel bestimmende Mannschaft. Vor allem aber schienen die Schönauer trotz aller Warnungen den Gegner ganz einfach unterschätzt zu haben.

Sollte die Siegsdorfer Mannschaft künftig ähnliche Leistungen wie gegen Schönau abrufen, zählt sie zu den ganz heißen Titelanwärtern. Doch nicht nur die Siegsdorfer Neuzugänge stachen gegen die SG Schönau, die gesamte Siegsdorfer Mannschaft zeigte sich präsenter, zweikampfstärker und vor allem torgefährlicher als die Gästemannschaft, die trotz der drei eingesetzten Neuzugänge vom TSV Berchtesgaden völlig enttäuscht hat.

SG Schönau: Christian Thurner; Florian Popp, Lukas Laue, Lukas Klaus, Daniel Widl, Stefan Weinbuch, Jörn Herdecke (36. Christian Lindner/82. Luka Moric), Andreas Hartmann, Markus Lochner (65. Julian Kastner), Daniel Maier, Sebastian Wessels. Christian Wechslinger