weather-image
29°
Kultur- und Sportausschuss einigte sich auf Prozedere für die Namensfindung: Der Stadtrat wird entscheiden

Klosterkirche, Ludwigforum oder doch Kapu(TS)zinum?

Im Innenhof von Klosterkirche und Ludwig-Thoma-Grundschule klafft derzeit ein großes Loch. Der Hof wird teilweise unterkellert, im Keller entstehen die Funktionsräume für das Kunst- und Kulturzentrum, etwa die Garderoben und Umkleiden für Künstler. Erst etwa ab September wird der Hof darüber gestaltet. (Foto: Hohler)

Traunstein – Klosterkirche, Ludwigforum oder Kapu(TS)zinum? Über erste Vorschläge für den Namen des Kunst- und Kulturzentrums Klosterkirche diskutierte der Kultur- und Sportausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Ergebnis: Über den Namen wird der Stadtrat entscheiden.


Die Räume sollen Ende des Jahres fertig sein, die Außenanlagen im Juli 2019. Aus historischen Gründen solle der bekannte Name Klosterkirche in irgendeiner Form erhalten bleiben, so die Stadtverwaltung. Arbeitstitel waren Kunst- und Kulturraum Klosterkirche (KuKK), Ludwigforum, Forum Klosterkirche, Kulturzentrum Klosterkirche oder Klosterkirche Traunstein (KloTS). Die Arts Kulturfördervereinigung hatte noch den Namen Kapuzinum ins Spiel gebracht – als Verweis auf das ehemalige Kloster.

Anzeige

Marketingbüro, Experten, Bürger oder Stadtrat?

Zu klären war nun, wer über den Namen entscheiden soll – der Stadtrat, Fachleute und Stadtrat, ein Marketingbüro oder die Bürger. »Ein Marketingbüro könnte Vorschläge entwickeln, der Stadtrat drei oder vier Namen auswählen und die Bürger abstimmen lassen«, schlug Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) vor.

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) fand die Schreibweise KapuTSinum reizvoll. Aber sowohl Fachleute als auch Marketingbüro wollte er nicht zuletzt aus Kostengründen gestrichen wissen. »Ich würde die Entscheidung auch im Stadtrat lassen.« Stefan Namberger (CSU) fand KapuTSinum nicht schlecht, aber: »Das wird so sein wie mit dem Sternbräu. Da trifft sich auch keiner im Hofbräustüberl ...« Er wollte den Stadtrat entscheiden lassen, aber zuvor die Bürger beteiligen und sich das Geld für ein Marketingbüro sparen.

Ursula Lay (UW) wollte die Verbindung zum Kloster im Namen sehen – »das wird alles denkmalgeschützt renoviert, ich bin selber noch in die Klosterschule gegangen, so wie viele Traunsteiner«. Auch sie wollte auf Experten und Marketingbüro verzichten, aber die Bürger ins Boot holen. Uwe Steinmetz (UW) fand das Wort Juwel im Namen sinnvoll, dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) hatte nichts gegen eine Bürgerbefragung, würde aber ein paar Vorschläge vorgeben. Das Ludwigforum verweise auf die Ludwigstraße, »aber KapuTSinum macht schon mehr her«.

Christa Fuchs (CSU) wollte den Bezug zum Kloster besser ausgedrückt wissen: »Es bleibt eine Kirche, die liegt am Klosterberg und wir haben auch die Kindertagesstätte am Klosterberg.« Gegen eine Bürgerbeteiligung hatte auch Hans Zillner nichts einzuwenden, »aber was machen wir, wenn wir eigentlich alle für KapuTSinum sind, und der Bürger etwas anderes will?« Deshalb plädiere er dafür, dass der Bürger vorentscheide und der Stadtrat das letzte Wort habe, so Kegel. Hochgefährlich fand das Waltraud Wiesholler-Niederlöhner, denn wenn der Stadtrat anders entscheide als die Bürger, sei der Ärger vorprogrammiert. Einstimmig entschied der Ausschuss, dass der Stadtrat über den Namen entscheidet – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag.

Debatte über den Zeitpunkt der Eröffnung

Weiter war das künftige Programm Thema der Sitzung. Judith Bader von der Städtischen Galerie stellte erste Veranstaltungen für 2019 vor und meinte, bis zur Eröffnung sollte nach Fertigstellung des Gebäudes nicht zu viel Zeit vergehen, außerdem sollten die terminliche Überschneidung mit Veranstaltungen zum Salinenjahr 2019 und den Chiemgauer Kulturtagen vermieden werden.

Zwischen Ende Mai und Juli 2019 solle die Eröffnung mit der Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein, einer Ausstellung der bisherigen Preisträger für bildende Künste und einer Akademieklasse (angefragt sind München und Wien) sein. Weitere Ausstellungen sollten im August/September die Geschichte des Salzes in Traunstein, im September/Oktober die Frage »Wie wollen wir leben?«, im Oktober/November das Thema »Grenzräume zwischen Romantik und Apokalypse« sowie im Dezember/Januar das Thema »Weitergehen« behandeln. Der Ausschuss schloss sich dem Konzept an. Die Kostenaufstellung soll im Juli Thema sein.

Kegel warnte vor der Eröffnung vor Fertigstellung der Außenanlagen. »Der Bereich vor der Kirche ist dann noch nicht fertig. Lassen sie's regnen, dann können sie die Leute zum Hinterhof rein lassen.« Ursula Lay fand es aber problematisch, die Eröffnung um drei Monate zu verschieben. »Wenn der Hof fertig ist, haben wir doch einen wunderschönen Zugang.« Auch Waltraud Wiesholler-Niederlöhner würde es bedauern, »wenn die Eröffnung hinten angestellt würde. Wir haben da so viel Geld und Energie reingesteckt«.

»Warum nehmen wir nicht die Ausstellung im Mai als Hinweis 'bald geht's los'?« fragte Kegel. Keine Veranstaltung entwerte die andere, es seien lauter Leuchtturmprojekte. Zudem könnte die Ludwigstraße im Mai gesperrt sein – »die Leute fragen sich schon, was das soll, wenn sie nichtmal hin kommen«. Der Stadtrat soll nun im Juni den Eröffnungstermin festlegen.

Aufträge vergeben für die Freiflächen

Der Finanzausschuss stimmte ebenfalls gestern den Vorschlägen für die Vergabe von Aufträgen im Zusammenhang mit den Tiefbauarbeiten im Schul- und Klosterhof zu. Stimmt auch der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung zu, übernimmt die Pflanzarbeiten die Firma Sporn aus Grabenstätt zum Angebotspreis von 30 870 Euro, die Schlosserarbeiten (Geländer, Zäune) die Firma Haistracher aus Traunstein zum Preis von 35 380 Euro und das Gewerk Freianlagen Gartenhaus geht für 16 700 Euro an die Firma Holzbau Wernberger aus Traunstein.

Für die Gestaltung der 4500 Quadratmeter Freianlagen in zwei Bauabschnitten – im Innenhof und vor der Klosterkirche an der Ludwigstraße – waren ursprünglich rund 893 180 Euro veranschlagt. Angesichts der guten Auslastung der Handwerksbetriebe sei die Erhöhung auf inzwischen 948 000 Euro noch absolut im Rahmen, so die Stadtverwaltung und auch etliche Ausschussmitglieder.

Derzeit wird der Klosterhof zur Unterbringung der Funktionsräume wie etwa Umkleiden unterkellert. Im Juli sei die Beschlussfassung, im August die Vergabe und im September der Beginn der Arbeiten für den Kloster- und Schulhof vorgesehen, hieß es. Ab etwa März könnten dann die restlichen Arbeiten zur Ludwigstraße hin stattfinden. coho