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Knappe Entscheidungen im Stadtrat

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Traunstein: Knappe Entscheidungen im Stadtrat
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An der Seite von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) stehen in den nächsten sechs Jahren Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen, links im Bild) und Sepp Kaiser (UW, rechts). (Foto: Pültz)

Traunstein – An der Seite von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) stehen in den nächsten sechs Jahren Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) und Sepp Kaiser (UW). Hümmer vereidigte seine beiden Stellvertreter in der ersten Sitzung des neu gewählten Stadtrats. Vorausgegangen waren zwei spannende Entscheidungen: Mörtl-Körner und Kaiser hatten bei den Wahlen jeweils einen Gegenkandidaten – und in beiden Fällen ergab sich für sie am Ende eine knappe Mehrheit.


Der Stadtrat beschloss zunächst, zwei weitere Bürgermeister als Ehrenbeamte zu wählen. Damit blieb auch das neu zusammengesetzte Gremium auf dem alten Kurs, der in Traunstein Tradition hat. Der OB hat zwei Stellvertreter. So war es – und so bleibt es.

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Eingangs der Wahl des zweiten Bürgermeisters schlug Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) vor, das Amt Burgi Mörtl-Körner zu übertragen. Die Grünen seien bei der Wahl im März die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat geworden. »Wir sehen darin auch eine Verantwortung, der wir uns stellen wollen«, begründete er den Anspruch auf den Posten des zweiten Bürgermeisters – beziehungsweise Bürgermeisterin. Mörtl-Körner sei in Traunstein beliebt, sie gehe auf jeden zu und suche mit ihm das Gespräch. Sie lege ein »sehr großes Engagement« an den Tag und habe »immer das Wohl der Stadt im Auge«.

Robert Sattler (SPD) sprach sich dafür aus, das Amt an Ursula Lay (UW) zu geben. In einer Auflistung vieler Ämter und Aufgaben, die sie übernommen hat, verdeutlichte er, dass sie ein außerordentliches Engagement besitze.

Lay jedoch verzichtete auf eine Kandidatur. Sie zeigte sich »überrascht« und fühlte sich »geehrt« über den Vorschlag von Sattler, sie zur zweiten Bürgermeisterin zu wählen. Aus »Solidarität gegenüber den Fraktionskollegen« verzichte sie aber auf eine Kandidatur.

Wen die Fraktionskollegen favorisierten, brachte dann Vorsitzender Ernst Haider zum Ausdruck: »Wir möchten Sepp Kaiser nominieren.« In die Diskussionen werfe er pragmatische Gedanken, gute Ideen und sinnvolle Worte. Kaiser sei »verwurzelt in den Vereinen« und genieße »großes Ansehen in der Bevölkerung«. Haider sagte auch, dass zwischen Kaiser und dem neuen Oberbürgermeister – der auch der Kandidat der Unabhängigen Wähler gewesen sei – ein »sehr starkes Vertrauensverhältnis« bestehe.

In der geheimen Wahl erhielt Mörtl-Körner 17 Stimmen und Kaiser 13. Und auf einem Zettel stand der Name – obwohl von ihr vor der Wahl nicht die Rede gewesen war – Monika Stockinger (SPD). »Ich werde euch nicht enttäuschen«, versprach Mörtl-Körner nach der Wahl, »ich werde mich sehr zum Wohle der Stadt einsetzen.«

Alsdann schritten die Stadträte zur Wahl des dritten Bürgermeisters. Haider schlug vor, Kaiser dieses Ehrenamt zu übertragen. Peter Forster (SPD) sprach sich dafür aus, Monika Stockinger dieses Amt zu geben. Als Stadträtin habe sie viele Erfahrungen gesammelt, in der Stadt sei sie bekannt, ihr Einsatz für Traunstein sei groß. Und dem OB, nicht nur eine, sondern zwei Frauen als Vertreterinnen zur Seite zu stellen sei in einer Zeit, da Frauen immer noch zu wenige Ämter innehaben, das richtige Zeichen.

Am Ende fiel die Entscheidung denkbar knapp zugunsten von Sepp Kaiser aus: In der geheimen Wahl erhielt er 16 Stimmen, Stockinger 15.