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Knochenbruch und weitere Schwerverletzte – Fünf teils zeitgleiche Groß-Einsätze für die Bergwachten

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Bischofswiesen: Fünf teils zeitgleiche Groß-Einsätze für Bergwachten
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Fotos: Leitner & Angerer, BRK BGL

Bischofswiesen – Zu fünf zum Teil zeitgleichen Einsätzen in Folge wurden am Dreikönigstag die Bergwachten nach schweren Unfällen in der Region gefordert. Eine 38-jährige Teisendorferin, die sich in rund 1250 Metern Höhe an der Schlafenden Hexe das Sprunggelenk gebrochen hatte, und weitere Schwerverletzte mussten von den Rettern ausgeflogen werden.


Tausende Menschen haben das sehr schöne Wetter am Feiertag genutzt und waren am Berg und in den heimischen Wintersportgebieten unterwegs. Dabei kam es allein im Berchtesgadener Land für die Bergwachter und zwei Rettungshubschrauber-Besatzungen am Nachmittag zu fünf Einsätzen.

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Los ging es für die Retter mittags am Jenner-Mitterkaser, wo sich ein 51-jähriger Skifahrer bei einem Sturz so schwer an der Schulter verletzt hatte, dass er nach Erstversorgung durch den Pistenvorsorgedienst der Bergwacht mit dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zur Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen werden musste.

Nahezu zeitgleich gegen 12.15 Uhr meldete ein Bewohner aus Bad Reichenhall ein undefinierbares rotes Objekt östlich des im Herbst neu aufgestellten Gipfelkreuzes am Fuderheustein (1321 Meter). Die Reichenhaller Bergwacht versuchte mit Ferngläsern und einem Teleskop abzuklären, ob dort eventuell ein verletzter Bergsteiger liegt, konnte das Objekt aber nicht einwandfrei identifizieren.

„Christoph 14“ flog deshalb den Bereich rund um den Gipfel ab, nachdem er den Patienten vom Jenner zur Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht hatte und konnte rasch Entwarnung geben: Es handelte sich lediglich um Ausrüstung, darunter ein roter und ein weißer Kanister, ein Eimer und mehrere Bretter, die alle mit Schlingen und Bändern im Absturz-Gelände fixiert waren.

Skitourengeherin verdreht sich das Knie

Die Helikopter-Besatzung und die Bergwacht Berchtesgaden mussten dann zu den Hohen Rossfeldern fliegen, wo sich eine 42-jährige Skitourengeherin das Knie verdreht hatte. Ein Berchtesgadener Bergretter kam als Ersthelfer privat an die Unfallstelle, kümmerte sich um die Frau und trampelte einen Landeplatz für den Hubschrauber in den Schnee. Der Heli flog mit einem Berchtesgadener Bergretter zum Einsatzort, konnte landen, versorgte die Frau und flog sie dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Zeitgleich hatte sich eine 38-jährige Teisendorferin in rund 1250 Metern Höhe am Rotofensattel an der Schlafenden Hexe das Sprunggelenk gebrochen und ausgerenkt. Die Frau stieg mit ihrem Begleiter noch selbst rund 50 Höhenmeter ab. Gegen 13.40 Uhr setzten die beiden Wanderer dann einen Notruf ab. „Christoph 14“ flog nach dem Einsatz auf der Kleinen Reibe von der Kreisklinik Bad Reichenhall direkt weiter zum Rotofensattel und fand die Einsatzstelle an einem Felskopf im Bergwald auf der Nordostseite.

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Von der Eisenrichter Wiese aus brachten der Pilot und der Notfallsanitäter dann den Notarzt und einen Reichenhaller Bergretter am Tau zur Unfallstelle. Die Einsatzkräfte versorgten die 38-Jährige, renkten das Gelenk wieder ein, schienten den Bruch und schützten die Verletzte auf der frostigen Nordseite gegen die Kälte.

„Christoph 14“ flog die Patientin und die Retter dann am Tau ins Tal und die Frau anschließend zum Klinikum Traunstein. Die Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing waren mit sechs Einsatzkräften rund zwei Stunden gefordert. Die Rettungswagen-Besatzung des Teisendorfer Roten Kreuzes stand am Landeplatz bereit, wurde aber nicht mehr benötigt.

Fotos von den Einsätzen am Montag:

Wanderin bricht am Grünstein zusammen

Gegen 15 Uhr ging ein Notruf vom Grünstein ein, wo eine intern erkrankte 51-jährige Wanderin kurz unterhalb der Hütte zusammengebrochen war. Die Bergwacht Berchtesgaden fuhr mit dem Notarzt des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ über die Forststraße zum Einsatzort, wo sich die Lage dann weniger dramatisch als zunächst gemeldet darstellte: Die Frau war wieder stabil und wurde mit dem Fahrzeug ins Tal gebracht. Der Heli konnte ohne Patientin wieder starten.

Die Bergwacht Berchtesgaden hält wie ihre Nachbar-Bereitschaft Ramsau mit ihrem Pinzgauer im Winter ein zweites Rettungsfahrzeug vor, an dem ständig Schneeketten montiert sind. Damit sind auch abgelegene Einsatzorte über verschneite und vereiste Forststraßen in Not-Situationen rasch erreichbar, da sich die Retter die Zeit zum Montieren der Ketten sparen.

Darüber hinaus waren der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes, die Bergwachten, der Pistenvorsorgedienst und mehrere Hubschrauber-Besatzungen während der vergangenen Tage zwischen Weihnachten und Dreikönig mehrmals in den heimischen Wintersportgebieten für verletzte Skifahrer, Schlittenfahrer, Rodler und Spaziergänger im Einsatz. Bereits am 2. Januar gegen 15 Uhr holte „Christophorus 6“ einen Patienten mit verdrehtem Knie vom Stahlhaus am Torrener Joch.

Noch im vergangenen Jahr, am 30. Dezember, versorgte der Vorsorgedienst der Bergwacht gegen 15 Uhr am Jenner-Mitterkaser eine 25-jährige Frau mit einer schwereren Handverletzung, die dann mit dem nachgeforderten Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ abtransportiert wurde.

Am Mittag und am Nachmittag des gleichen Tages waren die Bergwacht, der Landrettungsdienst und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ am Jenner und am Hochschwarzeck für verletzte Wintersportler im Einsatz. Bereits gegen 13 Uhr mussten der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes und die Bergwacht Berchtesgaden in die Schönau ausrücken, wo sie eine 60-jährige Frau im Wald an der Richard-Voß-Straße schwer am Bein verletzt hatte. Die Einsatzkräfte versorgten die Einheimische notärztlich und brachten sie dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

red/BRK BGL


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