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Volle Kraft voraus war das Motto für die Inzellerin Lisa Köstle, die für den Kajak-Klub Rosenheim startet. Der Lohn dafür war der Deutsche Meistertitel 2022 im Sprintrennen beim Wildwasser-Kanu auf der Saalach in Lofer. (Foto: Wegscheider)

Köstle und Weber »schon ein bisschen stolz«

»Wir sind beide sehr zufrieden mit dem Ausgang bei den Deutschen Meisterschaften. Jede von uns hat einen Titel gewonnen und dadurch haben wir uns auch für die U-23-Europameisterschaft qualifiziert. Das macht schon ein bisschen stolz«, freuten sich die beiden Vereinskolleginnen Lisa Köstle aus Inzell und Maria Weber aus Rosenheim, die überwiegend gemeinsam mit ihrem Trainer Konrad Hollerrieth arbeiten.


In der Tat war es eine gelungene Deutsche Meisterschaft auf der Saalach in Lofer, bei der Lisa Köstle den Sprint für sich entscheiden konnte und Maria Weber sich mit einem knappen Vorsprung den Titel im Classic-Rennen holte.  Die Konkurrenz war groß und die Wettkampfstrecke auf der Saalach anspruchsvoll. Allerdings war die Motivation bei den beiden Fahrerinnen des Kajak-Klubs Rosenheim sehr hoch. Sie wurden heuer nicht zur WM mitgenommen und wollten es nun allen zeigen, dass sie es drauf haben.

Am ersten Tag stand der Sprint auf dem Programm. Hier mussten die Teilnehmer zwei Läufe absolvieren, von denen der bessere in die Wertung kam. Lisa Köstle ließ nichts anbrennen, war am Ende in beiden Durchgängen die Schnellste und holte sich mit der Bestzeit von 51,68 Sekunden ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften. Platz zwei mit einem Rückstand von 67 Hundertstelsekunden ging an Sabine Füßer vom KS Augsburg und den dritten Platz belegte Alina Zimmer von der KG Celle (2,26 Sekunden zurück). Maria Weber, die sich mehr auf den langen Strecken wohl fühlt, wurde am Ende Fünfte (2,55 Sekunden zurück).

Besonders spannend war die Entscheidung tags darauf im Classic-Bewerb. Zunächst fuhr Constanze Feine (OA Hamburg) mit 10:56,20 Minuten eine grandiose Bestzeit. Lisa Köstle als nächste Teilnehmerin konnte nicht kontern und wurde am Ende Vierte. Dann war Maria Weber an der Reihe und der Stadionsprecher machte es wirklich spannend.

Bei den Zwischenzeiten lag die junge Rosenheimerin fast gleichauf mit Feine und so musste der Schlussabschnitt entscheiden. Angefeuert von einigen Fans gab Weber nochmal alles und setzte sich um eine Zehntelsekunde vor Constanze Feine an die Spitze. War das schon die Entscheidung? Sabine Füßer konnte ihre eigenen Erwartungen nicht ganz erfüllen und wurde gute Fünfte. Aber es war da ja noch Alina Zimmer, die furios startete und anfangs Top-Zeiten hinlegte. Bis 200 Meter vor dem Ziel lag sie noch gleichauf mit Weber und Feine, machte dann aber einen kleinen Fehler bei einer großen Welle und belegte mit 1,40 Sekunden Rückstand letztlich den dritten Platz.

Das war am Ende ein sehr enges und spannendes Rennen mit Maria Weber als glücklicher Siegerin. »Ich freu' mich so richtig über meinen ersten Titel bei den Senioren und am Ende hatte ich das Glück auf meiner Seite«, ist sich die sympathische Rosenheimern durchaus bewusst.

Mit den Titelgewinnen haben sich die beiden Sportlerinnen des Kajak-Clubs Rosenheim direkt für die U-23-Europameisterschaften qualifiziert, die in in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) stattfinden. Köstle und Weber hoffen dort natürlich auf gute Ergebnisse, eventuell sogar auf Medaillen. Doch bis dahin gilt es noch so einige Trainingskilometer abzuspulen, überwiegend auf dem Inn.

»Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften haben wir natürlich auch einige Male auf der Saalach trainiert und den Heimvorteil genutzt«, erzählt Lisa Köstle mit einem Lächeln. »Unser langjähriger Trainer Konrad Hollerrieth (Oberaudorf) war ja viele Jahre selbst ein sehr erfolgreicher Wildwasserkanute (unter anderem Weltmeister) und weiß, was für Maria und mich gut ist. Er bereitet uns sehr gut auf große Erfolge vor.«

hw