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Zweites Herzschlagfinale

Kombinierer Rydzek bezwingt Frenzel erneut in Seefeld

Das Seefeld-Triple der Nordischen Kombinierer entwickelt sich zu einem Krimi. War es in den vergangenen Jahren stets eine Ein-Mann-Frenzel-Show, so trennt die beiden Erstplatzierten vor dem Finaltag nur eine Zehntelsekunde.

Knapp
Johannes Rydzek (l) setzt sich knapp gegen Eric Frenzel durch. Foto: Matthias Schrader Foto: dpa

Seefeld (dpa) - Bundestrainer Hermann Weinbuch schüttelte nach dem Krimi in der Nordischen Kombination nur den Kopf.

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«Zwei Athleten auf ein und demselben Niveau hatte ich noch nie. Unglaublich, was die beiden leisten», kommentierte der Coach nach dem zweiten Herzschlagfinale zwischen Johannes Rydzek und Eric Frenzel innerhalb von 24 Stunden.

Wie am Vortag hatte der Weltmeister aus Oberstdorf die Schuhspitze eher über die Ziellinie des Kombinierer-Etappenrennens gebracht. Eine Vorentscheidung, wer die Gesamtwertung des begehrten Seefeld-Triple für sich entscheidet, ist nicht gefallen. Vor dem entscheidenden Tag mit zwei Sprüngen und dem 15-Kilometer-Lauf hat Rydzek nur eine Zehntelsekunde Vorsprung auf den Olympiasieger.

«Ich genieße den Moment, am Sonntag kann schon wieder alles anders sein», sagte Rydzek nach seinem zweiten Seefeld-Sieg, mit dem er auch wieder in das Gelbe Trikot des Gesamtführenden im Weltcup schlüpfte. «Das ist ein schöner Nebeneffekt, aber im Augenblick total nebensächlich», erklärte der Allgäuer, der sich wieder auf seine Spurtstärke verlassen konnte. «Diesmal hat Eric die Innenbahn etwas später freigegeben. Da muss er noch cleverer werden, wenn er den Johannes bezwingen will. Drauf hat er es jetzt aber», sagte Weinbuch.

Im Saisonverlauf haben sich seine beiden Top-Athleten immer weiter angenähert. «Erst hatte Eric im Springen den entscheidenden Vorteil, den hat Johannes aufgeholt. Dann war er im Lauf stärker, da hat nun Eric aufgeschlossen. Jetzt entscheiden zwischen beiden nur noch Nuancen und die Tagesform», analysierte der Bundestrainer.

Frenzel sieht die verlorene Alleinherrschaft in der Kombination noch nicht tragisch. «So ist es im Spitzensport. Da geht es immer auf und ab. Ich weiß, dass ich auf der Schanze zulegen muss, um wieder ganz vorn zu sein. Ich arbeite dran», meinte der Oberwiesenthaler.

Das könnte am Sonntag bereits den Ausschlag geben. «In der Loipe nehmen wir uns nicht viel. Aber auf der Schanze zwei gleichstarke Sprünge abzuliefern, ist nach den zwei anstrengenden ersten Tagen nicht einfach», sagte Rydzek, der bei Frenzels Antritt am letzten Berg ans Limit gehen musste. «Das hat enorm Kraft gekostet. Und mit Rückstand in die 15 Kilometer gehen zu müssen, wäre nicht so gut», erklärte er. «Die muss man sich ganz anders einteilen als bei einem Zehner. Es wird wieder sehr spannend.»