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»Rock am Rathaus« zieht wieder Hunderte von Musikfans an

»Kommt doch bitte näher an die Bühne«

Berchtesgaden – Einmal im Jahr will die Berchtesgadener Jugend im Markt so richtig abrocken.

Machte gleich richtig Druck: »GroWn UpZ« aus Teisendorf. Weitere Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: Tessnow)
Charismatischer Frontmann: Rupert Karl von »Manchester Snow«.
Erst einmal zuhören: Die begehrtesten Plätze waren bei »Rock am Rathaus« unter den Sonnenschirmen.

Auch heuer und mittlerweile zum neunten Mal organisierte die »Jugend-AG« um Referentin Sabine Wimmer mit ihrem Team das einzigartige Open-Air-Festival. Ein Songwriter und vier poppig rockige Bands wollten am Samstag auf dem Rathausplatz den zahlreichen Festivalbesuchern wieder ordentlich einheizen. Doch das war an diesem Abend nicht so leicht.

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Eigentlich war alles perfekt. Top Open-Air-Wetter, perfekte Organisation und fünf Liveacts, die alles gaben. Doch so intensiv sich alle Interpreten am Samstagabend vor dem Rathaus musikalisch mühten und zum Tanzen animierten, blieb ein Großteil des Publikums eher gemütlich auf den Bierbänken sitzen oder man versammelte sich an den Stehtischen und in kleinen Grüppchen bis zum Schlossplatz.

Für Songwriter Dominik McNeder war es nicht einfach, das Festival zu eröffnen. So sehr er sich auch mit charismatischer Stimme und eigenen Protestsongs abrackerte. Es verlor sich anfangs nur eine überschaubare Menge von Musikfans vor der Bühne und das Thermometer stand noch bei fast 30 Grad. Für manche galt es erst einmal, ein kühles Bier zu zischen oder einfach nur zu chillen.

Mit der Teisendorfer Band »GroWn UpZ« wehte dann die erste frische Brise über das Festivalgelände und leichte Pogoübungen wurden angesetzt. Die Indie-Punk-Band kam mit frechen Texten daher und versuchte die Leute an die Bühne zu locken, doch das war an diesem Abend ein schweres Unterfangen. Auch während des Auftritts der Wiener Band »Coldhands« genoss das Publikum die Musik eher als angenehme Begleiterscheinung einer schönen Frühsommernacht.

Ebenfalls gab die Berchtesgadener Band »Jaywalk« wie gewohnt alles, hatte aber genauso zu kämpfen, um ordentlich für Stimmung zu sorgen. Frontmann Detlev Knoll bat das Publikum mehrfach, doch dichter an die Bühne heranzukommen. Ähnlich verhielt es sich während der Performance des Salzburger Trios »Manchester Snow«. Irgendwie wollte der Funke an diesem fünfstündigen Festivalabend nicht so, wie von den Bands erwartet, überspringen. Erfreulich hingegen, dass nicht nur Jugendliche das Open-Air besuchten und der Abend friedlich verlief. Die Security hatte alles problemlos im Griff und laut Aussage der Polizei gab es keine besonderen Vorkommnisse. Jörg Tessnow