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Kommt doch eine Ampel an die B304 in Oberteisendorf?

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Im Bereich der Einmündung der Straße »An der Ache« könnte eine Bedarfsampel zur sicheren Straßenüberquerung eingerichtet werden. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Die Pläne zur verkehrsberuhigten Umgestaltung der Bundesstraße 304 durch Oberteisendorf sind weit fortgeschritten. Auf dringenden Wunsch der Anlieger hat die Gemeinde aber noch einmal prüfen lassen, ob eine Ampellösung, entgegen der derzeitigen Planung, doch sinnvoll und machbar ist. Ein Fachbüro kam zu dem Schluss, dass nur eine Bedarfsampel möglich wäre.


Die Prüfung wurde vom Ingenieurbüro für Verkehrsuntersuchungen im Orts- und Stadtbereich INGEVOST im Auftrag der Gemeinde durchgeführt. Der Verkehrs- und Stadtplaner Christian Fahnberg wies von Anfang an darauf hin, dass die Einmündung von drei Straßen in die Bundesstraße und die fehlende Linksabbiegespur in die Holzhausener Straße eine Ampellösung sehr schwierig machen.

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Im Oktober 2016 hat INGEVOST dort per Video acht Tage lang sowohl den Kraftfahrzeugverkehr als auch die Querungen der Fußgänger aufgezeichnet und daraus 40 Stunden ausgewertet. In dieser Zeit gab es 550 Querungen, davon nur zwanzig Prozent an der derzeitigen Querungshilfe vor dem Gebäude der Kinderkrebshilfe. Der überwiegende Teil der Personen hat die B 304 in Höhe der Brücke über die Oberteisendorfer Ache überquert. Daher sahen die Planer den geeigneten Standort für eine Ampel nicht dort, wo derzeit die Querungshilfe ist, sondern in etwa bei der Einmündung der Straße »An der Ache«. Ob die Ampel an dieser Stelle realisiert werden kann, wurde dann mit Hilfe einer mikroskopischen Verkehrssimulation geprüft.

Die Ergebnisse stellte Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer dem Gemeinderat vor. Anhand der Simulation konnten sich die Gemeinderäte ein Bild vom Verkehr auf der B 304 machen, wenn dort eine Ampel installiert wäre. Dabei wurden verschiedene Annahmen zu Freigabe- und Umlaufzeiten angenommen. Diese Zeiten müssen so festgelegt werden, dass der Fußgänger sicher über die Straße kommt, die Wartezeiten für ihn noch zumutbar sind und der Verkehr noch abfließen kann. Ammerl kam zu dem Ergebnis, dass an der erwähnten Stelle eine Bedarfsampel möglich wäre, wies aber auch darauf hin, dass eine Ampellösung trotz aller Optimierungen immer Einschränkungen für den Verkehr auf der B 304 mit sich bringt.

Viele Gemeinderäte waren mit der vorgestellten Lösung einverstanden. Allerdings gab es Bedenken, dass damit für Schulkinder und Kirchgänger ein Problem bei der Überquerung der Dorfstraße entstehen könnte. Diese Straße ist als Anbindungsstraße zur Autobahn stark befahren. »Es wird keine Musterlösung geben«, meinte Gernot Daxer (CSU). Aber die jetzt vorgestellte Lösung sei ein guter Vorschlag. Dem schlossen sich Sissy Lang (FWG) und Georg Quentin (SPD) nicht voll an. Lang wies auf die zusätzliche Lärmbelästigung für die Anwohner der B 304 hin. Das Anfahren an der Ampel sei immer sehr laut. Quentin betonte noch einmal, dass das notwendige Überqueren der Staatsstraße nicht ungefährlicher sei, wie das der B 304. Edwin Hertlein (Grüne) schlug vor, dieses Problem durch die Einführung eines Tempolimits auf 30  km/h zu entschärfen.

Letztendlich befürwortete der Gemeinderat einstimmig für eine Bedarfsampel auf Höhe der Ache. Falls dieser Vorschlag von der Unteren Verkehrsbehörde des Landratsamts weiter verfolgt werde, müsse auch eine Lösung für die Staatsstraße gesucht werden, meinte Bürgermeister Thomas Gasser abschließend. kon