weather-image

Kommt ein Drogeriemarkt nach Siegsdorf?

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Hinter der jetzigen Norma-Filiale zwischen Autowerkstatt/Tankstelle und dem Wald sollen ein größerer Norma-Markt und ein Drogeriemarkt entstehen. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Mit zwei aufwändigen Änderungsverfahren von Bebauungsplänen hat sich der Gemeinderat Siegsdorf in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Mit der Änderung des Bebauungsplans »Siegsdorf Nordwest« im Bereich der Tankstelle sollen die Grundlagen für die Vergrößerung des Norma-Markts und dem Neubau eines Drogeriemarkts geschaffen werden.


Das Grundstück zwischen der Straße »Am Himmelreich« und dem Gelände des Norma-Markts ist seit 2005 als Mischgebiet mit drei größeren Gebäuden zur Gewerbe- und Wohnnutzung überplant, die Besitzer haben ihre damaligen Pläne aber nie umgesetzt. Nun möchte der Bauwerber, der Besitzer des Norma-Grundstücks, den bestehenden Markt mit 520 Quadratmeter Brutto-Geschoßfläche abreißen und im Bereich hinter der Autowerkstatt und der Tankstelle mit vergrößerter Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern wieder neu errichten.

Anzeige

Zusätzlich soll dabei ein Drogeriemarkt mit einer Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern entstehen. Das Gelände des bisherigen Markts würde dann als Parkfläche genutzt und zur besseren Anbindung an die Traunsteiner Straße auf Straßenniveau angehoben werden. Dazu müsste das derzeitige Mischgebiet in ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel umgewidmet werden.

Eine »vorhabenbezogene Änderung zur Nachverdichtung im Innenbereich« könnte dabei im beschleunigten Verfahren erfolgen. Nach der aktuellen Überarbeitung des Landesentwicklungsplans hat auch die Regierung von Oberbayern das Vorhaben bereits positiv bewertet.

Willi Geistanger äußerte im Namen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen deutliche Bedenken gegen das Vorhaben, vor allem aufgrund der Verdoppelung der Verkaufsfläche, für die die Fraktion keinen Bedarf sieht. Die Schaffung eines Drogeriemarkts wäre zu begrüßen, allerdings in der Ortsmitte und nicht am Ortsrand. Bürgermeister Kamm konnte die Bedenken nicht nachvollziehen, die Definition Ortsmitte – Ortsrand sei immer diskutierbar, meinte er, aber ein besserer Standort sei derzeit nicht zu erkennen.

Mehrere Sprecher aus UW und CSU plädierten für das Vorhaben des Antragstellers an Stelle eines unattraktiven Wohnstandorts und in unmittelbarer Zentrumsnähe. Rainer Klapfenberger (SPD) hoffte dabei auf eine deutliche Verbesserung der Zufahrtssituation, die derzeit teilweise haarsträubend unübersichtlich und gefährlich sei.

Bei vier Gegenstimmen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen brachte der Gemeinderat das Änderungsverfahren gemäß den Entwürfen der Firma Wimmer aus Passau auf den Weg; alle Kosten gehen zu Lasten des Antragstellers.

Die Firma Nowofol Kunststoffprodukte aus Siegsdorf möchte expandieren und hat dazu von der Gemeinde ein Grundstück nördlich des Gewerbegebiets »Am Sportplatz« erworben. Nun soll der Gemeinderat mit dem Änderungsverfahren die baurechtlichen Grundlagen für ein neues Betriebsgebäude schaffen. Das Gelände des Plans umfasst den Bereich der Sportanlagen zwischen der Autobahn 8 im Süden und der neuen Erschließungsstraße im Norden sowie der Straße nach Gastag und der Geländestufe im Westen. Es wird als Industriegebiet gewidmet werden.

Kamm stellte Pläne von Nowofol vor

Bürgermeister Thomas Kamm stellte dem Gremium die bereits bekannten, grundsätzlichen Planungen für das künftige Betriebsgelände vor, die in einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren in drei Bauabschnitten umgesetzt werden sollen. Für Bauabschnitt eins mit dem mittleren, größten Gebäudeteil plant die Firma Nowofol bereits im nächsten Jahr den Baubeginn. Durch die ersten beiden Bauabschnitte, in einem Zeitraum von etwa fünf Jahren, würden auch die nördlichen Trainingsplätze des Sportgeländes noch unberührt bleiben. Die Firma Nowofol hat der Gemeinde aber auch die Verlegung der Übungsplätze auf das Firmengrundstück gegenüber dem Hauptplatz zugesagt.

Naturschutzrechtliche Erhebungen wurden bereits erarbeitet, ein aufwändiges Grünflächenkonzept ist in Arbeit und auch die schalltechnischen Stellungnahmen sind bereits eingearbeitet. Einstimmig brachte der Gemeinderat den Änderungsbeschluss auf den Weg, bereits ab Juni soll eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der betroffenen Behörden mit öffentlicher Auslegung der Planungsunterlagen erfolgen. FK

Dieses Video könnte Sie auch interessieren: