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In ihrer Aufstellungsversammlung wählten die CSU-Delegierten des Stimmkreises Traunstein CSU-Kreisgeschäftsführer Konrad Baur zum Direktkandidaten für die Landtagswahl und Bezirksrätin Annemarie Funke zur Direktkandidatin für die Bezirkstagswahl 2023. (Foto: M. Müller)

Konrad Baur ist CSU-Direktkandidat für den Landtag

Übersee – Die CSU im Stimmkreis Traunstein sieht sich nach ihrer Aufstellungsversammlung im Wirtshaus Feldwies für die Wahlen zum bayerischen Landtag und oberbayerischen Bezirkstag im Herbst kommenden Jahres bestens gerüstet und will nun mit Schwung in den Wahlkampf ziehen. Die Landtagswahl sei die »Mutter aller Schlachten« und entscheide über die Stärke der CSU, unterstrich der CSU-Kreisvorsitzende und Landrat Siegfried Walch, der die Versammlung leitete.


Ins Rennen um ein Landtags-Direktmandat schickten 106 der 111 anwesenden Delegierten aus dem Stimmkreis Traunstein den CSU-Kreisgeschäftsführer und Fraktionsvorsitzenden im Traunsteiner Stadtrat Konrad Baur. Er konnte 99 Prozent der Stimmen (relative Stimmenanzahl/vier waren ungültig) auf sich vereinen. Auf die Frage von Wahlleiter Justus Pfeifer, ob er die Wahl annehme, sagte Baur: »Sehr gerne, vielen Dank, das ist echt unglaublich«. Zuvor hatte der 34-Jährige davon gesprochen, dass er sich für »eine der schönsten Aufgaben« bewerbe, »die unserer Region zu bieten hat«. Mit ihm werde es einen Generationswechsel geben, »aber ganz sicher keinen Bruch im leidenschaftlichen Einsatz für unsere Heimat«.

Zur CSU-Direktkandidatin für den Bezirkstag wählten die Versammelten Bezirksrätin Annemarie Funke. Auf sie entfielen 109 der 111 abgegebenen Stimmen (99,1 Prozent relative Stimmenanzahl/eine war ungültig). Funke möchte im Bezirkstag weiterhin viel Positives bewirken und dessen Arbeit und Erfolge transparent machen.

Per Akklamation zu Listenkandidaten bestimmt wurden die Nachwuchspolitiker Franziska Böhnlein für den Landtag und Lukas Niederberger für den Bezirkstag. Sie waren bereits im CSU-Stimmkreis Berchtesgadener Land zu Listenkandidaten bestimmt worden. Um ihre Wahlchancen zu erhöhen, hat man sich auf sie als gemeinsame Kandidaten verständigt.

Vor mittlerweile fast 15 Jahren habe ihm sein Vater mitgegeben: »Jetzt geh halt mal zur JU – des schad' dir gar nix!«, betonte Konrad Baur zu Beginn seiner Bewerbungsrede und schob hinterher: »Recht hat er gehabt!« Es sei ihm immer wichtig gewesen, auch für andere Verantwortung zu übernehmen und selbst mitzugestalten an der Zukunft. Baur, der Jahre lang JU-Kreisvorsitzender war, seit 2020 das Amt des CSU-Fraktionsvorsitzenden im Traunsteiner Stadtrat inne hat, als Schatzmeister der JU Bayern fungiert und im CSU-Bezirksvorstand sitzt, betonte, dass ihm die Leistungsträger in der Gesellschaft, die arbeitende Bevölkerung, besonders am Herzen liegen. Leistung müsse sich lohnen. Gerade in diesen Krisenzeiten brauche es »eine Politik der bürgerlichen Mitte«, um für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Die Energiekrise sei »nicht mit Ideologie«, sondern nur mit Innovation und Technologie und vor allem dem schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien zu meistern. »Bayern ist Spitze bei Sonne, Wasser und Biomasse«, so Baur. Als CSU sei man für die Nutzung der Wasserkraft an der Salzach. Gerade bei der Energiewende müsse man den Fokus noch mehr auf regionale Wertschöpfung legen.

Kurz vor Baurs Wahl ergriff Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Ramsauer das Wort und sprach von einem »denkwürdigen Tag« mit wichtigen personellen Weichenstellungen. Er sei davon überzeugt, dass Baur die großen Fußstapfen, die ihm die früheren Stimmkreisabgeordneten Ludwig Huber und Alois Glück hinterlassen hätten und Klaus Steiner hinterlassen werde, »hervorragend beschreiten und ausfüllen kann«.

Bezirksrätin Annemarie Funke stellte klar, dass sie sich auch in einer möglichen dritten Amtsperiode im Bezirkstag »mit Besonnenheit und fachlichem Sachverstand« an die Arbeit machen werde. Der Bezirk sei in besonderem Maße für den großen Bereich Soziales zuständig und dafür seien im Verwaltungshaushalt 2,1 Milliarden Euro eingestellt, so die CSU-Politikerin, die auch im Traunsteiner Kreistag und im Bergener Gemeinderat sitzt und der CSU Bergen vorsteht. »Es sind die Hilfen für die Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen, es sind die individuellen Hilfen, aber auch Projekte im Bereich der Denkmalpflege, des Sports oder kultureller Einrichtungen im Landkreis, dies macht unsere Arbeit als ehrenamtliche Mandatsträger im Bezirk aus«, erläuterte die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein gGmbH. Das Konzept »Bezirk 2030« entwickle man, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Auch die jungen Listenkandidaten Franziska Böhnlein und Lukas Niederberger stellten sich und ihre politischen Ziele vor. Die Vorfreude auf den Wahlkampf war ihnen anzumerken. Die CSU-Kreisvorsitzende des Berchtesgadener Lands, Landtagsabgeordnete und Staatsministerin Michaela Kaniber machte sich vor der Abstimmung nochmals für sie stark: »Wir geben der Jugend eine Chance, sie haben es verdient, weil sie es können«. Es gehe um einen erfolgreichen Erneuerungsprozess, um eine gute Mischung aus Bewährtem und Neuem. Die CSU werde Volkspartei bleiben, wenn sie die Probleme klar benenne und Lösungen finde. Man müsse zu seinen Werten stehen und das »C« im Namen hochhalten.

Auf 33 Jahre im Landtag, zunächst als persönlicher Referent bei der CSU-Landtagsfraktion und von Alois Glück und seit 2008 als Stimmkreisabgeordneter mit verschiedenen parlamentarischen Schwerpunkten blickte Klaus Steiner bei seinem »Heimspiel« zurück. Sein Entschluss, nicht mehr für eine vierte Legislaturperiode zur Verfügung zu stehen, sei bei ihm schon vor drei, vier Jahren gereift. »Ich gehe nicht mit Wehmut, ich gehe mit Freude«, so der 68-Jährige. Er wolle einen Beitrag leisten, die Partei neu aufzustellen und »das Schaufenster der CSU neu zu dekorieren«. Es gebe viele Menschen mit neuen Lebensentwürfen, Lebensstilen und Überzeugungen, darauf müsse man sich einstellen. Viel Applaus erhielt Steiner auch bei seiner Ehrung für 50 Jahre CSU-Mitgliedschaft. Der Überseer CSU-Ortsvorsitzende Jan Kühne würdigte dabei dessen Verdienste und Leistungen.

mmü