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Konzert über die Liebe in all ihren Facetten

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Das Lebeau-Trio mit Eric Lebeau (Gesang und Gitarre), Sigrid Gerlach-Waltenberger (Akkordeon, links) und Leonore von Stauss (Klavier) nahm die Besucher im Isinger Saal mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Facetten der Liebe, die in den französischen Chansons einen wunderbaren Ausdruck gefunden haben. (Foto: Hans Eder)

»Toujours l’amour« – »Immer die Liebe«: Das ist das immer wiederkehrende Thema der meisten französischen Chansons. So hatte auch das Lebeau-Trio seinen Auftritt im Isinger Saal auf Gut Ising unter dieses unerschöpfliche Thema gestellt.


Der Saal war zur Freude des veranstaltenden Vereins KulturGut Ising so gut wie voll besetzt und die Besucher – bei weitem nicht nur Faschingsmuffel, die in der Einladung besonders angesprochen worden waren – hatten ihre Freude an den Liedern der drei gut aufgelegten Interpreten: Eric Lebeau (Gesang und Gitarre), Sigrid Gerlach-Waltenberger (Akkordeon) und Leonore von Stauss (Klavier).

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Ihr Programm war ein bisschen das »Who is who« der französischen Chansons-Größen. Namen wie Jacques Brel, Georges Brassens, Georges Moustaki, Serge Gainsbourg oder Claude Nougaro haben bis heute ihren schillernden Klang nicht verloren, ganz zu schweigen von der Königin des Chansons, Edith Piaf. In diesen erlauchten Kreis hat es – zumindest im Programm des Lebeau-Trios – auch ein Deutscher geschafft, was vom Publikum durchaus goutiert wurde: Reinhard Mey, der sich auch in Frankreich unter seinem Künstlernamen »Frédérik« einen hohen Bekanntheitsgrad erworben hat.

Ausdrucksstark in Gestik und Mimik trug Eric Lebeau seine Lieder vor, die er zuvor auch immer etwas erläuterte beziehungsweise übersetzte. Virtuos begleitet wurde er von seinen meisterhaft aufspielenden Musikerkolleginnen, die so begeisternd und temperamentvoll aufspielten, dass die Instrumente stellenweise den Gesang ein Stück weit in den Hintergrund drängten. Der wohltemperierte Klaviervortrag von Leonore von Stauss und die oft melancholisch klingenden Melodien des Akkordeons, das Sigrid Gerlach-Waltenberger sehr einfühlsam spielte, verliehen dem Abend seinen besonderen Reiz – der höchstens noch von der faszinierenden Melodie einer Säge übertroffen wurde. Lebeau entlockte nämlich mit einem Geigenbogen einer langen Säge unglaubliche Klänge und verlieh damit Edith Piafs »Hymne an die Liebe« (»L’hymne à l’amour«) noch zusätzlichen Reiz – ein wirklich eindrucksvolles Klangerlebnis.

Die Besucher des Chansonabends erlebten ein Kaleidoskop all dessen, was die Liebe so mit sich bringt und was der eine oder andere schon selber so erlebt haben mag. »Was wäre ich ohne dich«, fragt etwa der Dichter Louis Aragon in seinem von Jean Ferrat vertonten Gedicht. Der Chansonnier Bénabar will in seinem Lied seine Muriel wieder zurückhaben. Und Zoff mit Cécile gibt es im gleichnamigen Lied von Claude Nougaro: Sie will ein Kind haben, er nicht.

Begeisterte Liebe pur trägt dagegen Reinhard Mey bei, als er seine (erste) Frau Christine, eine Französin, besingt: »Christine, ma belle, ma douce, ma jolie«. Zu diesem Lied konnte Eric Lebeau eine Jugenderinnerung beitragen, auch eine erste Liebe sozusagen. Reinhard Mey war ja in Frankreich bereits sehr bekannt, als Lebeau mit 13 Jahren seine Liebe zur Gitarre entdeckte.

Mit Jacques Brels Chanson »Mathilde« endete der erste Teil des Konzerts. Brel habe, wie die Akkordeonistin Gerlach-Waltenberger erzählte, »die Frauen geliebt, vergöttert und gleichzeitig gehasst«. Passend dazu der Text des Liedes: »Verdammte Mathilde, du bist wieder da.« Auch nach der Pause tauchte Brel noch mit zwei seiner Lieder im Programm auf, unter anderem mit dem bekannten »Ne me quitte pas« (»Verlass mich nicht«). Von Georges Moustaki stammt das Lied von »Sarah«. Mitunter waren dann quasi zur Entspannung auch Texte dabei, die eher lustig beziehungsweise sarkastisch rüberkamen – so etwa die Liaison zwischen einem Hahn und einer Uhr (von Claude Nougaro) oder die Geschichte eines Schaffners, der zeitlebens immer kleine Löcher zwicken muss (Serge Gainsbourg); beide Episoden enden tragisch. Natürlich ging das Konzert nicht ohne Zugaben zu Ende. Da kam nochmals so richtig Stimmung auf mit den bekannten Chansons »La maladie d’amour« von Michel Sardou und »Les Champs Elysées« von Joe Dassin.

Die Mitglieder des Trio Lebeau haben sich vor 20 Jahren während des Studiums am Salzburger Orff-Institut kennengelernt und musizieren seither miteinander. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens soll heuer eine weitere CD eingespielt werden. Hans Eder