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Kostenintensive Bauprojekte stehen in Traunreut an

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Der Komplex des Wilhelm-Löhe-Förderzentrums (im Vordergrund) muss entweder komplett saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Dafür ist eine Summe von 33 bis 40 Millionen Euro im Gespräch. (Foto: Diakonisches Werk)

Traunreut – 958 Mitarbeiter erwirtschaften beim Diakonischen Werk Traunstein, das in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting tätig ist, Umsatzerlöse in der Größenordnung von gut 38 Millionen Euro. Dem stehen Ausgaben von rund 37,5 Millionen Euro gegenüber.


Damit ergibt sich ein Betriebsergebnis von rund 442 000 Euro. Diese und viele andere Zahlen erfuhren die Mitglieder der Diakonie bei der Jahreshauptversammlung im Wilhelm-Löhe-Zentrum in Traunreut.

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Dahinter stehen stationäre und ambulante Angebote für junge Menschen mit Behinderung und psychischen Problemen, für Senioren und Flüchtlinge sowie die Ausbildung des fachlichen Nachwuchses. Dekan Peter Bertram als Vorsitzender des Kuratoriums des Diakonischen Werks fasste die Motivation für die gesamte Arbeit der Mitarbeiter unter dem Bibelwort »Einer trage des anderen Last« zusammen und fügte an: »Alles, was Jesus will, ist damit gesagt.« Dazu sei es aber notwendig, den anderen in seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und bereit und fähig zu sein, ihm Hilfen anzubieten. »Daran«, so der Dekan, »kann man sich das ganze Jahr über abarbeiten.«

»Licht und Segen sein für die Region«, das sei das Ziel der Arbeit des Diakonischen Werks: Damit leitete Vorstand und Geschäftsführer Andreas Karau seinen Bericht ein, bei dem räumliche Engpässe im Vordergrund standen. Vor allem im Fachbereich Schule und Bildung bestehe »enormer Handlungsbedarf«. Dabei liege der Schwerpunkt auf dem Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut: Derzeit seien Überlegungen am Laufen, ob die in die Jahre gekommenen Gebäude saniert oder neu gebaut werden sollen. In jedem Fall müsse das Projekt europaweit ausgeschrieben werden, schließlich stünden je nach Variante Kosten von 33 bis 40 Millionen Euro im Raum.

Auch bei den beiden Fachakademien für Sozialpädagogik bestehe großer Erweiterungsbedarf aufgrund stark steigender Zahlen von Studierenden. In Mühldorf hoffe man, ab dem kommenden Schuljahr vom Landkreis ein benachbartes Gebäude mieten zu können. In Traunstein gebe es intensive Gespräche, wie eine bedarfsgerechte räumliche Entwicklung realisiert werden könne.

Im Fachbereich Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe freut man sich über zwei neue Angebote im Landkreis Altötting. Auf einem umgebauten Bauernhof in Schlehberg bei Kirchweidach ist eine therapeutische tiergestützte Wohngruppe für Mädchen mit emotionalen und psychosozialen Schwierigkeiten eingerichtet worden. In Altötting wurde ein Zwei-Familien-Haus gekauft, in dem junge Männer mit Migrationshintergrund ambulant betreut werden. Dafür verantwortlich ist die neue Geschäftsbereichsleiterin Wohngruppen Nord, Evelyn Rauchberger.

Dagegen wurden im Landkreis Traunstein vier frühere stationäre Wohngruppen für minderjährige Flüchtlinge aufgelöst; für die Plätze wurden neue bedarfsgerechte Wohn- und Betreuungsangebote für Jugendliche entwickelt.

Im Fachbereich Seniorenhilfe, organisatorisch in die Diakonie Service & Pflege gGmbH ausgegliedert, wird laut Karau intensiv daran gearbeitet, die Anforderungen der neuen gesetzlichen Regelungen im »Pflege- und Wohnqualitätsgesetz« sowie im »Pflegestärkungsgesetz« in den täglichen Betrieb umzusetzen, was auch Auswirkungen auf die Gebäude habe. Dank einer großzügigen Spende der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung konnte zusätzliches Personal eingestellt werden, um mehr Zeit für Bewohner einzusetzen und Pflegekräfte zu entlasten.

Im Fachbereich Soziale Arbeit liege der Schwerpunkt auf dem Flüchtlingsthema. So sei die Asylsozialberatung erweitert worden: Allein im Landkreis Traunstein gebe es statt bisher rund 2000 zu beratenden Flüchtlingen 10 000 mehr. Dafür investieren evangelische Kirche und Diakonisches Werk 150 000 Euro an Eigenmitteln.

Der Krisendienst Psychiatrie, der an 365 Tagen im Jahr erreichbar ist, hat im vergangenen Jahr 1172 Menschen beraten, 215-mal wurden Hilfesuchende von Mitgliedern des Krisendienst-Teams aufgesucht. Die Gebietskoordination des Krisendienstes leitet Hermann Däweritz von der Diakonie. Im Fachbereich Sozialpsychiatrie gibt es demnächst einen Wechsel: Der langjährige Leiter Sepp Ramstetter geht in Rente, für ihn folgt ab August Stefan Rösler, bisher bei der bayerischen Staatsverwaltung.

An der Geschäftsstelle des Diakonischen Werks in Traunstein gebe es inzwischen eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, und auch an der Verbesserung der räumlichen Rahmenbedingungen werde derzeit intensiv gearbeitet, so Karau. Er würdigte abschließend neben allen Mitarbeitern die Stiftungen, die die Arbeit der Diakonie mit viel Geld unterstützen: die Dr.-Johannes-Heidenhain-Stiftung, die Unterforsthuber-Stiftung sowie die Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung. he