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Kräftiger Applaus und stehende Ovationen

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Alpenländische Volksmusik erklang bei der Erntedank-Matinée in der Pfarrkirche St. Martin in Unterwössen. (Foto: Flug)

Unterwössen – Mit einem begeisterten, lang anhaltenden Applaus und stehenden Ovationen ging die Wössner Erntedank-Matinée in der Pfarrkirche St. Martin zu Ende. Wieder waren die Besucher aus nah und fern zu der Traditionsveranstaltung gekommen, bei der heuer doch vieles anders war.


Die Matinee hatten der Unterwössner Pfarrer Monsignore Franz Niegel und die »Walchschmied Buam« ins Leben gerufen. Die Zielrichtung gab Monsignore Niegel vor: »Zwanglos singen und musizieren, bayerisch und alpenländisch.« – »Monsignore Niegel ist zwar letztes Jahr verstorben, aber irgendwie ist er noch da«, sagte Gesamtleiter und Moderator Otto Dufter bei der Matinée.

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Neu war die musikalische Besetzung mit ausschließlich jungen Leuten. Dufter schrieb folgerichtig über das Programm der Matinée: »Diese Jugend von heute«. Die jungen Sänger und Musikanten überzeugten auf ganzer Linie. Sie musizierten und sangen auf hohem Niveau, einem Niveau, das ihnen schon verschiedene Preise im Wettbewerb »Jugend musiziert« oder den »Wasserburger Löwen« einbrachte.

Eigentlich sollte die Jugendkapelle Wössen die Veranstaltung eröffnen, doch die hatte einen Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen zu absolvieren. Die Formation »Grass Brass« aus der Musikschule Grassau sprang ein, deren Mitglieder Jakob Wander und Florian Rödler (beide Trompete), Stefan Hildebrand (Horn) und Vinzenz Wiedemann (Bassposaune) noch keine 20 Jahre alt sind. Gesang steuerten die »Starnberger Fischerbuam« bei, vier junge Männer aus dem Landkreis Starnberg, die sich gerade in der Region einen Namen machen, nachdem Mitglied Vitus Mittermayer eine Unterwössnerin geheiratet hat.

Drei Haarfarben, deshalb »Dreifarbig«, heißt der Dirndl-Dreigesang aus Reit im Winkl mit Helena und Anna Speicher sowie Christina Hechenbichler. Aus dem Trio der »Seewind-Harfen-Dirndln« spielten Franziska Aberger und Maria Weingartner. Erst 13 Jahre alt ist Christina Glanz. Mit ihrer Ziach spielte sie im Duo mit Schwester Katharina und deren Gitarre.

Die Lieder und Musikstücke entstammen der alpenländischen Volksmusik. Der erste musikalische Teil stand unter dem Thema »Gott hat die Welt gemacht«, der zweite Teil setzte sich mit den vier Jahreszeiten in Wort und Musik auseinander. Der mittlere Part beschrieb den Menschen und die Schöpfung, der vierte mit Erntedank. Mit den letzten Stücken der eineinhalbstündigen Matinée sagten die Mitwirkenden »Pfiat di«.

Das Zusammenspiel der Sänger und Musikanten in ihren Formationen war hoch konzentriert und wunderbar. Es war eine Freude zuzuhören, das bescheinigten auch die vielen Zuhörer in der Pfarrkirche mit ihrem kräftigen Applaus. Den hatten die jungen Leute wirklich verdient.

Vor der Erntedank-Matinée hatte Kaplan Adrian Zessin einen festlichen Erntedank-Gottesdienst in dem geschmückten Gotteshaus abgehalten. Kirchenchor und Kirchenorchester führten unter der Leitung von Wolfgang Kurfer die »Holler-Messe« auf. lukk