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Kraft der Musik: Komödienstar Kad Merad in »La Mélodie«

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"La Mélodie - Der Klang von Paris"
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Arnold (Alfred Renely) übt auf dem Dach das Geigenspiel. Foto: Prokino Foto: dpa

Von der Komödie zum Drama: Frankreichs Schauspielstar Kad Merad spielt in seinem neuen Film »La Mélodie - Der Klang von Paris« einen arbeitslosen Violinisten mit dem Mut zum Neuanfang.


Berlin (dpa) - Komödien wie »Willkommen bei den Sch'tis«, »Super-Hypochonder« und »Der Kleine Nick« haben den Franzosen Kad Merad auch in Deutschland berühmt gemacht. Jetzt ist der 53-jährige Schauspieler in einem kleinen, gefühligen Drama zu sehen. 

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In »La Mélodie - Der Klang von Paris« geht es um sogenannte Problemkinder aus der Pariser Vorstadt, die Kraft der Musik und den Mut zum Neuanfang. Merad - zuletzt auch in der Politserie »Baron Noir« im Bezahlfernsehen zu sehen - spielt den arbeitslosen Konzertgeiger Simon. Seinen neuen Job in den grauen, heruntergekommenen Banlieues der französischen Hauptstadt will er am liebsten schon bald wieder hinschmeißen. Simon soll der Musiklehrer einer berüchtigt chaotischen Schulklasse sein. Doch wie soll man diesen desinteressierten, respektlosen und unkonzentrierten Kindern nur das Geigenspiel beibringen?

Unterstützt von Klassenlehrer Farid (Samir Guesmi) gewinnt Simon langsam das Vertrauen der Kinder unterschiedlichster Herkunft. Der zurückhaltende, unter der Abwesenheit seines Vaters leidende Arnold (Renély Alfred) entpuppt sich sogar als echtes Talent an der Geige. Doch der Weg bis zum geplanten Auftritt im Konzertsaal der Pariser Philharmonie ist für die Schüler noch weit und steinig. Natürlich kommt dann am Ende alles so wie es kommen muss - es gibt ein Happy End.

»La Mélodie - Der Klang von Paris« ist ein kleiner, warmherziger Film ohne große Verwicklungen und dramatische Wendungen. Das schwächelnde, ziemlich vorhersehbare Drehbuch machen die großartigen Schauspieler aber mehr als wett. Allen voran natürlich der dieses Mal mit Glatze und ohne Bart auftretende Merad als sensibler Künstler, der sich nach und nach der Welt mit ihren Problemen und Chancen öffnet.

Doch auch die Schüler spielen beeindruckend und so authentisch, dass die Zuschauer oft das Gefühl haben, einen Dokumentarfilm zu sehen. Regisseur Rachid Hami fand seine jungen Darsteller bei Castings im 19. Arrondissement von Paris - dort, wo die Geschichte seines Films spielt.

Die Beschäftigung mit der Musik stärkt im Film genauso wie in den real existierenden Förderprogrammen den Zusammenhalt der aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen und Familien stammenden Schüler. Damit sie niemanden stören, üben die Kinder mit ihren Geigen auf dem Dach eines Hochhauses - in der Ferne ist als Verheißung auf eine bessere Zukunft der Eiffelturm zu erkennen.

La Mélodie - Der Klang von Paris, Frankreich 2017, 102 Min., FSK ab 0, von Rachid Hami, mit Kad Merad, Samir Guesmi, Renély Alfred

La Mélodie - Der Klang von Paris