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Kraft- und friedvolle Harfenklänge

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Sabine Kraus gab an ihrer Harfe ein atemberaubendes Konzert in der St.-Walburg-Kirche im Kloster Seeon. (Foto: Benekam)

Über Klänge, die beruhigen und in gewisser Weise Frieden bringen, Hoffnung und Lebensmut spenden, durften sich die Besucher des Harfenkonzerts der Harfenistin Sabine Kraus in der Kirche St. Walburg des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon freuen. Das Konzert unter dem Motto »Jesu bleibet meine Freude«, freute sich über regen Zulauf und bescherte den Besuchern eine friedvolle Stunde jenseits der Hektik des Alltags.


Kraft- und friedvolle Harfenklänge erfüllten beim Präludium von Johann Sebastian Bach das Kirchenschiff bis in den hintersten Winkel. Aus derselben spätbarocken Epoche stammten im Anschluss drei kurze Stücke des irischen Komponisten und Harfenspielers Turlough O'Carolan, die Sabine Kraus, wie ursprünglich komponiert, auf der kleinen keltischen Harfe spielte.

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Mit einer kurzen Textlesung zu Bachs Choral »Jesu bleibet meine Freude« leitete Kraus zum nächsten Stück über: Die beschwingte Melodie dieses Chorals im Dreiertakt drückte vollendet den festlichen Überschwang barocker Religiosität aus. Anschließend erklang Georg Friedrich Händels »Larghetto«, umarrangiert für Harfe solo von Sabine Kraus.

Wie eine kleine sprudelnde Quelle klang »Little fountain« von Samuel O. Pratt – ein Werk mit fließenden, perlenden Läufen, von Kraus hoch virtuos interpretiert. Sabine Kraus ehrte Mozart mit verschiedenen Bearbeitungen, unter anderem mit »Ländlerischen Tänzen«, bei deren Bearbeitung auf der Harfe fast volksmusikalische Melodien herauszuhören waren.

Wie ein Orchesterwerk auf nur ein Instrument reduziert klingen kann, bekamen die hingerissenen Zuhörer bei »Morgenstimmung« von Edward Grieg zu hören. Auch dieses Werk passte mit seinem Thema der mystischen Märchenwelt aus Peer Gynt sowohl zur Harfe als auch zu der Kirchenmalerei in der St.-Walburg-Kirche. Als einziges Werk, das für Harfe komponiert wurde, spielte Kraus die »Fantasie« von Jaques Ibert und brachte so, mit einem Werk aus der Neuen Musik, wieder andere Facetten und vor allem einen Hauch französischen Charme ins Programm. Beim Allegro moderato von Francois-Joseph Nadermann flogen, zupften und strichen die überhaupt nicht müden Finger zum Abschluss des Konzerts ohne auch nur den Ansatz eines »Fehlgriffs« über die Saiten. Dafür gab es tosenden Applaus und Bravorufe – und schließlich das ebenso bekannte wie beliebte »Irish blessing«, zu dem Kraus zuvor den Liedtext vorgelesen hatte. Kirsten Benekam