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Kraftvolle Berchtesgadener Konsequenz

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Der Kampf ums Leder zwischen dem Berchtesgadener Gäste-Doppeltorschützen Marius Tugui und Gelb-Schwarz-Offensivmann Mortaza Khavari. (Foto: Bittner)

Bad Reichenhall – Der TSV Berchtesgaden hat das Kreisklassen-Derby gegen den TSV Bad Reichenhall in der Kurstadt mit 3:1 gewonnen.


»Dieses Spiel hätte auch ganz anders enden können«, konstatierte Berchtesgadens Trainer Richard Hartmann, der in seiner Bilanz fair anfügte: »Vor allem, wenn es beim Stand von 0:0 einen völlig berechtigten Elfmeter für Reichenhall gegeben hätte. Das war womöglich spielentscheidend.« Stürmer Mario Majer wurde im Sechzehner klar von hinten umgerannt, Referee Sebastian Penka sah das Vergehen nicht und ließ weiterlaufen.

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Einmal musste Reichenhalls Goalie Robert Töpel in zwei Szenen gegen Christian Lindner Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand in der Startphase zu verhindern. Seine Abwehr präsentierte sich keineswegs sattelfest, das 0:1 nach 26 Minuten war die Folge: Außenverteidiger Sebastian Mayer musste den pfeilschnellen Marius Tugui ziehen lassen, dessen Schuss im langen Eck landete. Nicht lange vor dem Treffer hatte sich Mortaza Khavari fein durch die Berchtesgadener Abwehr getankt, seine halbhohe Hereingabe von rechts verfehlte Ismet Bytyqi um eine Stiefelspitze (22.).

Ausgleich kurz vor der Pause

Gegen den TSV Berchtesgaden fiel zum psychologisch richtigen Zeitpunkt der Ausgleich: Kurz vor der Pause nahm Routinier Mario Majer eine Ecke von Pascal Fonteyn direkt und die Kugel rollte gemächlich ins lange Eck, 1:1 (43.). Keine Chance für den 1,90 Meter großen Ex-Regionalliga-Keeper Sebastian Seibold (VfR Garching/TSV 1860 München II) mit Reichenhaller Junioren-Vergangenheit.

Die ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs gehörten allein den Platzherren. Wie ein Handballteam zogen sie ihr Spiel rund um den Berchtesgadener Strafraum auf. Sascha Schimag und Shkelqim Istogu brachten frischen Schwung, Zwingendes sprang nicht heraus. Und plötzlich begannen die Gäste zu kontern – und wie: Christian Lindner auf Florian Popp, nur Zentimeter am Tor vorbei (53.), Ion Cioca auf Stefan Sontheimer, Pass zu Marius Tugui, wieder fehlte nicht viel (54.).

Überfallartiger Gegenstoß führt zum 1:3

Das 1:2 zeichnete sich ab und fiel nach exakt einer Stunde: Innenverteidiger Daniel Haas blieb im Rasen hängen und verletzte sich dabei an den Adduktoren. Sontheimer hatte plötzlich freie Bahn, umkurvte Töpel und traf ins leere Tor. Keine drei Minuten drauf folgte die Vorentscheidung: Wieder starteten die Gäste einen überfallartigen Gegenstoß, diesmal über Popp und den abschließenden Tugui – 1:3 (63.). Reichenhall probierte alles und gab sich nicht auf. Ismet Bytyqi, mit Michi Kantsperger Dreh- und Angelpunkt des Reichenhaller Spiels, vergab seine größte Chance frei vor Seibold, der sensationell zur Ecke klärte (77.). Vor diesen beiden Aufregern hätten Popp und Tugui alles klar machen müssen. Hans-Joachim Bittner