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Krank? Also ab ins Bett? Nein, das ist gar nicht sinnvoll...

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Kranker Mann im Bett
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Ein kranker Mann liegt im Bett und misst Fieber. Foto: Andreas Gebert/Archiv Foto: dpa

Wer krank ist, der sollte sich im Bett auskurieren. Ruhe tue dem Körper gut, Anstrengung sei schlecht. Wenig Bewegung, viel Schlaf. Das ist die Meinung vieler Ärzte und Patienten. Aber das ist wohl doch nicht so gut wie man bisher angenommen hat...


Wenn man krank ist und Rat beim Arzt sucht, bekommt man häufig Medikamente. Und immer wieder hört man Ärzte sagen: "Schonen Sie sich, schlafen Sie und kurieren Sie sich aus." Doch das hilft nur bei den wenigsten Krankheiten. Noch schlimmer: Es hat weitreichende Konsequenzen für den Organismus.

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Ein Lebewesen ist ein lebender Organsimus, der sich ständig verändert und auf äußere wie innere Einflüsse ganz unterschiedlich reagiert. Werden wir krank, wirken wir auf unseren Körper ein, um möglichst schnell wieder gesund zu werden. Und da liegt auch schon der Haken: Ins Bett legen ist keine aktive Hilfe. Ein kaputtes technisches Gerät kann ich weglegen und später reparieren. An der Fehlfunktion wird sich in diesem Fall nichts mehr verändern.

Ganz anders bei Organismen: Sie reagieren sofort auf jede Art von Einflüssen. Werden wir krank, macht uns das schlapp, der Körper wehrt sich – wir husten, nießen oder bekommen Durchfall.

Auf den ersten Blick scheint es sinnvoll, dem Körper die nötige Ruhe zu geben, damit dieser sich besser auf die Heilung der Krankheit und die Bekämpfung der Viren konzentrieren kann. Doch durch das Zur-Ruhe-Legen schaffen wir den Erregern noch viel mehr Angriffsfläche. Und nicht nur das: Wir vernachlässigen den Körper und seine wichtigen Lebensfunktionen.

Wenn wir längere Zeit im Bett liegen, sinkt der Blutdruck, unsere Organe werden weniger durchblutet und der Sauerstoffgehalt in unseren Organen fällt. Die erfüllen dann nicht mehr ihre volle Funktion, ihre Leistungfähigkeit nimmt weiter ab. Der Kreislauf schwächelt, wir fühlen mehr und mehr "schlapp" und werden anfällig für weitere Krankheitserreger.

Doch das Liegen ohne Bewegung und Sport hat noch weitere Konsequenzen. Unsere Muskelmasse baut sich ab, wir schwächeln. Gerade ältere Patienten werden durch diese Rückbildung schneller zum Pflegefall.

Bewegung ist das A und O – auch in Krankheitszeiten

Sich während einer Krankheit zu schonen ist allerdings keinesfalls schlecht. Denn Überanstrengung hat ebenso negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf wie tagelanges Im-Bett-Liegen. In erster Linie ist es wichtig, dass die Bewegung schmerzfrei funktioniert. Helfen können dabei Schmerzmittel. Wichtig ist dann allerdings, den Körper trotzdem nicht stark zu belasten oder die Wunden sogar zu verschlimmern, weil man die Schmerzen nicht mehr so richtig wahrnimmt.

Grundsätzlich kann man sagen: Ruhe ist wichtig, aber Bewegung noch mehr. Auf keinen Fall sollte man sich im Krankheitsfall überanstrengen oder überfordern, aber es gibt nichts Besseres, als leichte, mäßige Bewegung oder ruhiger Sport. Wer dauerhaft schläft, bleibt andauernd müde und schlapp – nach dem Motto: es hilft dem Körper nicht nichts zu tun.