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Kratzen war gestern: Mit diesen Tricks hältst Du die Autoscheiben frei

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Eiskratzen
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Eiskratzen im Winter ist alles andere als nervenschonend. Um die Scheiben freizubekommen, muss man nicht nur passende Hilfsmittel mitbringen, sondern häufig auch einiges an Zeit aufwenden. Foto: Arno Burgi/dpa-Archiv

Beschlagene und gefrorene Autoscheiben sind ein wahrer Alptraum für Autofahrer. Doch wer im Winter auf sein Auto angewiesen ist, kommt häufig nicht um dieses Leid herum. Zum Glück gibt es einige wenig bekannte Tricks.


Zuerst das Eis abkratzen, dann aufheizen, um die Feuchtigkeit aus dem Wagen zu bekommen, und zuletzt bei freier Sicht losfahren... Für viele ist das wohl der tatsächliche Ablauf. Aber muss das denn sein?

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Manchmal geht's einfach nicht anders: Alle Parkplätze in der Tiefgarage sind belegt oder man hat keinen eigenen Unterstellplatz – also muss ich im Freien parken. Kaum ist der Motor abgestellt, liegt schon die erste Schneeschicht auf der Windschutzscheibe. Na toll, die Vorfreude auf die nächste Weiterfahrt ist vorprogrammiert. Da muss es doch eine Lösung geben... Und tatsächlich hast Du mehrere wirklich effektive Möglichkeiten:

Standheizung

Die wohl bekannteste Lösung der leidigen Probleme mit der Kälte ist eine eingebaute Standheizung. In neueren Autos häufig Standard, lässt sie sich für wenige 100 Euro in älteren Modellen nachrüsten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Aktiviert sich einige Zeit vor der Abfahrt die Heizung, ist das Auto beim Losfahren frei von Eis und gut aufgewärmt. Doch das ist nicht immer möglich, denn manchmal steht das Auto auch über mehrere Tage in der Kälte oder man kommt früher als geplant – und die Heizung läuft noch nicht.

Gut vorgebeugt: Scheiben abdecken

Es gibt noch eine weitere äußerst effektive Methode, die sich auch mit einfachen Hilfsmitteln bewerkstelligen lässt: Bedeckt man seine Windschutzscheibe von außen mit einem dicken Polster, einer Matte oder einem festen Tuch, bleibt sie frei von Eis. Wenn das Glas vollständig abgedeckt ist und kein Freiraum zwischen der Abdeckung und der Scheibe bleibt, kann sich dazwischen nur wenig Feuchtigkeit sammeln und gefrieren.

Im Handel gibt es auch spezielle Abdeckfolien für die Frontscheibe, die zwischen die beiden Fronttüren und unter die Scheibenwischer geklemmt werden. Generell gilt hier aber: Je schwerer das Material ist, desto weniger muss man mit Eis auf der Scheibe rechnen.

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Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Gehen die Temperaturen nicht weit in den Minusbereich, hält eine stabile Abdeckung die Scheibe weitestgehend frei. Besonders geeignet dafür sind alte Teppiche, Gummi- oder Stoffmatten, schwere Polster oder Tücher, die man mit anderen Gegenständen beschweren kann. Wichtig ist, dass sich das Material nicht allzu stark mit Wasser vollsaugen kann (gilt vor allem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt) und natürlich das Glas nicht zerkratzt.

Anti-Beschlag und Defrosterspray

Eine dritte Möglichkeit, bei der zwar die Eis- und Feuchtigkeitsbildung nicht vermieden aber zumindest gebremst wird, ist ein Mittel zum Luftentfeuchten, das auf die Innenseite der Scheibe aufgetragen werden muss. So verflüchtigt sich die Feuchtigkeit an den Scheiben beim Erwärmen deutlich schneller als ohne das Mittel. Je nach Temperaturpegel bleibt der behandelte Bereich sogar gänzlich frei von Kondenswasser. Ein wenig Geduld ist bei dieser Option aber meistens doch gefragt – und auch sehr wichtig: Hilft man trotzdem nach und wischt die Nässe mit einem Tuch weg, entfernt man auch das Lösungsmittel.

Unverzichtbar für Kratzmuffel ist sicher auch ein Defrosterspray. Damit lässt sich das Eis auf den Scheiben antauen und dann leichter entfernen.

Schneefall
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Foto: dpa/Daniel Karmann

Was Dir außerdem immer hilft:

Damit Du beschlagene Scheiben schnell frei bekommst, kannst Du eine kleine Heizung am Amaturenbrett befestigen, die Du mit dem Zigarettenanzünder betreiben kannst. Auch ein in der Mikrowelle zuvor aufgeheiztes Kirchkernkissen kann das Aufwärmen des Innenraums und der Frontscheibe beschleunigen. Man sollte nur aufpassen, kein heißes Kissen direkt an die Scheibe zu drücken, damit diese keinen Sprung bekommt.

Scheibenwischer schonen

Auch hilfreich sind Sand- und Feuchtigkeitskissen unter der Scheibe und im Innenraum. Die sollte man immer wieder aus dem Auto herausnehmen und auf einer Heizung trocknen lassen. Und um die Gummis an den Scheibenwischern bei Kälte und Frost zu schonen, stellen viele Fahrer nach dem Parken ihre Scheibenwischer auf.

Oft sieht man auch Pappen unter den Scheibenwischern liegen. So sollen sie nicht an der Autoscheibe festfrieren. Doch obwohl so eine Pappe schnell zur Hand ist, sollten Autofahrer sie nicht nutzen. Besser: Eine richtige Frontscheibenabdeckung mit Alufolie. Pappe ist überhaupt nicht geeignet, da sie Wasser aufsaugen und festfrieren kann. Beim Ablösen können die empfindlichen Gummilippen der Wischer kaputtgehen.

Allerdings sollte man grundsätzlich davon absehen, die Wischer bei Frost und Minustemperaturen einzusetzen: Eis auf der Scheibe kann zu Rissen im Gummi führen. Im Normalfall benötigt man bei Minusgraden auch keine Scheibenwischer, da die Feuchtigkeit auf den Straßen gefroren ist und so durch vorausfahrende Fahrzeuge keine Nässe aufgewirbelt werden kann.

Übrigens: Während dem Freimachen der Scheiben darf man nicht den Motor laufen lassen. Dafür kann man mit einem Bußgeld belangt werden. Das Warmlaufen im Stand ist auch nicht gut für den Motor, warnt der Tüv. Und zuletzt auch nicht gut für die Umwelt...

Und noch ein Tipp: Fahrzeuge müssen vor dem Losfahren von Schnee befreit werden – sonst kann auch hier ein Bußgeld fällig werden. Gerade bei großen Schneemengen auf Dächern oder Eisplatten auf Lkws kommt es immer wieder zu Gefahrensituationen.

Zehn sinnvolle Dinge für Autofahrer im Winter:

  1. Starthilfekabel
  2. Eiskratzer und Schneebesen
  3. Decke und Klappspaten
  4. Autoscheiben-Abdeckung
  5. Schneeketten
  6. Scheibenfrostkonzentrat und Scheibenentfroster-Spray
  7. Taschenlampe oder Lampe mit Gelb-Blinklicht-Funktion
  8. Dicke Gummifußmatten
  9. Ladekabel für Smartphone für 12-V-Zigarettenanzünder
  10. Trockenes Scheibenputztuch für beschlagene Scheiben
Vereiste Autoscheibe
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Foto: Hannibal/dpa

Warum beschlagen Scheiben überhaupt von innen?

Im Innenraum des Autos sammelt sich durch das Atmen der Insassen warme und feuchte Luft an. Dabei kann warme Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Kalte. Kühlt die Luft im Innenraum des Autos ab, kommt es ab dem sogenannten Taupunkt zu einer Übersättigung der Luft mit Feuchtigkeit und anschließend zur Kondensation des überschüssigen Wassers aus der Luft. Diese verteilt sich in kleinsten Tröpfchen auf den kühlen Scheiben und sorgt für den Beschlag.

Wer Heizung und Klimaanlage auf höchste Wärmestufe und volle Lüfterleistung stellt und den Luftstrom gegen die Frontscheibe lenkt, dürfte bald wieder freie Sicht bekommen. Generell verbessert eine auch von innen saubere Frontscheibe die Sicht der Autofahrer, denn durch den Schmutz wirkt das Kondenswasser häufig noch viel intensiver.

Scheiben können sogar im Sommer beschlagen, wenn es plötzlich zu regnen beginnt. Grund dafür ist der abrupte Temperaturunterschied.

Beschlagene Scheibe
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Wer wegen einer beschlagenen Scheibe nicht mehr gut sehen kann, sollte schnellstmöglich Heizung oder Klimaanlage voll aufdrehen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

red mit Informationen der dpa (dpa/tmn)