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Kreativität in Holz im Kloster Seeon

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Die schlafende Giraffe (Lindenholz) von Felix Wintergerter strahlt Frieden aus. (Foto: Benekam)

Der Titel »100 m² Kreativität«, den die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei des Landkreises Berchtesgadener Land für ihre Ausstellung im Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon gewählt hatte, hätte nicht treffender beschreiben können, was sich den Augen der Besucher bietet.


Die zahlreichen Gäste der Vernissage bewunderten »hölzerne« Kunstwerke aufstrebender junger Künstler – Holzbildhauer und Schreiner: Die Werke des diesjährigen, von der Danner-Stiftung unterstützten, schulinternen Wettbewerbs. Anstelle des Adventsmarkts, der im Dezember der letzten Jahre im Kloster Seeon stattfand, hatte man sich heuer für ein Alternativprojekt entschieden und dafür die traditionsreiche »Schnitzschule« für die Ausstellung gewinnen können. Eine, wie sich herausstellen sollte, willkommene Abwechslung für die bevorstehende stade Zeit. Die Werke der derzeit in Ausbildung befindlichen Schüler zeugen von großem schöpferischen und handwerklichen Talent. Innerhalb von drei Wochen hatten die Schülerinnen und Schüler zu vorgegebenen Themen Entwürfe realisieren müssen, die von einer externen Jury bewertet wurden. Beeindruckend sind insbesondere die unterschiedlichsten gestalterischen Umsetzungen des Themas »Schlaf«. Ein Selbstporträt zeigt – in fast lebensgroßer Büste – eine in erholsamem Schlummer versunkene, junge Frau, ihre Gesichtszüge in Tiefenentspannung, ihr Kopf leicht himmelwärts gerichtet. Der »tierische« Schlaf einer Giraffe, mit kunstvoll gewundenem langen Hals, die ihren Kopf auf dem eigenen Rücken ablegt, weckt im Betrachter die Lust, mit den Fingern die glatten Rundungen nachzufahren und so das Werk auch durch Berühren zu erfahren: Holz lebt.

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Ein anderes Werk zeigt eine junge Frau, die in sommerlich leichter Bekleidung, in halb liegender Haltung, an einen Baum gelehnt, einen Tagtraum träumt. Im Themenbereich Tiere sind fantasievoll ausgestaltete Insekten, Schnecken, Pferde und ein prachtvoller Turmfalke zu bewundern.

Bei den Schreinerarbeiten sind die unterschiedlichsten Sitzmöbel, vom dreibeinigen Hocker bis zum langbeinigen Tischhocker mit sattelförmiger Sitzfläche, aber auch eine ausgefallene Garderobe und kleine Tischchen ausgestellt. Dabei wird dem Betrachter bewusst, wie viele unterschiedliche Holzarten verwendet werden können, ob nun in Schreinerarbeit oder als Schnitz-Kunstwerk. Jede Holzart hat ihre eigene Struktur, unterschiedliche Härte und Farbtönung, sodass kein Holzmöbel dem anderen gleicht.

Für die Schüler ist die Ausstellung eine wertvolle Erfahrung und eine Möglichkeit, die eigenen Werke in Gesprächen und Erläuterungen mit Kunstinteressierten zu reflektieren. Holz- und Kunstliebhaber können die Ausstellung bis 21. Dezember und dann wieder ab dem 8. Januar bis 28. Januar, täglich von 10 bis 17 Uhr besuchen. Am dritten Adventswochenende, samstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr, besteht die Möglichkeit, mit Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule ins Gespräch über ihre dreijährige Ausbildung und die Geschichte des Handwerks zu kommen. Kirsten Benekam

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