weather-image
19°

Kreislauf vom Werden und Vergehen musikalisch umgesetzt

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Publikum und Musiker genossen beim Konzert von Tim Collins und Henning Sieverts das Ambiente des neuen Traunsteiner Jazz-Domizils. (Foto: Barbara Heigl)

Mit ihrer frisch etablierten Jazz-Reihe haben die Betreiber der neuen Cafe-Bar Tropical im Traunsteiner Kulturbetrieb ein buntes, hell strahlendes Glanzlicht hinzugefügt, von dem sich auch beim zweiten Konzert wieder viele Jazzliebhaber anlocken ließen.


Mit dem mehrfach preisgekrönten Musiker und Komponisten Henning Sieverts, Kontrabass, und dem Exil-New Yorker Tim Collins, der in der Szene ein gefragter Vibraphonist ist, erlebte das andächtig-konzentriert lauschende Auditorium Jazz vom Feinsten. Das abwechslungsreiche Programm aus Freejazz, Latino-Rhythmen und Standards war der Garant für einen auf hohem Niveau unterhaltsamen Abend, wie man ihn sonst noch am ehesten in der Münchner Jazz-Location »Unterfahrt« zu hören bekommt, in der die Musiker schön öfters zu Gast waren.

Anzeige

Henning Sieverts begleitete sein mitreißendes Spiel am Bass mit luzid-tagträumerisch-selbstvergessenen Vocalismen und erzählte dem Publikum auch davon, was ihn zu seinen Kompositionen angeregt hat. Spannend war unter anderem, wie er den philosophischen Gedanken des ewigen Kreislaufs vom Werden und Vergehen musikalisch umgesetzt hat. Der hochenergetischen Struktur der musikalischen Kreisbewegung der beiden Musiker folgte das Publikum gespannt-entspannt.

Mit einer Adaption der Filmmusik aus »Rosemary’s Baby« – bei der sich bekannte Phrasen mit hochmotivierten Improvisationen abwechselten – zeigte Tim Collins, was an seinem Instrument auch an dramaturgischer Gestaltung möglich ist. Aber auch mit Jazz-Standards »Wave« von Antonio Carlos Jobim und »Goodbye Pork Pie Hat« von Charles Mingus begeisterten die Musiker das Publikum, das die Künstler nicht ohne eine Zugabe gehen ließ.

Am 17. August besuchen der Gitarrist Geoff Goodmann und die Sängerin Fjoralba Turku das neue Traunsteiner Jazz-Domizil. Barbara Heigl