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Kriminelles Duo von Schleierfahndern festgesetzt

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Ein Mann trägt Handschellen. Foto: S. Hoppe/Archiv Foto: dpa

Traunstein – In einem gestohlenen Auto wurden am Mittwochnachmittag zwei kriminelle Straftäter auf der A8 erwischt. Bis alle Taten aufgedeckt waren, verging geraume Zeit.


Einer zivilen Streife der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein fiel am späten Mittwochnachmittag ein mit zwei jungen Männern besetzter weißer Kleinwagen mit deutscher Zulassung auf der Autobahn 8 auf Höhe von Piding auf. Nachdem es den Fahndern gelang, den Opel an der Ausfahrt Anger zu stoppen, begannen lange arbeitsintensive Ermittlungen. Da beide Männer keine Ausweisdokumente mitführten, wurden sie – mitsamt dem Wagen – zur Klärung des Sachverhalts auf die Dienststelle nach Urwies gebracht.

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Es stellte sich heraus, dass der im Bundesgebiet registrierte Beifahrer derzeit weder über einen erforderlichen Reisepass noch über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügte. Vielmehr bereitet die zuständige Ausländerbehörde gegen den Libanesen wegen zahlreicher Eigentums- und Körperverletzungsdelikte ein Ausweisungsverfahren vor. Aus diesem Grund war auch sein Reisepass einbehalten worden. Da er sich nachweislich unerlaubt mit seinem Kompagnon in Österreich aufhielt, wurde er wegen illegaler Wiedereinreise angezeigt.

Sein Chauffeur, der bei der ersten Befragung falsche Personalien angab – inklusive der »Geschichte vom verlorenen Personalausweis und Führerschein«, musste sich wegen Beihilfe verantworten. Nach erfolgter zweifelsfreier Identitätsfeststellung bestätigte ein Vermerk des Kraftfahrtbundesamt im Polizeicomputer, dass der gebürtige Gelsenkirchener keine Fahrerlaubnis besitzt. Eigenen Angaben zufolge hatte er noch nie einen Führerschein.

Im Gegensatz dazu, fand sich wenig später sein »abgängiger« deutscher Personalausweis im Handschuhfach. Da sich bei dem nicht minder polizeilich vorbelasteten Mann konkrete Hinweise auf Konsum von Cannabis und Kokain ergaben, folgte nach dem Drogenvortest noch eine Blutentnahme im Krankenhaus.

Zu guter Letzt kümmerten sich die Fahnder dann noch um den angemieteten Opel. Da der Fahrer keinen Mietvertrag hatte, stellte der von den Fahndern kontaktierte Vertreter der Mietwagenfirma Strafantrag wegen unbefugten Gebrauchs. Was wiederum zur Sicherstellung des Corsa führte.

Zu später Stunde folgte ein längeres Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Traunstein, in dem die Beamten das vorläufige Ermittlungsergebnis präsentierten. Negativ wirkte sich dabei für den ertappten Fahrer auch aus, dass er derzeit keinen festen Wohnsitz nachweisen kann und aufgrund seiner erheblichen Vorstrafen wegen Bandendiebstahls unter Führungsaufsicht steht. Weitere Telefonate folgten am Donnerstagmorgen, sodass schließlich beide Beschuldigten dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Laufen vorgeführt und im Anschluss in die nächste Haftanstalt eingeliefert wurden.

Aufgrund der unklaren bzw. unglaubwürdigen Aussagen der Beteiligten zur Dauer und Zweck ihres Aufenthalts in Österreich knüpften, die mit der umfangreichen Sachbearbeitung betraute Ermittlungsgruppe der PI Fahndung bereits Kontakte zu den Kollegen in Österreich. fb