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Reger Badebetrieb herrschte am Sonntag im Alzbad Truchtlaching, verbunden mit einem regelrechten Verkehrschaos, das zum Teil auch der Umleitung wegen der Alzbrücken-Sanierung in Seebruck geschuldet war. Simon Daxenberger forderte deshalb in der Bürgerversammlung eine Tonnage-Beschränkung für die Truchtlachinger Brücke. (Foto: Rasch)

Kritik an der Architektur des neuen Hotels Malerwinkel in der Bürgerversammlung

Seeon-Seebruck – Dass sich über Architektur trefflich streiten lässt, zeigt sich seit geraumer Zeit am Beispiel des neuen Hotels Malerwinkel in einer romantischen Bucht am Chiemsee. Auch in der Bürgerversammlung in der Turnhalle in Seebruck wurde die Architektur kritisiert. Andreas Piroschka aus Seeon verglich den Neubau mit dem »Verwaltungsgebäude einer Klopapierfirma«, der auch in Wanne-Eickel (Ruhrgebiet) stehen könnte.


»Muss das sein?«, fragte er, wo doch die Feriengäste auch wegen der Gebäude in den Chiemgau kämen. Bürgermeister Martin Bartl-weber hatte zuvor erklärt, dass man geteilter Meinung sein könne, was die Architektur betreffe und diese nicht im Vordergrund stehen sollte. Die Öffentlichkeit könne sich vor dem Malerwinkel in einem Pavillon über den Neubau informieren. Er sehe in dem Neubau nicht nur eine Aufwertung der Gemeinde, sondern für die gesamte Region, so Bartlweber. Allen Unkenrufen zum Trotz klärte er auf: »Es wird ein hochwertiger Beherbergungsbetrieb, aber es wird dort keinen Hubschrauber-Landeplatz geben.« Aus Sicht der Gemeinde sei es wichtig, dass der unmittelbar neben dem Hotel vorbeiführende Chiemsee-Radweg offen bleibe und ein Kiosk mit einer öffentlichen WC-Anlage errichtet werde. Lobend erwähnte er auch, dass die Zusammenarbeit mit der Bauherrin, der VR Bank, sehr gut funktioniere: »Wir sind eng in die Planung mit eingebunden«, bestätigte der Bauamtsleiter der Gemeinde Seeon-Seebruck, Josef Heiß.

Die Kritik an der Architektur des neuen Malerwinkels war aber nicht der einzige Diskussionsbeitrag Piroschkas. Er bat darum, die unhygienischen Bedingungen in der Umkleide des Strandbads Seeon zu beenden und einen kleinen Stumpen, der aus dem See ragt und gefährlich werden könnte, zu entfernen. Für die Rutsche im Seeoner See soll eventuell ein neuer Standort gesucht werden. Wie Bartlweber mitteilte, musste sie am angestammten Platz wegen zu geringer Wassertiefe gesperrt werden. Weiter regte Piroschka unter anderem an, bei der Straßenbeleuchtung zu sparen. Wer am Sonntag in Truchtlaching war, kann die Forderungen von Simon Daxenberger nachvollziehen. Dort herrschte nicht nur in der Ortsmitte, sondern auch auf der Alzbrücke ein regelrechtes Verkehrschaos. Deshalb forderte Daxenberger eine Tonnage-Beschränkung der Truchtlachinger Alzbrücke auch nach der Auflösung der Umleitung wegen der Sanierung der Alzbrücke in Seebruck: »Die Brücke muss abgelastet werden, um den Schwerlastverkehr aus Truchtlaching rauszubekommen«, sagte er.

Reger Badebetrieb herrschte auch im Alzbad. Hier kritisiere Daxenberger die Eingänge. Mit Nachdruck forderte er, die Anlage des Alzbads in Truchtlaching rundum zu schließen und nur durch einen Eingang zu steuern: »Es müssen Taferl her und der vogelwilden Parkerei durch Fahrräder muss endlich entgegengewirkt werden«.

Kritik übte er auch an den großflächigen Plakaten, die auch neben dem Sportplatzgelände stehen. Dazu sagte Bartlweber, dass für die Plakatwerbung eine geregelte Lösung geplant sei. Theo Mayerhöfer aus Truchtlaching beschwerte sich per E-Mail darüber, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht anleinen und auch ohne Kotbeutel unterwegs seien. Diese Beobachtungen mache er vor allem an der Aubergstraße. Bartlweber appellierte, die zahlreichen Kotbeutel-Spender zu nutzen und die Hunde beim Spaziergang anzuleinen.

Zum wiederholten Mal wurde Kritik an den Rasern an der Altenmarkter Straße geübt. »Keiner hält sich an die 50 Stundenkilometer«, beschwerte sich Hanna Hollinger. Seit der Umleitung wegen der Sanierung der Alzbrücke in Seebruck, habe der Verkehr zugenommen und damit auch die Lärmbelästigung. Als Anliegerin wollte sie wissen, ob beim geplanten Feuerwehrhaus in Seeon zur Wohnsiedlung hin ein Lärmschutzwall vorgesehen sei. »Es ist eine Form von Lärmschutz angedacht«, sagte Bartlweber.

ga