weather-image
26°

Kritik an Thüringer Innenministerium nach Fund neuer Akten

Erfurt (dpa) - Nach dem Fund neuer Akten zur NSU-Aufarbeitung wächst die Kritik am Thüringer Innenministerium. Die Vorsitzende des Thüringer Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx (SPD), nannte es am Montag einen Skandal, dass die Unterlagen aus den Archiven der Kriminalpolizei erst jetzt auftauchen.

Akten des Verfassungsschutzes in Thüringen
Akten im Neonazi-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages: Jetzt sind bislang unbekannte Unterlagen aus den Archiven der Kripo aufgetaucht. Foto: Martin Schutt Foto: dpa

«Die politische Verantwortung dafür liegt beim Innenministerium, offensichtlich ist der Wille zur Aufklärung immer noch nicht so stark ausgeprägt», so Marx.

Anzeige

Die Linksfraktion verlangte vor dem U-Ausschuss einen Bericht über die Aktensuche. «Wir können nicht ausschließen, dass Behördenmitarbeiter, die in den 90er Jahren und bis 2003 Verantwortung trugen, heute mit dafür sorgen, dass Akten nicht oder spät zugänglich gemacht werden», erklärte die Linke-Innenpolitikerin Martina Renner. Der U-Ausschuss habe bereits im Februar die Vorlage der Akten beschlossen, die erst jetzt gesichert worden seien.

In den Dokumenten, die 20 Ordner füllen, soll es um Ermittlungen gegen den rechtsextremen «Thüringer Heimatschutz» gehen, dem einst auch Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe angehörten. Das Trio schloss sich später zum «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zusammen, der für eine beispiellose Mordserie mit zehn Todesopfern und mehrere Banküberfälle verantwortlich gemacht wird.