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Kühe im Stall statt auf der Weide

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Kanzlerin Angela Merkel hat sichtlich keine Angst vor Kühen. Foto: Carsten Rehder/dpa Foto: dpa

Kanzlerin Angela Merkel besucht Kühe. Naja, eigentlich besucht die Kanzlerin die Besitzerin der Kühe. Die Milchbäuerin erzählt ihr von den Problemen auf dem Hof. Das größte: der Preis für die Milch.


Eine Kuh steht auf einer saftigen Weide und grast. So ein Bild hast du vielleicht schon mal in einem Buch gesehen. Oder auf der Verpackung von Milch, Butter oder Käse. Dabei bleiben viele Kühe eher im Stall. Der Bauer oder die Bäuerin mäht das Gras und bringt es zu den Tieren. Das ist leichter als andersherum.

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Die Landwirtin Kirsten Wosnitza erklärt: Oft haben Bauern heute sehr viele Kühe, mehr als 100. »Es ist schwierig, die alle auf eine Weide zu bekommen«, sagt sie. Wenn die Kühe draußen wären, müssten dort auch Zäune gebaut werden. Tierschützer setzen sich dafür ein, dass die Kühe möglichst oft raus können und im Stall genug Platz haben.

Tausende Bauern in Deutschland verdienen mit den Milchkühen ihr Geld. Pro Liter erhalten sie momentan etwa 32 Cent. Hat ein Bauer mehr Kühe, bekommt er mehr Geld. Oft muss der Bauer auch viel ausgeben, zum Beispiel für die Melk-Maschine und den Traktor. Das Geschäft lohnt sich für ihn oft nur dann, wenn er sehr viele Kühe hat.

Immer wieder schaffen es Bauern nicht, sich um so viele Kühe zu kümmern. Sie verkaufen ihre Tiere und suchen sich einen anderen Beruf. Andere Landwirte wollen ihre Kühe behalten - und verlangen dafür Hilfe von Politikern.

Deswegen hat die Bäuerin Ursula Trede Kanzlerin Angela Merkel vor einiger Zeit auf ihren Hof eingeladen. Am Donnerstag besuchte die Politikerin den Hof im Ort Nienborstel im Norden von Deutschland. Die Bäuerin erklärte der Kanzlerin, welche Probleme sie hat. Ganz besonders: der niedrige Preis pro Liter Milch.

Den Preis kann die Kanzlerin aber nicht einfach festlegen. Ein Vertreter der Molkereien und anderer Milch-Unternehmen sagt: Der Preis hänge erstens davon ab, wie viel Milch angeboten wird. Und zweitens davon, wie viel Milch die Menschen verbrauchen. Dabei geht es nicht nur um Deutschland, sondern um Länder auf der ganzen Welt.