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Künast erwartet Rücktritt Schavans als Ministerin

Berlin (dpa) - Nach der Entscheidung der Uni Düsseldorf, Annette Schavan den Doktortitel zu entziehen, steigt der Druck auf die CDU-Politikerin, als Bundesbildungsministerin zurückzutreten.

«Eine Wissenschaftsministerin, der eine grobe Missachtung wissenschaftlicher Regeln nachgewiesen wurde, ist nicht länger tragbar», sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast dem «Tagesspiegel» (Mittwoch). «Ich gehe davon aus, dass Frau Schavan sich und der Wissenschaft die Verlängerung dieser Affäre erspart und ihren Rücktritt erklärt.»

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Der zuständige Fakultätsrat der Universität Düsseldorf hatte am Dienstag im Plagiatsverfahren gegen Schavan mit deutlicher Mehrheit entschieden, ihr den vor 33 Jahren erworbenen Doktortitel abzuerkennen. Das Gremium sah es als erwiesen an, «dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte». Schavan ließ umgehend über ihrer Anwälte mitteilen, dass sie gegen die Entscheidung klagen werde. «Die Entscheidung ist in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen und sie ist auch materiell rechtswidrig», hieß es in einer Erklärung.

Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hält einen Rücktritt der Bildungsministerin für unabdingbar. «Frau Schavan ist als Wissenschaftsministerin nicht mehr glaubwürdig. Sie muss daraus ihre Konsequenzen ziehen», sagte sie der «Welt».

Erklärung der Uni Düsseldorf

Erklärung der Anwaltskanzlei

Rechtsgutachten zum Verfahren

Fakultätsrat

Schavanplag

Auszüge aus dem Heft mit Zitierregeln auf sueddeutsche.de