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Kundgebung und Gegendemo in Prien

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Prien – Den Jahrestag des Mordes an der 38-jährigen Afghanin Farimah S. wollen mutmaßlich rechte und linke Gruppierungen zu Kundgebungen nutzen. Nicht nur die Familie der Getöteten, sondern auch die Marktgemeinde Prien rufen dazu auf, den Veranstaltungen fernzubleiben.


Das mutmaßlich rechte Lager ruft zu einer Gedenkveranstaltung am Montag um 18 Uhr vor der Franziska-Hager-Schule auf. Die Behörden rechnen mit 50 bis 100 Teilnehmern. Etwa doppelt so viele werden zur Gegendemonstration des mutmaßlich linken Lagers erwartet; sie beginnt um 17 Uhr und findet gegenüber dem Ludwig-Thoma-Gymnasium statt. Das Landratsamt Rosenheim hat beide Kundgebungen genehmigt.

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Die beiden Veranstaltungen finden damit nicht nur in unmittelbarer Nähe des Tatorts vor dem Priener Lidl-Markt, sondern auch nur rund 50 Meter voneinander entfernt statt. Die Polizei will für einen geordneten Ablauf sorgen.

Wie ein Sprecher der Marktgemeinde Prien dem Traunsteiner Tagblatt auf Nachfrage erklärt, distanziert sich nicht nur die Familie der Ermordeten – sie lebt in Prien – von den Aktionen. Auch die Kommune ruft dazu auf, nicht an den Kundgebungen teilzunehmen. "Die Menschen sollen sich nicht instrumentalisieren lassen, weder von links noch von rechts", so der Sprecher.

Vor einem Jahr ist die 38-jährige Afghanin Farimah S. vor den Augen ihrer Kinder von einem Landsmann ermordet worden; die Frau war schon vor ihrer Ankunft in Deutschland zum Christentum konvertiert. Das Landgericht Traunstein schickte den 30-jährigen Täter im Februar wegen heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen lebenslang ins Gefängnis. fb