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Berchtesgadener Bildhauer schmücken mit ihren Skulpturen den Obersalzberg-Golfplatz

Kunst am Grün

Berchtesgaden – Im Schatten des Baumriesen recken sich drei Eierschalentürme von Gerhard Passens. Von seiner Stele aus setzt das Huhn von Norbert Däuber gerade zum Gackern an und fast direkt am Grün gibt eine titellose freie Skulptur von Felicia Däuber dem Golfer, der sich schon nicht erklären kann, dass sein Ball elegant am Loch vorbeiläuft, zusätzliche Rätsel auf.

Die Eierschalentürme von Gerhard Passens wollen ihren zweiten Sommer auf dem Obersalzberg erleben.
Dicht am Green steht die Skulptur von Felicia Däuber. (Fotos: Meister)

Golfclub-Präsident Harry Schuster führt mit sichtbarer Freude über den Platz am Obersalzberg, der derzeit neben der sportlichen Attraktivität auch eine zweite, künstlerische zu bieten hat.

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Bis Oktober, sagt Harry Schuster, sollen die insgesamt zehn Großplastiken Spieler und Zuschauer erfreuen. Drei Berchtesgadener Bildhauer haben aus ihrem Arsenal Skulpturen zur Verfügung gestellt, um dem ohnehin in traumhafte Natur gebetteten Golfplatz noch einen zusätzlichen Schmuck zu verleihen. Die Spieler, die die schönen Frühlingstage nutzten, reagierten positiv, sagt Harry Schuster. Sie fanden das neue zeitweilige Nebeneinander von Sport und Kunst interessant.

Eine junge Frau hilft ihrem Kleinkind bei den ersten Gehversuchen. »Erster Schritt zum Golfer« hat Gerhard Passens ein wenig süffisant seine Plastik genannt. Und in Sichtweite rekelt sich das Eierschalentrio in der Frühlingssonne. Ein wenig triumphierend vielleicht, wenn man ihre Geschichte kennt. Die hat auch mit dem Obersalzberg zu tun.

Im Außengelände des damaligen »Interconti«-Hotels waren zwei Stücke des Eierschalentrios ausgestellt worden und hatten die Fantasie der Wochenendmanagerin und angeblich auch weiblicher arabischer Gäste geweckt, die Phallussymbole sehen wollten in den vom Bildhauer durch aufgeschichtete Frühstückseierschalen inspirierten und prächtig gearbeiteten Skulpturen. Dass sie nun hier am Golfplatz ihre hochverdiente »zweite Chance« bekommen, ist hocherfreulich.

Außer Passens ist das Ehepaar Felicia und Norbert Däuber in der Freiluftgalerie am Golfplatz vertreten. Felicia Däuber mit ihren bekannt freien Plastiken, die immer wieder neue Blicke bieten, wenn der Betrachter seine Position verändert. Norbert Däuber kommt, zumindest hatte es zuletzt den Anschein, gern immer wieder auf das Tier als Motiv, das ihm ein breites Spektrum an Formen bietet. Zwischen die Greens hat er Beispiele dafür gestellt, ein stolzes Huhn etwa, das in sicherer Entfernung zur Großkatze nebenan steht und nach dem Hahn Ausschau zu halten scheint.

Am Golfplatz, so erzählt Harry Schuster, gab es eine ähnliche Kunstaktion bereits vor vielen Jahren. Damals standen Objekte von Martin Rasp im Licht. Nun gibt es erfreulicherweise eine Wiederbelebung dieser schönen Idee mit dem Berchtesgadener Bildhauerterzett Felicia und Norbert Däuber sowie Gerhard Passens. Dieter Meister