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Einen musikalisch umrahmten Streifzug durch die Pfarrkirche Marquartstein veranstaltete der »Beirat Kultur und Bildung«.

Kunstmaler Schön und sein Bilderzyklus »Credo« – Musikalisch umrahmter Streifzug durch die Pfarrkirche Marquartstein

Marquartstein – Im Rahmen der Ausstellung von Werken des Künstlers Werner Schön im Rathaus von Marquartstein veranstaltete der »Beirat Kultur und Bildung« unter Vorsitz von Claudia Riess eine Kirchenführung, um das wohl größte Werk des von 1937 bis zu seinem Tod im Jahr 1970 in Piesenhausen lebenden Malers Werner Schön einmal aus nächster Nähe zu betrachten.


Der langjährige Marquartsteiner Kirchenpfleger und jetzige zweite Vorstand des veranstaltenden Beirats, Siegi Götze, hatte dazu einen aufschlussreichen Vortrag erarbeitet – musikalisch umrahmt von Rudi Ritter aus Schleching. Im ersten Teil des Abends ging es schwerpunktmäßig um die Bemühungen der vom Sägewerksbesitzer Simon Hell und Freifrau Sophie von Donnersperg angeführten Bürgerbewegung die das Ziel hatte, das größer werdende Marquartstein aus der Mutterpfarrei Grassau he-

rauszulösen und es zu einer eigenen Pfarrei werden zu lassen. Bereits im Jahr 1891 gab es dazu erste Bemühungen, die jedoch erst 1936 zum gewünschten Erfolg führten.

Die zunächst ablehnenden kirchlichen Oberbehörden gaben »grünes Licht« für die Errichtung einer Expositur. Diese Vorstufe zu einer selbstständigen Pfarrei durfte sodann ab 1936, dem Jahr des Kirchenbaus, der seit 1933 als Katechet in Grassau tätige Pfarrer Paul Sedlmaier, in der Folge dann 1946 erster offizieller Pfarrer von Marquartstein, priesterlich betreuen.

Freifrau Sophie von Donnersperg hatte durch die Zurverfügungstellung eines Grundstücks mit Wohnhaus an der Burgstraße das wirtschaftliche Fundament für die Errichtung der neu geschaffene Expositur gelegt. Die Marquartsteiner Kirche blieb nach den ausdrücklichen Wünschen ihres Erbauers, Architekt Berlinger aus München, an den Innenwänden schmucklos. Erst 1945 erteilte das Erzbischöfliche Ordinariat für München und Freising Kunstmaler Werner Schön den Auftrag zur Ausmalung der Pfarrkirche zum kostbaren Blut in Marquartstein mit Bildern, die das »katholisch-apostolische Glaubensbekenntnis« zum Inhalt haben sollten. Werner Schön setzte das Ganze dann in den Jahren 1946 bis 1948 unter großen Mühen und Entbehrungen, auch seitens der Marquartsteiner Bevölkerung ins Werk, kräftig unterstützt von seiner Ehefrau Wanda.

In zwölf überlebensgroßen Bildern widmete sich der Künstler dem Glaubensbekenntnis und dessen Aussagen. Siegi Götze erklärte den Interessierten die einzelnen Darstellungen und Aussagen eines in der Kirchenkunst sehr selten anzutreffenden Bilderzyklusses, der das gesamte Glaubensbekenntnis zum Inhalt hat. Spezielle Informationen gab es im Rahmen dieses Streifzugs zu den die »katholische Kirche« repräsentierenden Gestalten wie Papst Pius XII und Kardinal Michael von Faulhaber, seinerzeit Erzbischof von München und Freising.

Beim Thema »Vergebung der Sünden« war anzumerken, dass bei dem knienden Büßer eindeutig die Gesichtszüge des Künstlers Werner Schön zu erkennen sind. Ebenfalls gut erkennbar – der amtierende Pfarrer von Marquartstein, Paul Sedlmaier im priesterlichen Ornat, der dem Büßer die Sünden vergibt.

Als klingende Zugabe sang Siegi Götze, begleitet von Rudi Ritter auf der Zither, das von Annette Thoma verfasste »Credo« aus der Deutschen Bauernmesse. »Wir glauben an dich, Gott und Herr….«.

Die Beiratsvorsitzende Claudia Riess bedankte sich abschließend herzlich bei den beiden Mitwirkenden und bei den Kirchenbesuchern.

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