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Erwachsene zahlen ab nächstem Jahr 2,30 Euro pro Übernachtung

Kurbeitrag steigt um 20 Cent

Berchtesgadener Land – Eine Anhebung des Kurbeitrags in der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee ab dem Jahr 2015 beschloss der Zweckverband auf seiner Sitzung gestern Dienstag. Erwachsene Gäste zahlen künftig 2,30 Euro statt bislang 2,10 Euro pro Übernachtung. Für Kinder bleibt der Kurbeitrag bei 1,10 Cent.

Sechs Jahre sind seit der letzten echten Kurbeitragserhöhung vergangen. Allerdings hatte man erst vor zwei Jahren den Nebensaison-Tarif wegfallen lassen, wodurch der Verband ebenfalls erhöhte Einnahmen verbuchen konnte. Mit der jetzigen Anhebung erhofft sich der Zweckverband zusätzliche Netto-Einnahmen von 340 000 Euro im Jahr. Als Grund für die Anhebung gab stellvertretender Verbandsvorsitzender Franz Rasp, der die Sitzung für den verletzten Stefan Kurz (wir berichteten) leitete, die »allgemeine Preissteigerung« an. Der Punkt müsse schon jetzt behandelt werden, weil man Planungssicherheit für das Jahr 2015 brauche.

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Immerhin drei Verbandsräte stimmten gegen die Kurbeitragserhöhung: Hans Kortenacker aus Berchtesgaden, Richard Lenz aus Schönau am Königssee und Birgit Gschoßmann aus Ramsau. Kortenacker hielt die Erhöhung für das falsche Signal. »Wir sollten lieber mit den angestrebten Strukturveränderungen weitermachen statt die Einnahmeseite zum Nachteil unserer Gäste zu verbessern«. Kortenackers Befürchtung ist, dass man im Verband nun einfach so weitermacht anstatt endlich die Hausaufgaben zu erledigen. Das sah auch Richard Lenz so, der unterstrich, dass man schließlich auch bei den Verhandlungen mit der Regionalverkehr Oberbayern GmbH wieder einen stabilen Preis für das Busfahrticket erzielt habe.

Für »angemessen« hält dagegen Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann die Kurbeitragserhöhung nach sechs Jahren. Anders lasse sich ein ausgeglichener Haushalt kaum erzielen. Allerdings mahnte auch Herbert Gschoßmann, dass man sich bemühen sollte, in den nächsten Jahren Stabilität in den Kurbeitrag zu bekommen.

»Wir kommen nicht daran vorbei«, stellte auch Dr. Bartl Wimmer fest. Trotzdem dürfe man aber die ins Auge gefassten Strukturveränderungen nicht aufschieben. Ulli Kastner