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Kurios: Ein halbes Auto an der Wand

Traunreut. Wer in diesen Tagen durch Traunwalchen fährt, wird vielleicht einen Moment lang seinen Augen nicht trauen: Ein halbes Auto an der Wand! Wer hierbei an einen Unfall denkt, kann beruhigt werden. Es handelt sich lediglich um einen pfiffigen Werbegag eines Traunreuter Autoteile-Händlers. Wie gleichzeitig vermutet, ist die Idee auch keine Aktion der Verkehrsinitiative Traunwalchen-Oderberg (ViTO).

Dieser Werbegag eines Autoteile-Händlers aus Traunreut entpuppte sich gleichzeitig als Geschwindigkeitsbremse an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt von Traunwalchen. (Foto: Rasch)

Anlieger fordern seit Jahren eine Verbesserung

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Ungeachtet dessen entpuppte sich die Werbe-Idee nämlich als automatische Geschwindigkeitsbremse auf der Robert-Bosch-Straße (Staatsstraße). Beim Anblick der blauen VW-Hälfte nehmen die Autofahrer automatisch den Fuß vom Gaspedal. Wie der Autoteilehändler gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt einräumte, sei zweifellos festzustellen, dass langsamer gefahren werde. Letzteres wäre auch im Sinne der Verkehrsinitiative ViTO. Die Anlieger der Robert-Bosch-Straße in Traunwalchen fordern seit Jahren eine Verbesserung der Verkehrssituation. Mit der Gründung von ViTO sind auch die betroffenen Oderberger mit auf den Zug aufgesprungen. Die Anlieger beklagen, dass nicht nur viel zu schnell gefahren werde, sondern die Situation durch den Schwerlastverkehr immer unerträglicher werde. Den Initiatoren ist durchaus bewusst, dass aufgrund der Straßensituation keine größeren Bau- und Umbaumaßnahmen möglich sind, die zur Verbesserung der Situation beitragen könnten. Sie fordern aber kleine Lösungen, wie zum Beispiel eine 30-km/h-Zone auf den Ortsdurchfahrten oder regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen.

Mit wenigen Mitteln etwas Positives bewirken

Da Tempo-30-Zonen auf Landesstraßen ebenso wie auf Bundesstraßen nur ausnahmsweise genehmigt werden, hatte sich die Initiative in einem Brief an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gewandt, mit der Bitte um Unterstützung. Ramsauer nahm in dem Antwortschreiben zwar zur Sache nicht Stellung, erklärte aber seine Solidarität mit der ViTO und versprach, sich beim Straßenbauamt und beim Landrat für eine Verbesserung einzusetzen.

Angesprochen auf die automatische Geschwindigkeitsbremse in Traunwalchen, schmunzelte der ViTO-Sprecher Hans Baltin: Die Aktion beweise, dass mit wenigen Mitteln etwas Positives bewirkt werden könne, so der Grünen-Stadtrat. In seinen Augen sei aber nicht nachvollziehbar, dass solche Aktionen an einer Staatsstraße genehmigt werden, während ViTO mit seinen Forderungen auf Granit stoße. Weiter informierte er, dass die Verkehrsinitiative beabsichtige, in der Stadt einen Antrag für eine feste Geschwindigkeitsanzeige in Traunwalchen und Oderberg einzureichen. Baltin: »Wir bleiben auf jedem Fall am Ball.«

Am Ball bleibt auch der Autoteile-Händler. Die Werbe-Idee, die in den nächsten Tagen auch in Oderberg platziert wird, könnte durchaus ein Pendant zu der im vorigen Jahr von der ViTO veranstalteten Plakataktion darstellen. In Oderberg und in Traunwalchen wurden für zwei Wochen Plakate aufgestellt, die die Autofahrer auffordern sollten, langsamer zu fahren. ga