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Kursfeuerwerk an Tokios Börse

Tokio (dpa) - Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch ein wahres Kursfeuerwerk erlebt. Nach der überraschenden Rücktrittsankündigung des japanischen Notenbank-Gouverneurs Masaaki Shirakawa vom Vortag sackte der Außenwert des Yen zum Dollar in den Keller, was die Aktienkurse wiederum rasant in die Höhe schnellen ließ.

Nikkei
An Tokios Börse herrscht derzeit Partystimmung. Der Nikkei-Leitindex schoss auf den höchsten Stand seit dem Lehman-Brothers-Schock 2008. Foto: Franck Robichon Foto: dpa

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte einen massiven Aufschlag von 416,83 Punkten oder 3,77 Prozent bei 11 463,75 Punkten. Das ist der höchste Stand seit der Finanzkrise im September 2008 infolge der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers. Der breit gefasste Topix stieg um 29,12 Punkte oder 3,10 Prozent auf 968,82 Zähler.

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Zentralbankgouverneur Shirakawa hatte am Vortag überraschend bekanntgegeben, gemeinsam mit zwei Stellvertretern sein Amt bereits am 19. März niederzulegen. Eigentlich war der Abgang erst am 8. April vorgesehen. Anleger rechnen damit, dass die neue Führung der Zentralbank den Wünschen der neuen japanischen Regierung nach einer noch deutlich aggressiveren Öffnung der Geldschleusen folgen wird. Der Yen reagierte darauf mit weiteren Kursverlusten. Der Dollar stieg erstmals seit zwei Jahren und neun Monaten über die Marke von 94 Yen.

Sämtliche 33 Sektoren an der asiatischen Leitbörse legten zu, angeführt von Papieren japanischer Autobauer. So legten Toyota-Papiere um rasante 275 Yen oder 6,1 Prozent auf 4815 Yen zu. Japans Branchenprimus hatte am Vortag seine Gewinnprognose deutlich um zehn Prozent aufgestockt. Das beflügelte zusätzlich die Stimmung der Investoren. Honda-Titel gewannen 3,3 Prozent auf 3580 hinzu, die von Mazda 4,4 Prozent auf 283 Yen. Auch andere exportbezogene Aktien legten nicht zuletzt dank des Yen zu: Fanuc um 2,5 Prozent auf 14 610 Yen, Kyocera um 4,9 Prozent auf 8360 Yen und Toshiba um 5,6 Prozent auf 413 Yen.

Aber auch der immer schärfer werdende Inselstreit zwischen Japan und China wirkte sich auf das Geschehen an der Börse aus. Einen Tag nach der Nachricht, dass ein chinesisches Kriegsschiff sein Feuerleitradar vor einer umstrittenen Inselgruppe im Ostchinesischen Meer auf ein japanisches Küstenwachschiff gerichtet hatte, stiegen die Aktien von Unternehmen aus der Rüstungsbranche. So gewannen Mitsubishi Heavy Industries 10,3 Prozent auf 533 Yen hinzu, während Kawasaki Heavy Industries um 7,5 Prozent auf 301 Yen zulegten.