weather-image
29°

La Fuente ein Quell musikalischer Leidenschaft

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Unser Bild zeigt von links Bojana Simic, Piano, Heinz Lichtmannegger, Kontrabass, Tamas Puskas, Klarinette und Betram Weihs, Violine.

Wenn Künstler mit ihrem Schaffen ihr Publikum aus dem Jetzt entrücken, es mittels ihrer Kunst in eine andere Welt mitnehmen, es somit separieren von der Schwernot des Alltags, ihm so für den Moment einen anderen Horizont bieten, dann können sie sich sicher sein, ihrer Kunst und Berufung gerecht geworden zu sein. Berauschung ohne Nebenwirkung, günstiger als Drogen, legal und mit Echtheitssiegel. So ein Konzert mit dem Kammermusikorchester »La Fuente« ist wirklich ein Erlebnis der besonderen Art.


La Fuente – die Quelle – ein besserer Name hätte sich für die vier passionierten Musiker, Heinz Lichtmannegger, Kontrabass, Bertram Weihs, Violine, Bojaná Simic, Piano, und Tamas Puskas an Klarinette, Bassklarinette und Saxophon nicht finden lassen. Mit Weltmusik aus den Genres Tango, Standards, Salonmusik und Klassik sprudelt das Ensemble beim Konzert des Vereins »KulturGutIsing« in Ising durch den Saal und infiziert alle Anwesenden mit seiner Leidenschaft.

Anzeige

Fest mit seinem Kontrabass verschmolzen, gibt Heinz Lichtmannegger die tiefen Töne an. Zwischen den Musikstücken moderiert und erzählt er so manch lustige Anekdote aus dem gemeinsamen Musikerdasein. An und mit der Violine verblüfft Weihs mit höchster Virtuosität und demonstriert zupfend, klopfend und streichend, was er seinem Instrument zu bieten hat. Ob die Pianistin Bojaná Simic wirklich nur zehn Finger und zwei Hände hat? Unglaublich, dass man bei dieser akrobatischen Leistung der Hände fortwährend entspannt lächeln kann.

Zauberei oder doch Einspielung von der Konserve? Puskas an seinen Instrumenten zu erleben ist eine echte Offenbarung. Da stimmt einfach alles. Der Musiker verschmilzt mit seinem Instrument zu einer Einheit, er lebt seine Musik und sein ganzer Körper tanzt den Rhythmus. Mal atemberaubend schnell, dann wieder langsam und getragen, aber immer mitreißend echt. Jeder einzelne Musiker des Ensembles ist eine Schau – miteinander sind sie eine Quelle musikalischer Leidenschaft.

Auch was die Auswahl der Musikstücke angeht, bleiben in puncto Abwechslungsreichtum keine Wünsche offen. Bekannte Stücke wie der Säbeltanz von Aram Khatschaturian, die Carmensuite aus Bizets Oper Carmen, »Night and Day« von Cole Porter oder eher unbekannte wie »Adios nonino« von Astor Piazzolla, »Per il mio amore« vom Ausnahmegitarristen Robert Wolf (»Quadro Nuevo«) begeistern die Zuhörer. Musik unterschiedlichster Genres von Klassik bis Tango, vom Chiemgau bis Argentinien, die Musiker in internationaler Besetzung (Ungarn, Österreich, Kroatien und Haßmoning), das alles zeichnet das große Variationsspektrum des Ensembles aus.

Da kann man nur schwärmen, fand auch das Publikum, welches sich am Ende Füße stampfend und klatschend lautstark mehrere Zugaben einfordert. Das Stück »Nothing else matters« von James Hetfield der Metal-Band Metallica bringt den Konzertabend auf den Punkt: ankommen, hinsetzen, ausatmen, zuhören, mitgehen, eintauchen und alles andere mal vergessen und loslassen. Kirsten Benekam