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Längst überfällig: Marode Geländer am Mühlbach erneuern

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Teilweise beschädigt sind die Absturzsicherungen im Stadtgebiet am Mühlbach. Sie müssen nach Meinung des Planungsausschusses dringend erneuert werden. (Foto: Hohler)

Traunstein – Die Absturzsicherungen entlang des Mühlbachs in Traunstein sind nach Angaben der Stadtverwaltung größtenteils marode. Außerdem sind sie nach den aktuellen Gesetzen zu niedrig. Deshalb sah die Verwaltung dringenden Handlungsbedarf, den sie auch in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses deutlich machte.


Bei zwei Gegenstimmen entschied das Gremium schließlich, dass zunächst die dringend notwendigen Absturzsicherungen erneuert werden sollen. Parallel dazu sollen Möglichkeiten zur Gestaltung der Fußwege, der Ufer und der Freiflächen untersucht werden. Die dafür veranschlagten Kosten von 35 000 Euro würden von der Städtebauförderung bezuschusst, so dass die Stadt am Ende rund 14 000 Euro selbst leisten und in den Nachtragshaushalt mit aufnehmen müsste.

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Mit der Untersuchung der Umgestaltungsmöglichkeiten folgte der Ausschuss dem Hinweis der Verwaltung, dass im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) ein Uferumbau zur »Erhöhung der Erlebbarkeit des Themas Wasser im Stadtbild« als Projektziel benannt worden sei. Das hätte offenbar auch Auswirkungen auf Notwendigkeit und Art der Absturzsicherungen.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach sich dafür aus, das ISEK-Projekt umzusetzen, »aber wir müssen da mit Sicherheit auch gleich etwas machen«. Stadtplaner Elmar Schwäbisch ergänzte, auf der einen Seite gebe es eine dringende Handlungsnotwendigkeit, auf der anderen Seite gehe es um ein »ISEK-Projekt, das wir städtebaulich entwickeln wollen«. Sicher müssten manche Geländer aus Gründen der Verkehrssicherheitspflicht dringend erneuert werden, auf der anderen Seite sei der Mühlbach auch Erholungsraum, vor allem für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Robert Sattler (SPD) meinte dazu, grundsätzlich habe der Mühlbach durchaus Potenzial, aber da, wo ein neues Geländer dringend sei, solle man das auch schnell erneuern. Burgi Mörtl-Körner (Grüne) verwies darauf, dass neue Geländer den Mühlbach für Kinder ja unzugänglich machen würden und stellte die Frage in den Raum, ob man nicht statt der Betonwände die Ufer lieber mit großen Steinen gestalten könnte. »Aber ohne Zaun geht das gar nicht, oder?«

Auf die Funktion des Kanals ging Karl Schulz (CSU) ein: »Natürlich könnte der Werkskanal durch die Stadt Potenzial haben, aber das ist ein Industriekanal, der von mehreren Betreibern genutzt wird, die auch bestimmte Rechte haben.« Auch er war dafür, Gefahrenstellen möglichst schnell zu beseitigen und das Potenzial als Aufenthaltsort herauszuarbeiten, »aber da gibt es ganz mächtige Mitspieler wie die Inhaber der Wasserrechte, die Fischereiberechtigten und andere. Ein direkter Zugang ist sicher eher eine Illusion«.

Auch Dr. Christian Hümmer (CSU) gab zu bedenken: »Das Potenzial ist unbestritten, aber wir haben Mitspieler. Erst mal müssen wir wissen, ob wir das auch umsetzen können, ehe wir in die Planung tiefer einsteigen. Sonst brauchen wir keine 35 000 Euro ausgeben. Wenn wir etwas umsetzen, dann kommen da ganz andere Summen auf uns zu.«

»Dass das dann mehr als 35 000 Euro kostet, ist klar, aber zunächst müssen wir die Potenziale herausfinden«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) dazu. »Wir könnten eh nicht alles auf einmal machen.« Erst einmal die Planung zu machen »und dann schauen, was können wir stemmen« fand Burgi Mörtl-Körner »nicht schlecht«. Josef Kaiser (UW) war auch dafür, die Potenziale zu untersuchen, »aber vor allem sollten wir schauen, wo die Stadtwerke für die Verkehrssicherung zuständig sind«. coho

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