Land Salzburg will Blockabfertigung am Walserberg

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Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (l.) will den Verkehr am Walserberg in Richtung Salzburg dosieren, in Richtung Bayern wollte er es im Juni 2019 schneller haben, hier bei der Eröffnung der dritten Spur beim Grenzregime der Deutschen Bundespolizei. (Foto: Michael Hudelist)

Bad Reichenhall – In Tirol gibt es bereits eine Blockabfertigung für die Inntalautobahn, allerdings nur für Lkw an bestimmen Tagen, in Salzburg könnte jetzt an den Sommerwochenenden eine Blockabfertigung für Pkw am Walserberg dazukommen, zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll geht.


Hintergrund sei ein massiver Anstieg der Urlauber-Karawane im vergangenen Sommer, vor allem die Landesstraßen seien verstopft gewesen, obwohl die Abfahrtssperren kontrolliert und als Erfolg gefeiert wurden. Der ÖAMTC warnt vor einer Verlagerung, erinnert aber daran, dass es wegen der Corona-Einreisekontrollen im Sommer bereits eine Art Blockabfertigung gegeben habe.

Der Sommer war verkehrstechnisch ein besonderer Reisesommer: nach dem Corona-Sommer 2020 mit de facto geschlossenen Grenzen und kaum Flugreisen entdeckten viele den Urlaub mit dem Auto in Italien, Slowenien und Kroatien wieder. An der Mautstelle St. Michael wurden an den Wochenenden bis zu 128 000 Fahrzeuge gezählt, in Summe waren das aber nur rund 10 000 mehr als 2019 vor Corona.

Trotz der 2019 eingeführten Abfahrtssperren, die 2021 von privaten Sicherheitsdiensten auch strenger kontrolliert wurden, habe sich im Sommer der Verkehr auf den Landesstraßen abseits der Autobahnen drastisch erhöht, Verkehrslandesrat Stefan Schnöll spricht von 60 Prozent mehr, konkrete Zahlen gibt es nicht.

Doch woher kommt diese Zunahme, wenn die Abfahrtssperren funktionieren? »Es fahren schon viele Urlauber von Bayern kommend gleich über den Kleinen Walserberg auf die Landesstraße«, glaubt ein Sprecher des Verkehrslandesrates, auch die beiden langen Sommerbaustellen auf der Tauernautobahn hätten dazu beigetragen, dass viele erst gar nicht auf die Autobahn gefahren seien. »Die haben uns heuer überrollt, das vertragen wir nicht mehr auf den Landesstraßen«, so der Sprecher. Sein Vorschlag: Schon am Walserberg müsste die Urlauber-Karawane dosiert werden – also eine Blockabfertigung. Wie viele Fahrzeuge pro Stunde oder pro Tag einreisen dürfen, könne das Verkehrsressort des Landes nicht sagen, »das ist Sache des Bundes und der Asfinag, die sollen sich das überlegen«.

Angst hat Stefan Schnöll vor allem vor den nächsten beiden Saisonen, weil die Asfinag mehrere Tunnels im Bereich Werfen saniert und dann nur mehr ein einspuriger Verkehr durch den verbleibenden, offenen Tunnel möglich ist.

Der ÖAMTC sieht die Idee einer Blockabfertigung am Walserberg differenziert. »Eine ungewollte Blockabfertigung am Walserberg hat es ja auch in diesem Sommer schon wegen der Corona-Einreisekontrollen gegeben, da reichte der Stau dann bis Anger auf der bundesdeutschen A 8 zurück, also eine gewisse Dosier-Funktion war erkennbar«, so Aloisia Gurtner, aber auch am Hieflertunnel habe es mehrmals eine Blockabfertigung wegen Überlastung gegeben. Blockabfertigungen habe es vor dem Bau der zweiten Röhren vor dem Tauerntunnel immer gegeben, später dann oft bei Überlastung vor St. Michael. Dass jetzt das Land eine Blockabfertigung vor dem Walserberg wolle, zeige, dass die Abfahrtssperren offensichtlich nicht funktionierten.

»Heuer war aber auch ein Ausnahmejahr, wegen des Nicht-Reisens im Corona-Sommer 2020 sind heuer extrem viel mit dem Auto in den Urlaub gefahren, viele auch gleich zweimal oder noch öfters«, so die ÖAMTC-Sprecherin. Das werde sich in den nächsten Jahren wieder entspannen. Generell seien die Autobahnen aber für Durchfahrten gebaut worden, dass es wegen der geplanten Tunnelsanierungen bei Werfen noch zwei starke Stausommer geben wird vermutet aber auch der ÖAMTC.

hud