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Das Tor des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes in Traunstein an der Vonfichtstraße ging auf: Am gestrigen Mittwoch bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch kein Flüchtling eingetroffen. Die Landkreisverwaltung rechnete mit der Ankunft erster Ukrainer. (Foto: Pültz)

Landkreis öffnet die Türen für die Flüchtlinge

Traunstein – Der Landkreis rechnete am gestrigen Mittwoch mit der Ankunft der ersten Flüchtlinge im Erstaufnahmezentrum in Traunstein. »Wir haben uns seit der ersten Stunde des Krieges auf die Situation eingestellt«, teilte Landrat Siegfried Walch in einer Videobotschaft mit.


Und weiter: »Es haben bereits Umbaumaßnahmen stattgefunden, so dass in einem ersten Schritt 75 Personen vorübergehend untergebracht werden können. In einem zweiten Schritt kommen noch einige Plätze dazu, so dass wir letztlich 100 Personen hier vorübergehend beherbergen können. Wir werden tun, was wir können, um zu helfen.«

Wann der erste Bus mit ukrainischen Flüchtlingen ankommt, stehe gegenwärtig noch nicht fest, so der Landrat in seiner Videobotschaft, die das Landratsamt am späten Nachmittag veröffentlichte. Nach der vorübergehenden Unterbringung im Erstaufnahmezentrum werden die Flüchtlinge laut Walch einer dauerhaften Unterkunft zugewiesen.

Der Landkreis hatte sich in den vergangenen Tagen auf das Eintreffen der ersten Flüchtlinge vorbereitet und im ehemalige Kreiswehrersatzamt Vorkehrungen für die Unterbringung getroffen. Laura Lockfisch vom Landratsamt berichtete, dass er unter anderem im alten wie auch im neuen Gebäude Internetanschlüsse geschaffen habe. Auf dem Gelände habe er Sanitärcontainer aufgestellt. Denn in den Räumen stünden keine Duschen und nur wenige Toiletten zur Verfügung. Mit den Containern könne der Landkreis nun ausreichend viele sanitäre Anlagen anbieten. Geschaffen habe er ferner etwa auch Arbeitsplätze für Mitarbeiter der Ausländerbehörde. Und vor allem habe er auch eins gemacht: Er habe die Zimmer für die Flüchtlinge eingerichtet, so Sprecherin Lockfisch.

Die Gebäude des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes sind in einem Teil von einer Kindertagesstätte belegt. In seit längerem leer stehenden Teilen hat der Landkreis die vorübergehende Aufnahme von 75 Flüchtlingen vorbereitet. Lockfisch sagte, dass die Ukrainer im ersten Obergeschoß des Alt- und im zweiten Stock des Neubaus untergebracht werden.

Das ehemalige Kreiswehrersatzamt dient als erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge aus der Ukraine. Der Bund, der Eigentümer, hat die Anlage an der Vonfichtstraße zur Verfügung gestellt, der Landkreis nutzt sie. Er rechnet mit Frauen und Kindern sowie Senioren.

Nicht nur der Landkreis, auch Privatpersonen nehmen Flüchtlinge aus der Ukraine auf. Und so hat eine ukrainische Familie schon eine Unterkunft in Grassau gefunden.

Bürger, die eine Unterkunft im Landkreis Traunstein zur Verfügung stellen möchten, können sich an folgende E-Mailadresse wenden: liegenschaften(at)traunstein.bayern. Folgende Informationen sollen in dem Angebot enthalten sein: Kontaktdaten: Name, Vorname, Telefon/Mobilnummer, E-Mail; Lage des Objekts mit Postleitzahl, Ort und Straße; Angaben zu Objektgröße, voraussichtlicher Verfügbarkeit und Dauer der Verfügbarkeit sowie Ausstattung; weitere Informationen wie beispielsweise Kostenvorstellungen.

Derzeit ist noch nicht absehbar, wie viele ukrainische Flüchtlinge im Landkreis Traunstein ankommen werden. Somit ist auch der Materialbedarf noch nicht abschätzbar. Im Bedarfsfall wird das Landratsamt gezielt zu Sachspenden aufrufen. Fragen werden unter Telefon 0861/58-600 beantwortet.