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Landkreis sieht sich beim Impfen auf einem guten Weg

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Eine Zweigstelle des Impfzentrums in Altenmarkt eröffnet der Landkreis wie geplant am 15. März in Traunstein im Haus an der Jahnstraße 38 (unser Bild). Der Probebetrieb beginnt am heutigen Montag. (Foto: Pültz)

Mittlerweile hat sich die Impfstoffsituation im Landkreis deutlich stabilisiert und verbessert, wie Dr. Herbert Bruckmayer, medizinischer Leiter des Impfzentrums in Altenmarkt, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. »Wir werden weitestgehend wie erwartet beliefert. Wir rechnen in den kommenden Wochen mit stetig steigenden Liefermengen und passen unsere Impf-Infrastruktur bereits vorausschauend an – aktuell mit der Zweigstelle in Traunstein, die am 1. März in den Probebetrieb geht.« Insgesamt gelte: Je mehr Impfstoff man geliefert bekomme, desto mehr Impf-Termine können angeboten werden.


Im Landkreis Traunstein wurden bislang 7773 Personen mit der Erstimpfung versorgt. 4243 Personen haben bereits die Zweitimpfung erhalten (Stand Freitag). »Da sich bei uns lediglich Personen melden, welche eine Impfung durchführen möchten, kann eine 'Impfquote' erst nach Abschluss der Impfungen errechnet werden«, betont Bruckmayer. Was dem Mediziner wichtig ist: Bei dieser Diskussion sollte man sich nicht ausschließlich auf das Ziel der »Herdenimmunität« der Gesamtbevölkerung fixieren. Auf den Weg dorthin gebe es laut Bruckmayer viele wichtige Etappenziele, etwa die Impfung der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

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Und hier sieht es im Landkreis Traunstein inzwischen gut aus. Die reinen Alten- und Pflegeheime sind alle mit Erst- und Zweitimpfungen bedient worden. Aktuell liefen noch die Impfungen in den übrigen Einrichtungen aus der Priorisierungsgruppe 1. »Auch diese werden wir zeitnah abschließen können«, erläutert der Impfarzt.

Positives gibt es auch über den Impfbus, der seit Anfang Februar täglich im Einsatz ist, zu berichten: »Er wird sehr gut angenommen. Wir erhalten fast ausschließlich positives Feedback« Eine Anmeldung am Impfbus ist derzeit nur über die telefonische Hotline des Impfzentrums möglich, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt. An einer Integration in die Software BayIMCO wird aktuell gearbeitet. Bei einer telefonischen Registrierung am Impfzentrum in Altenmarkt sollte ein spezieller Hinweis zum Impfbus erfolgen, um sicherzustellen, dass dieser auch berücksichtigt wird, rät das Landratsamt.

Als regelmäßig bezeichnet Dr. Bruckmayer auch die Lieferungen von Impfstoffen an den Landkreis. »Die Lieferungen haben sich mittlerweile an den Tagen Dienstag und Freitag eingespielt und werden zuverlässig geliefert. Wir werden mittlerweile mit drei verschiedenen Impfstoffen – Biontech, Moderna und AstraZeneca – beliefert, welche sehr gut angenommen werden.« Alle Impfstoffe würden schnellstmöglich an die Bevölkerung verimpft. »Wir rechnen mit stetig steigenden Impfstofflieferungen und passen unsere Infrastruktur vorausschauend an«, so Bruckmayer.

In manchen Regionen soll der Impfstoff von AstraZeneca zum Ladenhüter geworden sein, Impftermine wurden nicht wahrgenommen. Ein Problem, das man so im Landkreis Traunstein nicht hat. »Entsprechend den Vorgaben des RKI, bekommen ihn alle Personen unter 65 Jahren. Aktuell wird der Impfstoff AstraZeneca an Mitarbeiter aus den Kliniken, sowie an Personen unter 65 Jahren aus der Priorisierungsgruppe 1 verimpft. Wir sehen bis dato eine sehr gute Akzeptanz«, betont der ärztliche Leiter des Impfzentrums. Allerdings wird der Impfstoff laut Pressestelle des Landratsamts erst seit rund einer Woche im Impfzentrum eingesetzt, zuvor wurde er hauptsächlich dem Personal in den Kliniken und Krankenhäusern der Region angeboten.

Doch was passiert, wenn jemand von einer Impfung mit diesem Impfstoff zurücktritt? Hier hat Bruckmayer eine ganz klare Antwort: »Sollte der Impfstoff nicht angenommen werden, erfolgt keine Impfung. Die jeweilige Person muss sich anschließend erneut für einen Termin anmelden.« Klar sei aber auch, dass das Impfen kein Wunschkonzert ist: »Wir weisen klar darauf hin, dass es sich hierbei wieder um den gleichen Impfstoff handeln kann.« Generell gelte aber, dass der Impfstoff, den man jetzt erhalte, keine »Lebensentscheidung« sei. Bei eventuellen weiteren Impfungen zu einem späteren Zeitpunkt könne dann auch ein anderer Impfstoff zur Verfügung stehen. Bruckmayer macht aber ganz entschieden deutlich: »Immer mehr aktuelle Studien belegen die hervorragende Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs. Einer Analyse mehrerer schottischer Universitäten und der Gesundheitsbehörde Public Health Scotland zufolge, reduziert schon die erste der zwei Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca das Risiko eines Klinikaufenthalts wegen Covid-19 wohl um bis zu 94 Prozent.«

Im Landkreis Freyung-Grafenau hatte sich jüngst angedeutet, dass man nicht genügend Personen aus der höchsten Risikogruppe unter 65 Jahre habe, an die man den Impfstoff von AstraZeneca verimpfen könne. Es war unklar, ob und wie selbstentscheidend die Impfzentren in einer solchen Situation von den Priorisierungsvorgaben der Ständigen Impfkommission abweichen dürfen. Laut Dr. Bruckmayer erfolgt die Terminierung hierbei über die zentrale Plattform BayIMCO. Ein Algorithmus errechnet anhand der Angaben wie Alter, Vorerkrankungen und Priorisierungsgruppe, wann wer geimpft wird. »Somit hat das Impfzentrum ohnehin keinen Einfluss darauf, welchen Personen ein Termin zugewiesen wird«, betont der Mediziner.

Am Impfzentrum erfolge am Impftag die Kontrolle, ob eine entsprechende Berechtigung vorliegt. »Jedoch können wir nicht feststellen, wie viele Personen sich noch in diesem Pool befinden, welche für AstraZeneca in Frage kommen. Es gibt eine Liste mit Nachrückern, möglichst aus der Priorisierungsgruppe 1. Bevor Impfstoff verfällt, dürfte schon abgewichen werden«, so der ärztliche Leiter des Impfzentrums.

Eine Zweigstelle des Impfzentrums in Altenmarkt eröffnet der Landkreis wie geplant am 15. März in Traunstein im Haus an der Jahnstraße 38. Der Probebetrieb beginnt am heutigen Montag. Der Zugang erfolgt über das Treppenhaus des Objekts von der Jahn- und von der Permanederstraße. Die Zweigstelle befindet sich im ersten Obergeschoß und ist über den Aufzug barrierefrei erreichbar.

Auch für die Zweigstelle ist eine Anmeldung über das Registrierungsportal BayIMCO nötig.

vew/pü

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