Landrat Kern informiert über die Lage im Berchtesgadener Land

Bildtext einblenden
Landrat Bernhard Kern. Foto: Ernst Wukits

Berchtesgadener Land – Seit gestern Abend sind die Einsatzkräfte im Berchtesgadener Land im Dauereinsatz. Um 22.22 Uhr wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Ob und wann dieser in den nächsten Stunden wieder aufgehoben werden kann, kommt auf die Wassermengen an, die noch erwartet werden. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) droht bereits die nächste Regenfront.


Heute Morgen informierte Landrat Bernhard Kern in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage im Berchtesgadener Land. Von den Überschwemmungen seien vor allem der Talkessel und die zugehörigen Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau, Marktschellenberg und Ramsau stark getroffen worden.

Wie berichtet trat zunächst in Bischofswiesen die Ache über. Im Laufe des Vormittags sollen laut DWD weitere Schauer auf Berchtesgaden zukommen. Daher ist noch ungewiss, inwiefern sich die Lage noch verschlimmern könnte. Jedoch sind die Einsatzkräfte laut Kern gut vorbereitet. Aus dem Umland wurde außerdem bereits Verstärkung angefordert.

Die örtlichen Einsatz- und Hilfskräfte waren seit gestern Abend mit 890 Personen im Dauereinsatz, darunter Rettungskräfte aus den umliegenden Landkreisen wie Traunstein, Altötting und Salzburg. 

Einige Bereiche mussten evakuiert werden. Hierbei war vor allem aufgrund geologischer Probleme die Gemeinde Schönau am Königssee betroffen. Es mussten rund 80 Personen evakuiert werden. Im gesamten Landkreis wurden gestern Nacht 130 Personen in Zusammenhang mit dem Unwetter evakuiert. Dies lief laut Landrat Kern sehr geordnet ab und habe aufgrund der nachtbarschaftlichen Hilfe und Vorbereitung keiner Notunterkünfte für die Evakuierten bedurft. Alle evakuierten Personen konnten bei Nachbarn unterkommen.

Im Zusammenhang mit dem Wassermengen sind leider auch zwei Todesfälle zu beklagen. Einer der Todesfälle kann direkt mit dem Unwetter in Verbindung gebracht werden. Beim zweiten Todesfall handelt es sich um eine natürliche Ursache, jedoch mit möglichem Zusammenhang zur aktuellen Situation im Landkreis. Weitere Informationen veröffentlichte der Landrat aus Respekt den Angehörigen gegenüber nicht.

Kern appelierte nochmals an die Bürger im Landkreis, vernüftig zu sein und keine unnötigen Autofahrten zu unternehmen. Er wandte sich außerdem an Urlaubsgäste und bat darum, am heutigen Sonntag nicht in die Region zu reisen, da vielerorts Straßen gesperrt und die Einsatzkräfte mit der Räumung der Straßen bereits ausgelastet sind. Der Landrat bat darum, Ruhe zu bewahren und bei Fragen und für weitere Informationen wurde ein Bürgertelefon unter der 08651/773-151 (Uhrzeiten: 10 - 16 Uhr) eingerichtet. Dies ist ab morgen schon ab 9 Uhr besetzt.

Seit 7 Uhr heute Morgen hat auch der RVO den Betrieb eingestellt. Einzig die Linie zwischen Inzell und Traunstein wird laut Angaben des Landrats noch befahren. Ansonsten ist die Fahrt in den Talkessel mit Bahn oder Auto schwierig beziehungsweise zu vermeiden.

Trotz der guten Vorbereitung der Einsatzkräfte stieg die Zahl der Einsätze innerhalb weniger Stunden rasant an. An der Ache konnte ein Rekord-Pegelstand von 3,75 Metern verzeichnet werden, was den bisherigen Höchststand des Jahres 2013 übertrifft. 

Die tatsächlichen Auswirkungen der vergangenen Nacht werden erst jetzt im Laufe des Tages sichtbar werden. Auch der Katastrophenfall wird noch nicht aufgehoben, da weitere Regenschauer erwartet werden.

Weitere Informationen werden noch heute gegen 16:00 Uhr in einer weiteren Pressekonferenz mitgeteilt.

fb/red