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Landrat und Bürgermeister im BGL an Söder: »Bitte helfen Sie uns, über diese schwierige Zeit zu kommen!«

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Landrat Bernhard Kern (l.) und Ministerpräsident Markus Söder (r.). (Fotos: Peter Kneffel/dpa)

Berchtesgadener Land – Die hohen Corona-Zahlen und der dadurch verhängte Lockdown im Landkreis stürzen die Geschäftsleute in der Region in eine schwere Krise. Gemeinsam mit Landrat Bernhard Kern haben sich die Bürgermeister des Landkreises zu Beginn dieser Woche mit einem Brief an den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder gewandt.


In dem vom Reichenhaller Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung koordinierten Text werden einige der durchaus gravierenden Auswirkungen der derzeit geltenden Beschränkungen für die Menschen in der Region beschrieben. Davon ausgehend bitten Landrat und Bürgermeister um finanzielle Hilfen für das Berchtesgadener Land.

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Den Brief hat Staatsministerin Michaela Kaniber in ihrer Funktion als örtliche Stimmkreisabgeordnete zum Bayerischen Landtag dem Ministerpräsidenten bereits persönlich ausgehändigt.

Ziel dessen ist, ein gemeinsames Vorgehen von Staatsregierung und lokalen Verantwortungsträgern sicherzustellen und direkte Rückmeldungen aus der Bevölkerung weiterzugeben. Damit soll auch gewährleistet werden, dass eine vernünftige und an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Vorgehensweise gewählt wird, die so viel Schutz wie möglich und so wenig Einschränkungen wie nötig mit sich bringt.

Der Brief im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Dr. Söder,

die Corona-Pandemie hält Bayern, Deutschland und Europa nach wie vor fest im Griff.

In besonderer Weise ist seit vergangener Woche das Berchtesgadener Land betroffen, für das wir als gewählte Vertreter Verantwortung tragen: Auf Grund hoher Inzidenzwerte im Landkreis sind uns weitgehende Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens auferlegt.

Dies trifft unsere Region hart: Gastronomie und Hotellerie mussten kurzfristig schließen und seitdem geschlossen halten, Kindertagesstätten und Schulen sind geschlossen bzw. auf einen Notbetrieb reduziert, das Verlassen der Wohnung ist nur bei triftigem Grund erlaubt.

Aus der Bevölkerung hören wir neben weitgehendem Verständnis für die grundsätzliche Notwendigkeit des Handelns auch viel und zum Teil heftigen Unmut über die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen – dies sicherlich auch vor dem Hintergrund, dass es nunmehr bereits das zweite Mal in diesem Jahr ist, dass solch weitgehende Beschränkungen angeordnet sind. So kann etwa die Schließung der Schulen keine Dauerlösung sein.

Die aktuelle Situation fordert Schülern, Eltern, Senioren und nicht zuletzt auch unseren Vereinen und Verbänden viel ab. Einige Einzelhändler fürchten wegen der Ausgangsbeschränkungen und der damit verbundenen Umsatzeinbußen um ihre Existenz; gleiches gilt für Gastronomen und Hoteliers, die sogar eine Schließung vorzunehmen hatten. Es gilt unbedingt, ein Veröden unserer Dörfer und unserer Innenstädte zu verhindern.

In diesem Sinne möchten wir in dieser schwierigen Lage um Ihre Unterstützung bitten:

Bitte helfen Sie uns im Berchtesgadener Land, bestmöglich über diese schwierige Zeit der Beschränkungen zu kommen! Bitte sorgen Sie für unbürokratische finanzielle Unterstützung des Freistaates Bayern und kümmern Sie sich auch mit fürsorglichem Verständnis ideell um die Bevölkerung im Berchtesgadener Land. Bitte unterstützen Sie die Menschen in unserer Region nach Kräften!

Mit freundlichen Grüßen aus dem Berchtesgadener Land 

Landrat und Bürgermeister