Landratsamt genehmigt Bau der Chiemgau Welle

Bildtext einblenden
Die Vorstände der Chiemgau Welle, Lisa Springer und Hannes Weininger, nehmen denZulassungsbescheid von Landrat Siegfried Walch entgegen.

Traunstein – Die Vereinsmitglieder der Chiemgau Welle haben einen Meilenstein erreicht: Endlich halten sie den Zulassungsbescheid zum Bau der Welle in den Händen, den Landrat Siegfried Walch denVereinsvorständen Lisa Springer und Hannes Weininger persönlich überreichte. Nun geht es an die Finanzierung des Großprojekts. 


Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erzählt Hannes Weininger von der jahrelangen, rein ehrenamtlichen Vorarbeit, die das Team rund um die Chiemgau Welle in den vergangenen knapp zwei Jahren erst einmal leisten musste, bevor eine Genehmigung überhaupt möglich war: »Es handelt sich um einen wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigungsbescheid für einen bestehenden Kanal. Dafür mussten uns zunächst mit den jetzigen Nutzungsberechtigten wie Kraftwerksbetreiber und Fischer privatrechtlich einigen. Als Nächstes kamen dann die Umweltverträglichkeitsprüfung, die Planung der Baumaßnahmen, bei der unser technischer Wart Benjamin Di-Qual federführend war, und exakte Kostenaufstellungen auf uns zu.«

Zur Erzeugung der künstlichen Welle, auf der dann künftig gesurft werden soll, sind einige größere Umbaumaßnahmen im untersten Bereich des Traunsteiner Stadtmühlbachs noch hinter dem sogenannten »Kugelhammer« erforderlich, erklärt Laura Lockfisch, Pressesprecherin im Landratsamt. Die Umbaumaßnahmen und die anschließende Gewässerbenutzung lösen ein Wasserrechtsverfahren aus, für das das Landratsamt Traunstein als Staatsbehörde zuständig ist. Bei der Übergabe des Zulassungsbescheids gratulierte Landrat Walch dem überglücklichen Team der Chiemgau Welle: »Hinter diesem Projekt steckt viel Arbeit und ein sehr engagiertes Team, welches sich mit Herzblut und Tatendrang für die Chiemgau Welle einsetzt. Genau solche Leute brauchen wir, um unsere Heimat noch attraktiver zu gestalten. Ich freue mich, dass wir nach den aufwändigen Prüfungen nun den Genehmigungsbescheid erteilen können.«

Auch ein Betreiberkonzept, das darlegt, von wann bis wann gesurft werden darf, stellte der Verein im Vorfeld auf die Beine. »Da wir mit dem Bau der Chiemgau Welle in die Landschaft eingreifen, waren wir außerdem verpflichtet, uns um eine Ausgleichsfläche zu bemühen«, erklärt Weininger. Die Stadt Traunstein stellte dafür ein Grundstück entlang der Traun zur Verfügung, auf dem Eschen und weiteres Gehölz angepflanzt werden.

Der nächste Schritt ist die Finanzierung der Chiemgau Welle – denn im Vorfeld war es schwierig, ohne Genehmigung an potenzielle Spender heranzutreten. »Die Baukosten belaufen sich insgesamt auf circa 650.000 Euro«, so der Vorstand, »davon erhalten wir etwa 40.000 Euro als Fördermittel von der Stadt.« Nun hat der Verein die Aufgabe, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten. Vom T-Shirt-Verkauf bis hin zum Crowdfunding gibt es bereits zahlreiche Ideen. »Wir freuen uns natürlich auch über jede Unterstützung in Form einer kleinen oder größeren Spende«, sagt Hannes Weininger. Wann der Bau dann letztendlich beginnen kann, hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie schnell die Finanzierung zustande kommt. Eines ist für das Team der Chiemgau Welle allerdings klar: »Wir werden nicht aufgeben, bis wir das Geld beieinander haben.«

JuC