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Landratsamt: Um- und Anbau statt Neubau

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Foto: Hudelist

Bad Reichenhall – Eine Kosteneinsparung von über 14 Millionen Euro war ausschlaggebend dafür, dass das Landratsamt jetzt nur umgebaut statt neu gebaut wird.


Für 22,6 Millionen Euro wird das jetzige Amtsgebäude saniert und an vier Seiten verlängert. Damit sollen am Ende Büroräume für 350 Mitarbeiter entstehen. Ein kompletter Neubau auf dem Areal nordöstlich hätte am Ende 36,8 Millionen Euro gekostet, abgezogen sind dabei schon rund 8 Millionen, die man durch den Verkauf des jetzigen Grundstückes erhalten hätte. Die Mitglieder des Kreisausschusses stimmten einstimmig für die günstigste Variante, der Kreistag wird am Freitag vermutlich dieser Empfehlung folgen.

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Die Probleme im 35 Jahre alten Amtsgebäude sind bekannt. Neben dem fehlenden Brandschutz nach dem aktuellem Stand der Technik sowie Schäden an der Heizung, der Elektrik und den Sanitäranlagen ist vor allem die akute Raumnot belastend für die Mitarbeiter. Bereits jetzt sind zahlreiche Mitarbeiter in Containern und in zwei Stockwerken eines Bürogebäudes der Sparkasse in der Bahnhofstraße untergebracht, zum Beispiel das Schulamt. Der Kreistag hatte in seiner Februar-Sitzung noch über insgesamt sieben Varianten diskutiert, die von einer Nur-Sanierung bis zu einem kompletten Neubau reichten. Übrig geblieben sind am Ende vier Möglichkeiten, wobei sich die Verwaltung für die günstigste Variante entschied. Diese beinhaltet das Sanieren des bestehenden Gebäudes, das Umsetzen neuer, großer Gruppenbüros und den Anbau an vier Seiten des Gebäudes.

In der Belegschaft war allerdings das Konzept der heute üblichen Großraumbüros umstritten, Architekt Christian Taufenbach gelang es allerdings an zwei Tagen, Abteilung für Abteilung von den Vorzügen der »Bürowelt« zu überzeugen, zudem seien viele Wünsche der Mitarbeiter in die neue Umbauvariante mit eingeflossen.

Da die Großraumbüros teilweise nun doch nicht so groß werden wie geplant, sind allerdings jetzt vier Anbauten an das bestehende Haus und ein größerer Eingangsbereich notwendig. Ein zusätzlicher Anbau ist auf der südlichen Seite vorgesehen, wo jetzt schon Container stehen. Auch wenn sich der Kreisausschuss jetzt einstimmig für die günstigste Variante entschied, wird der Umbau die Finanzplanung des Landkreises bis 2019 durcheinanderbringen und den Schuldenstand bis 2019 um 2,8 Millionen Euro auf dann 41,2 Millionen Euro erhöhen.

Während sich bei der ersten Präsentation aller Varianten im Februar noch einige Kreisräte für einen Neubau begeistern konnten, regierte im Kreisausschuss am Mittwoch einstimmig der Rotstift. »Wir wollten von Anfang an die günstigste Variante«, so Elisabeth Hagenauer von den Grünen, »der Abriss eines 35 Jahre alten Gebäudes und der Neubau wären nicht vermittelbar gewesen«. Rudi Zeif von den Freien Wählern konnte sich im Februar mit der Bürowelt nicht anfreunden und äußerte Bedenken der Mitarbeiter, jetzt stimmte er dem Nur-Umbau zu, genauso wie die CSU. Die SPD-Fraktion hätte über einen Neubau ernsthaft nachgedacht, räumte Roman Niederberger ein, »aber die Kosten sprechen eine deutlich Sprache«. Michael Hudelist