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Landratsamt will mit Service-Offensive punkten

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Jürgen Großmann (links), der Vorsitzende der Gütemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen, verlieh dem Traunsteiner Landrat Siegfried Walch das RAL-Gütezeichen. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – Das Landratsamt Traunstein will mit einer Service-Offensive punkten – und hat dabei vor allem den Mittelstand im Blick: Für 14 konkrete Service-Versprechen an die Unternehmen erhielt die Behörde am Donnerstag offiziell das RAL-Gütezeichen. Für die Auszeichnung musste das Amt ein strenges Zertifizierungsverfahren absolvieren.


»Behörden, die nicht effizient arbeiten, stellen ein Investitionshindernis dar«, stellte Landrat Siegfried Walch bei der Verleihung fest. Um Unternehmen bei ihren Vorhaben nicht zu blockieren, sondern so gut es geht zu unterstützen, soll die Verwaltungsarbeit nun ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Effizienz aufweisen, führte Walch aus. Planungssicherheit, Transparenz und Kundenorientierung seien die Schlagworte.

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»Es geht um klare Service-Versprechen, denen wir uns verpflichten«, erläuterte der Landrat. Beispielsweise sichert das Landratsamt zu, Auftragsrechnungen ab sofort spätestens 15 Arbeitstage nach dem Eingang zu bezahlen. Die Bearbeitungszeit für gewerbliche Bauvorhaben soll künftig maximal 40 Arbeitstage betragen. Wer sich per Anruf oder E-Mail an die Verwaltung wendet, der soll möglichst sofort eine Antwort erhalten, mindestens jedoch innerhalb eines Arbeitstags. »Es gibt keine Anrufbeantworter mehr, die irgendwann einmal abgehört werden.«

Mit der Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen unterwirft sich der Landkreis Traunstein freiwillig einer zweijährlichen Überprüfung durch den TÜV. Das Gütezeichen nahm der Landrat aus den Händen des Vorsitzenden der Gütegemeinschaft, Jürgen Großmann, entgegen. »Ziel ist es, als Kommune zu handeln wie ein Wirtschaftsunternehmen«, erklärte der Oberbürgermeister der baden-württembergischen Stadt Nagold.

Walch führte aus, dass seine Verwaltung bereits seit ungefähr zwei Jahren »das neue System lebe«. Dazu gehöre auch, dass jeder Mitarbeiter eine Service-Schulung absolvieren muss. »Dafür nehmen wir einen sechsstelligen Betrag in die Hand«, erklärte der Landrat und resümierte: »Wir haben wirklich die Arbeitsweise im Haus geändert. Die Mitarbeiterschaft zieht auch fest mit.« Zusätzlich treibt die Behörde die Digitalisierung voran. »Früher wanderte eine Akte in Papierform von einer Abteilung zur anderen, jetzt können alle gleichzeitig auf die digitale Akte zugreifen. Das spart Zeit.«

Walch sicherte zu, dass »fast alle« der Service-Versprechen für kleine und mittelständische Unternehmen auch für Privatleute gelten sollen. san