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Landwirte geben Grundstücke für Ortsumfahrung Chieming nicht her

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Chieminger Landwirte wollen für den Bau einer Ortsumfahrung auf der beschlossenen Trasse keinen Grund zur Verfügung stellen. Jetzt übergaben sie eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Benno Graf. Unser Bild zeigt (von links) Simone Mayer, Bauamtsleiter Alexander Weiß, Bürgermeister Benno Graf, den Sprecher der Landwirte, Josef Mitterleitner, und Ortsbäuerin Andrea Probst. (Foto: Humm)
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Das Bild zeigt die Vertreter der Grundeigentümer Andrea Probst, Simone Mayer und Josef Mitterleitner (v.l.)

Chieming – Gegen die geplante Ortsumfahrung sprachen sich jetzt heimische Landwirte und betroffene Grundstückseigentümer aus. Dazu überreichten sie jetzt ein Schreiben mit 20 Unterschriften an Bürgermeister Benno Graf. Dabei kritisierten sie unter anderem, sie seien bisher nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden.


Andrea Probst äußerte ihre Bedenken, dass mit dem mehr als vier Kilometer langen Straßenneubau große Mengen an hochwertigen landwirtschaftlichen Nutzflächen vernichtet würden. Hinzu komme der Flächenbedarf für straßenbegleitende Maßnahmen, die Neuanlage von Wirtschaftswegen und notwendige Ausgleichsflächen im Zuge der Eingriffsregelung.

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Neben dem immensen Flächenverlust führten die äußerst ungünstige Zerschneidung vieler Grundstücke sowie die erschwerte Erreichbarkeit zu einem deutlichen Wertverlust der verbleibenden Flächen, erläutert Josef Mitterleitner. Seiner Meinung nach stellt dies für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe im Hinblick auf die Bewirtschaftung eine nicht zumutbare Beeinträchtigung dar.

Laut Simone Mayer wiegt aber noch schwerer, dass durch das geplante Bauvorhaben das Grundeigentum, der wertvolle und nicht vermehrbare Boden unwiederbringlich verloren geht und dies in Zeiten, wo die Diskussion um den »Flächenfraß« und das Zubetonieren der Landschaft erst begonnen hat.

Alle drei Vertreter verwiesen auf den massiven Eingriff in die einzigartige Kulturlandschaft sowie in das ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet und die damit verbundenen Folgeerscheinungen. Deshalb lehnen die 20 Grundeigentümer, die das Schreiben unterzeichnet haben, es ab, ihre Flächen für den Straßenbau zur Verfügung zu stellen. Abschließend sprachen sie sich für die konsequente Umsetzung von Alternativen aus, die sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile aufwiesen.

Sollte der Gemeinderat alternative Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssituation vorantreiben und auf den Bau einer Ortsumfahrung verzichten, würden dies die Landwirte tatkräftig unterstützen. Mitterleitner und Chiemings Ortsbäuerin Andrea Probst stellten als sinnvolle Alternative über die A 8 die Nord-Ost-Umfahrung vor, die nach ihrer Meinung, aber auch nach Auskunft zuständiger Behörden nicht voll ausgelastet sei.

Landwirtin Simone Mayer meinte, sicher sei es sinnvoll, den Schwerlastverkehr aus dem Ort zu bringen. Aber sie forderte nachdrücklich den Erhalt von Grünflächen und der ländlichen Struktur. Mitterleitner meinte, eine Ortsumfahrung erzeuge weiteren Lärm und Abgase und befürchte eine ständige Überschreitung zulässiger Grenzwerte.

Bürgermeister Benno Graf zeige Verständnis für die Anliegen und sicherte zu, die Unterlagen zu prüfen und dem Gemeinderat vorzulegen. Er erinnerte daran, dass schon seit 1960 der Flächennutzungsplan eine Trasse für eine Ortsumfahrung beinhalte, ebenso, wie auch der erneute Plan aus dem Jahr 2000. Graf verwies auf die zahlreichen gemeindlichen Schreiben, um eine Umlenkung des Schwerlastverkehrs zu erreichen. Er bedauerte die steten Ablehnungsbescheide vorgesetzter Behörden. Er werde den Gemeinderat über das Schreiben der Landwirte möglichst schnell informieren und erwarte eine neue Diskussion. OH