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Langwierige Ermittlungen nach Doppelmord in Oberbayern

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Tatort
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Der Tatort ist ein typisches oberbayerisches Landhaus. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
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Foto: dpa/Andreas Gebert
Einsatz in Oberbayern
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Ein Polizeiauto auf einem Feldweg hinter einem Haus in Höfen bei Königsdorf. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Es scheint ein komplizierter Fall zu sein. Nach dem Doppelmord im Weiler Höfen in Oberbayern stellt sich die Kripo auf einen langen Weg bei ihren Ermittlungen ein. Noch ist die Spurensicherung am Tatort zu Gange. Der wahrscheinlich einzigen Zeugin geht es schlecht.


Königsdorf (dpa) - Im Fall des Doppelmordes nahe dem oberbayerischen Bad Tölz steht die Sonderkommission (Soko) «Höfen» vor langwierigen Ermittlungen.

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Am zweiten Tag nach Bekanntwerden des Gewaltverbrechens waren noch immer Beamte der Spurensicherung in dem Einfamilienhaus damit beschäftigt, jedes auch noch so kleine Beweismittel zu finden. «Sie gehen Zimmer für Zimmer durch», sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier. «Die sind noch lange nicht fertig.» Erst danach gingen die eigentlichen Ermittler am Tatort ans Werk.

Benannt ist die Soko nach dem Weiler in der Gemeinde Königsdorf, in dem sich die Tat ereignete. Die Opfer - neben den beiden Toten eine schwer verletzte Frau - waren am späten Samstagabend in dem Gebäude aufgefunden worden. Nachbarn hatten zuvor der Polizei von verdächtigen Beobachtungen berichtet. Details dazu blieben unklar. Nach den bisherigen Ermittlungen dürften Einbrecher ins Haus gekommen sein.

Inzwischen steht fest, dass es sich bei der Überlebenden um die 76 Jahre alte Eigentümerin des Wohnhauses handelt. Die Ermordeten - eine Frau und ein Mann ebenfalls älteren Jahrgangs - waren Bekannte von ihr und zu Besuch gewesen. Die Polizei wollte Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) nicht bestätigen, wonach sie erschlagen wurden. Wohl seien die alten Leute aber körperlich misshandelt worden, sagte Thalmeier. «Es wurde massive Gewalt angewendet.»

Neben der Befragung von Nachbarn und des familiären Umfelds der Opfer erwarten sich die Ermittler vor allem von der Aussage der Hauseigentümerin wichtige Erkenntnisse über den oder die Täter. Der Gesundheitszustand der Witwe sei zwar stabil, schwanke aber, erläuterte der Polizeisprecher. Es könne Tage dauern, bis die 76-Jährige als mutmaßlich einzige Tatzeugin vernommen werden kann.

Zum Tatmotiv hielten sich die Ermittler auch am Montag bedeckt. Zwar liegen Hinweise auf einen Einbruch in dem Wohnhaus vor. Es sei aber noch nicht geklärt, ob Wertgegenstände geraubt wurden. Thalmeier wollte auch eine Beziehungstat nicht vollständig ausschließen. Der Zeitpunkt des Gewaltverbrechens müsse durch Befragungen im Umfeld der Opfer erst noch eingegrenzt werden. Die Frage sei: «Wann gab es den letzten Kontakt mit den Opfern», so Thalmeier.