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Lasogga-Poker vor Ende - Kein Training bei Hertha

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Pierre-Michel Lasogga fehlte beim Trainingsauftakt der Hertha. Foto: Malte Christians Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der schier endlose Vertragspoker um Pierre-Michel Lasogga steht vor dem Ende. Während Hertha BSC und der Hamburger SV nach Medienberichten eine Einigung über einen Transfer erzielt haben sollen, nahm der 22 Jahre alte Stürmer nicht wie geplant am Training von Hertha BSC teil.


Laut Hertha-Pressesprecher Peter Bohmbach habe sich Lasogga mit Magen-Darm-Problemen krankgemeldet. Damit ergab sich eine Parallele zum Fall Hakan Calhanoglu, der in Hamburg noch einen Vertrag besitzt und gern zu Bayer Leverkusen wechseln möchte. Auch er war dem Trainingsauftakt der Hanseaten vor zwei Wochen mit einem ärztlichen Attest fern geblieben.

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Weder von Hertha noch vom HSV gab es bisher eine offizielle Bestätigung über die Transfer-Einigung. »Wie es weiter geht, kann ich derzeit noch nicht sagen«, hielt sich Hertha-Trainer Jos Luhukay bedeckt. »Wir sind in Gesprächen mit Hertha«, sagte Jörn Wolf, der Mediendirektor des HSV, ohne auf Details einzugehen.

Offensichtlich hatten sich beide Seiten in Sachen Ablösesumme weiter angenähert: Der HSV soll sein Angebot von bisher sechs Millionen Euro für den abwanderungswilligen Torjäger aufgestockt haben, Hertha von der ursprünglichen Zwölf-Millionen-Forderung abgegangen sein. Somit dürfte eine Ablösesumme von acht bis zehn Millionen realistisch werden.

Der finanziell klamme HSV benötigt nun noch Zeit, diese Summe aufzurufen. Für die Hamburger, die Lasogga mit seinen 13 Toren in der Vorsaison knapp vor dem Abstieg rettete, könnten sich zwei Möglichkeiten der Finanzierung anbieten: Entweder springt erneut Milliardär Klaus-Michael Kühne ein, oder Calhanoglu wird an Leverkusen verkauft. Bisher hat Bayer 12,5 Millionen geboten, der HSV möchte den Freistoß-Spezialisten aber gern behalten.

Viele Fans weinen dem einstigen Publikum-Liebling Lasogga in Berlin keine Träne nach. Obwohl der Torjäger mit Ende seines Leihvertrages in Hamburg auf dem Schenckendorff-Platz erscheinen sollte, verliefen sich nur rund 20 »Kiebitze« auf dem Trainingsgelände der Hertha. In den vergangenen Tagen hatten Ultras Lasogga über »Facebook« wegen der Tendenz zum Wechsel nach Hamburg übel beschimpft und gedemütigt.

Sollte sein Wechsel offiziell bestätigt werden, wäre für Hertha der Weg zur Verpflichtung von Julian Schieber aus Dortmund frei. Mit dem »Edelreservisten« des BVB ist sich Hertha einig, die Ablöse dürfte zwischen ein und zwei Millionen Euro liegen. Als Ersatz für den nach Dortmund gewechselten Adrian Ramos (Ablöse 9,7 Millionen Euro) und Lasogga soll dann noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden.

Außen vor ist momentan in den Transfer-Bestrebungen der Hertha der vom HSV im Vorjahr ausgeliehene Norweger Per Skjelbred. »Wo ich spiele, müssen die Vereine entscheiden. Ich hoffe, dass es schnell eine Entscheidung gibt«, sagte der Mittelfeldspieler nach seinem ersten Training in Hamburg. »Er hat einen gültigen Vertrag in Hamburg«, sagte Luhukay. Das Thema Skelbred sei aber nicht vom Tisch.

Seinen ersten Trainingstag bei Hertha erlebte Vizeweltmeister John Heitinga. »Hertha ist ein neue Herausforderung. Ich freu' mich auf die Bundesliga, das ist eine der besten Ligen der Welt«, meinte der 30 Jahre alte Niederländer.

Doch gleich zum Beginn der Vorbereitung musste Luhukay auch einen Rückschlag hinnehmen. Bei Kapitän Fabian Lustenberger ist eine alte Muskel-Verletzung im Oberschenkel wieder aufgebrochen, die den Schweizer wieder zu einer längeren Pause zwingt. »Er hat uns schon in der vergangenen Saison fünf Monate gefehlt. Bis zum Montag war ich davon ausgegangen, dass er voll mit in die Vorbereitung starten kann«, bedauerte Luhukay.