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Lass mich mal ausreden!

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TV-Duell
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Hier stehen sich Joe Biden (links) und Donald Trump (rechts) im Fernsehen gegenüber. Foto: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa Foto: dpa

Im Gespräch ständig unterbrochen zu werden, fühlt sich nicht schön an. Gerade Politikerinnen und Politikern passiert das aber oft. Eine Expertin erklärt, warum das so ist und wie es auch anders geht.


Jemanden beleidigen, Lügen verbreiten oder dem anderen ins Wort fallen: Dass das super unhöflich ist, weiß man eigentlich. Trotzdem haben das ausgerechnet zwei sehr wichtige Menschen im Land USA am Dienstag ständig gemacht.

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Präsident Donald Trump war nämlich in einem Fernsehduell mit Joe Biden. Beide wollen die nächste Wahl gewinnen. Eigentlich war das Duell so gedacht: Ein Moderator stellt eine Frage und beide dürfen nacheinander etwas dazu sagen. Danach sollte diskutiert werden. Donald Trump ist Joe Biden aber regelmäßig ins Wort gefallen, obwohl das gegen die Regeln war. Joe Biden nannte Donald Trump dafür zum Beispiel »Clown«.

»Wenn man jemanden unterbricht, nimmt man ihm Gestaltungsspielraum und Kraft«, erklärt Jessica Wahl. Die Expertin bringt Menschen unter anderem bei, wie sie gut vor Leuten reden können. Ihr Tipp, wenn man unterbrochen wird: Darum bitten, dass man ausreden darf. Hilft das nicht, kann man die Stimme erheben, um etwas lauter zu sprechen.

Und warum unterbrechen sich Politiker so oft? »Bei einem Politiker-Duell geht es darum, wer die meiste Redezeit hat. Denn wer am meisten redet, wird oft als am wichtigsten wahrgenommen«, sagt Jessica Wahl. Das komme manchmal sogar gut an: »Was manche Zuschauer an Donald Trump gut finden, ist, dass er Regeln bricht. Das wirkt auf seine Fans mutig, weil er seine Meinung klar vertritt.«

Joe Biden meint: Donald Trump habe in der Diskussion auch falsche Sachen über ihn erzählt. Um solche Behauptungen schnell zu widerlegen, braucht man gute Argumente. Frau Wahl sagt aber, manchmal sei es bei sehr abwegigen Vorwürfen sogar sinnvoll, gar nicht darauf einzugehen. So kriegen die Lügen nicht noch mehr Aufmerksamkeit.

Wenn du selbst diskutieren musst, rät Jessica Wahl, dich gut vorzubereiten. Am besten überlegst du, welche Argumente der andere haben könnte und wie du antworten willst. Im Gespräch sollte man dem anderen gut zuhören und versuchen, ihn zu verstehen. Ein weiterer Trick von Jessica Wahl: »Was häufig in der Politik gemacht wird: Man sucht sich Verbündete.« Wer also vorher schon Freunde bittet, einem zuzustimmen, hat dann in der Diskussion mehr Überzeugungskraft.